Hochwasserschutz

Ein Damm und vier Becken gegen die Hochwasserflut

Am Werth in Bilstein wird das Bachbett der "Veischede" sehr eng. Im nächsten Jahr soll die Straße inklusive der Bruchsteinmauer zum Bach saniert  und erhöht werden, um eine Überflutung bei Hochwasser auszuschließen. 

Am Werth in Bilstein wird das Bachbett der "Veischede" sehr eng. Im nächsten Jahr soll die Straße inklusive der Bruchsteinmauer zum Bach saniert  und erhöht werden, um eine Überflutung bei Hochwasser auszuschließen. 

Foto: Volker Eberts / WP

Veischedetal.  Das neue Hochwasserschutzkonzept für das Veischedetal in Lennestadt steht. Es ist eine Mischung aus Gewässerausbau und Rückhaltebecken.

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Stimmen die Klimaprognosen für unsere Region, wird es künftig mehr extreme Wetterereignisse wie zum Beispiel Starkregen geben. Vor diesem Hintergrund kommt das neue Hochwasserschutzkonzept für das Veischedetal, das nun bald umgesetzt werden soll, zum richtigen Zeitpunkt.

Der erste Vorentwurf aus dem letzten Jahr wurde überarbeitet. Die städtische Umweltbeauftragte Dr. Svendja Vormstein stellte das endgültige Konzept jetzt im Fachausschuss vor. Mit einer Kombination von Gewässerausbau im Verlauf des Veischedebachs und vier Rückhaltebecken soll die Veischede auch bei Hochwasser in den Ortslagen in ihrem Bett gehalten werden.

Der Ausbau des Veischedebachbetts betrifft vor allem die Ortslage Bilstein. Hier soll das alte Wehr am Naturbad entfernt werden, ebenso ein Querbauwerk in Höhe des Kahnteichs, neben dem Crossgolfplatz. Außerdem soll im Zuge der für 2020 im Haushalt vorgesehenen, geplanten Straßen- und Mauersanierung „Am Werth“, im Bereich Pfarrkirche und Hotel Bilstein, die Ufermauer erhöht werden.

Mit diesen Maßnahmen und der Beseitigung von weiteren Engstellen im Hofwiesental soll der Wasserdurchfluss im Bachbett auf mindestens 12 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden.

Kernstück des Konzeptes bleibt der Bau eines 80 Meter breiten Hauptdammes oberhalb von Kirchveischede, von der B 55 bis zum Hang auf der anderen Talseite, mit insgesamt 30 Meter breiten Böschungen auf beiden Seiten und einer fünf Meter breiten befahrbaren Dammkrone. Die Höhe soll maximalfünf Meter betragen.

Im Bereich des Flussbetts bekommt der Damm ein „kombiniertes Auslaufbauwerk“ mit einer Stauwand aus Beton und mehreren Schiebern und Klappen. Mit diesen wird im Hochwasserfall der Abfluss der Veischede und der Rückstau in das rückwärtige Tal Richtung Oberveischede gesteuert.

Dort werden zwei Vorkaskaden gebaut, um das Retentionsvolumen zu vergrößern. Ein weiteres Rückhaltebecken unterhalb von Oberveischede auf Olper Stadtgebiet kann entfallen.

Unterhalb von Kirchveischede sind drei weitere Rückhaltebecken mit einer Kapazität von insgesamt 180.000 Kubikmeter Wasser geplant, im Hofwiesental kurz vor Bilstein, das zweite unterhalb von Bonzelerhammer und Nummer 3 in Grevenbrück vor der Mündung des Hengstebeckbaches in die Veischede.

Förderantrag im Herbst

Nach dem einstimmigen Beschluss des Ausschusses gehen die Detailplanungen weiter. Fachgutachten sind beauftragt, erste Bauerlaubnisverträge wurden bereits geschlossen. Bis Ende Oktober soll der Antrag für die Förderung fertig sein, so der Plan. Billig wird es nicht, die Veischede auch bei einem sogenannten 100-jährigen Ereignis wie zuletzt im Oktober 1998 in ihrem Bett zu halten. Mehr als drei Millionen Euro wird die konsequente Umsetzung dauern und die Stadt muss zunächst in Vorleistung gehen.

Dann allerdings winkt eine Förderung von 80 Prozent. Dr. Vormstein: „Ganz wichtig ist hierbei, dass das Konzept den Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasserereignis berücksichtigt, der Fluss durchgängig ist und das Konzept auch in adäquaten Zeitabständen vollständig umgesetzt wird.“ Treffe einer dieser drei Punkte nicht zu, bestehe die Gefahr, dass von der Stadt Fördermittel für das Projekt zurückgefordert werden.

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