Camino

Ehrenamtler aus dem Kreis Olpe engagieren sich im Hospiz

Die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Caritas-Hospizdienstes Camino und ihre Koordinatoren

Foto: Tim Feldmann

Die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Caritas-Hospizdienstes Camino und ihre Koordinatoren Foto: Tim Feldmann

Kreis Olpe.   Der Caritas-Hospizdienst Camino begrüßt elf neue ehrenamtliche Mitarbeiter in seinen Reihen. Freude und Wehmut liegen eng beieinander.

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Freude und Wehmut liegen eng beieinander, während die neuen Ehrenamtler des Caritas-Hospizdienstes Camino ihre Zertifikate in Empfang nehmen dürfen.

Es ist die Schlussrunde im Seniorenhaus Gerberweg in Olpe: Elf neue ehrenamtliche Mitarbeiter haben eine halbjährige Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht.

„Loslassen, das kann ich wohl immer noch nicht. Ich werde die gemeinsamen Donnerstage sehr vermissen“, sagt eine Teilnehmerin. Andere äußern ebenfalls Bedauern, auf die Treffen mit interessanten, liebenswerten Menschen verzichten zu müssen.

Vor der ersten Runde haben viele mit sich ringen müssen: Auf der einen Seite Angst und Zweifel, auf der anderen aber auch Mut. Und über allem die Frage: „Kannst Du das überhaupt?“

Eine Gemeinschaft

Immerhin ging es um eine Aufgabe, die sich um ein gesellschaftliches Tabuthema dreht: das Sterben. Die elf frisch Ausgebildeten sind jetzt ehrenamtliche Sterbebegleiter.

Da wunderte es nicht, dass die gemeinsame Ausbildung zusammengeschweißt hatte, sich eine enge Gemeinschaft gebildet hatte.

„Angst“, so berichtete eine Teilnehmerin, habe sie auf ihren Zettel zu Anfang des Kurses geschrieben, nachdem sie zu ihrem Gemütszustand befragt worden sei. Das Fazit jetzt: „Ich weiß gar nicht mehr, warum und wovor. Jetzt spüre ich vor allem Respekt.“

Jetzt herrschten in der Gruppe überwiegend Ehrfurcht, aber auch Stolz: Nicolai Quast, einer der fünf Koordinatoren der Runde, die für die Ausbildung zuständig war, betont: „Der Hospizdienst ist die Königsdisziplin des Ehrenamts. Und auch wenn dies heute Abend eine Schlussrunde ist, fängt es hiermit ja erst an.“

Aufgaben fordernd und faccettenreich

Tatsächlich seien die Aufgaben im des Caritas-Hospizdienst Camino fordernd und facettenreich, wie die angehenden Sterbebegleiter in ihrer Ausbildung hätten feststellen dürfen. Die Charta zur Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in Deutschland lege in fünf Leitsätzen, von der Ethik bis zur Versorgungsstruktur, diese Anforderungen fest.

Eine weitere Teilnehmerin des Kurses lobte die Möglichkeit, sich austauschen zu können mit Gleichgesinnten: „Alle, die hier dabei waren, beschäftigen sich mit dem Tod.“ Viele andere tabuisierten das Sterben. Das griff auch Nicolai Quast auf: „Man muss die Seifenblase des Lebens erkennen. Diese Erfahrungen sind ein Schatz.“

Zurück in die Mitte der Gesellschaft

Ausbilderin Jutta Voß attestierte der Hospizarbeit einen großen Anteil daran, dass das Thema Tod wieder zurück in die Mitte der Gesellschaft geholt werde. Bis in die 80er Jahre sei das Sterben in Hospitäler und Heime ausgelagert worden. Über das Ehrenamt, das nun 101 Menschen im Kreis praktizierten, sagte sie: „Die Motivation und der Wunsch unserer Mitarbeiter, dabei zu bleiben, halten meist lange an. Oft sind es hindernde private Umstände, die die Menschen zum Aufhören zwingen.“

Mit der Frage „Suchen Sie eine Sinn stiftende Tätigkeit?“ wirbt der Caritas-Hospizdienst um Ehrenamtliche, für die Teilnehmer außer Motivation und Mitgefühl keine spezielle Qualifikation benötigten.

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