Straßenbaupläne

Protestwanderung wütender Saßmicker neben der A45

Saßmickes Ortsvorsteherin Sandra Kurz-Schneider kann auf ihr Dorf zählen.

Foto: Josef Schmidt

Saßmickes Ortsvorsteherin Sandra Kurz-Schneider kann auf ihr Dorf zählen. Foto: Josef Schmidt

Saßmicke/Wenden.   Die Saßmicker sind erzürnt über die Pläne aus Wenden. Mit einer Protestwanderung wehren sie sich gegen eine Straße unter der Autobahn-Talbrücke.

Über mangelnden Zusammenhalt kann sich Saßmickes Ortsvorsteherin Sandra Kurz-Schneider nicht beklagen. Ihre Einladung zur Protestwanderung neben die A 45, kurz vor dem Autobahnkreuz Olpe-Süd, weckte erstaunliche Resonanz. Mehr als 70, unüberhörbar wütende Saßmicker waren gekommen, um weitere Informationen in Sachen Autobahnausbau entgegen zu nehmen.

Was die Olper Rand-Dörfler auf die Barrikaden bringt, ist die Idee aus der Nachbargemeinde Wenden, ein großes neues interkommunales Gewerbegebiet über eine Straße zu erschließen, die über Saßmicker Gebiet führen könnte. „Das geht dann auf unsere Kosten“, schimpft ein aufgebrachter Saßmicker, und eine wütende Frau argwöhnt: „Die Gerlinger wollen den Verkehr weghaben, und wir sollen ihn kriegen.“

Kurz-Schneider: „Als ich auf der Sondersitzung des Wendener Rates gesehen habe, wo die Straße herführen soll, habe ich mich erschrocken.“ Während eines Termins mit Olpes Bürgermeister Peter Weber (CDU) habe sie klargemacht, wie die Stimmungslage in Saßmicke sei. Weber habe unter anderem argumentiert, dass ein neues Industriegebiet auch finanzielle Vorteile mit sich bringe. Während Kurz-Schneider das berichtet, tönt aus dem Hintergrund eine Stimme: „Dafür haben wir ihn nicht gewählt.“

Die Ortsvorsteherin legt ihren momentanen Informationsstand vor: Wenden plane langfristig ein neues großes Industriegebiet, gemeinsam mit Olpe, als erhebliche Ausweitung des jetzigen Gewerbegebietes Auf der Mark und zwar jenseits der A 4 Richtung Saßmicke. Um diese neue Fläche an den Verkehr anschließen zu können, sei entweder ein Tunnel unter der A 45 nötig oder eine Straße, die unter der Autobahn-Talbrücke Saßmicke herführe. Genau diese Variante wollen die Saßmicker nicht hinnehmen.

Wunsch nach Gewerbefläche

Die Ortsvorsteherin berichtet noch über ein Gesprächsangebot des Wendener Bürgermeisters Bernd Clemens (CDU) und über Bürgerversammlungen, die der Landesbetrieb Straßenbau versprochen habe.

Wir fragten Wendens Bürgermeister Clemens gestern selbst nach dem aktuellen Stand der Dinge. Clemens: „Ich möchte auf keinen Fall, dass der Eindruck entsteht, die Wendener wollten ihre Verkehrsprobleme auf Kosten der Saßmicker lösen.“

Clemens bestätigte aber den Wunsch seiner Gemeinde, langfristig zusätzliche Gewerbefläche zu schaffen: „Die Mark ist voll belegt.“ Und die Fläche auf der anderen Seite der A 4 biete sich für ein interkommunales Projekt mit der Stadt Olpe an. Clemens räumt ein, dass der weitaus größere Abschnitt dieser möglicherweise 40 Hektar großen Gewerbefläche auf Wendener Gebiet liegen würde.

Die Erschließungsstraße, so die Planidee, führe durch das jetzige Gewerbegebiet Auf der Mark, über die bestehende und auszubauende Brücke über die A 4 in den dann neuen Gewerbepark und dann in Richtung einer neu zu bauenden A 4-Auffahrt in der Nähe des Pendler-Parkplatzes bei Gerlingen. Um dorthin zu gelangen, gebe es zwei Varianten: einmal durch einen Tunnel unter der A 45, der die Saßmicker nicht berühre. Oder aber über eine Straße entlang der A 45 durch Saßmicke und unter deren Talbrücke her. Genau diese Lösung bringt die Saßmicker in Wallung. Da nützt es auch nichts, dass das Zeitfenster für das Projekt, so prognostiziert Clemens, weit bis ins nächste Jahrzehnt reiche.

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