Post

Zwei Frauen geben bei der Post in Olpe den Ton an

Frauenpower bei der Post in Olpe. Michelle Demnig (links) und Bianca Arns-Grunbach sind Teamleiterinnen am Zustellstützpunkt in Olpe.

Frauenpower bei der Post in Olpe. Michelle Demnig (links) und Bianca Arns-Grunbach sind Teamleiterinnen am Zustellstützpunkt in Olpe.

Foto: Verena Hallermann

Olpe.  Michelle Demnig und Bianca Arns-Grunbach sind Teamleiterinnen bei der Post in Olpe. Besonders das Weihnachtsgeschäft ist eine Herausforderung.

Manchmal wiegen die Pakete mehr als 30 Kilogramm. Streusalz, Säcke mit Hundefutter, Blumenerde oder sogar Autoreifen oder Mülltonnen nehmen ihren Weg mit der Deutschen Post. Zusteller brauchen also teilweise ordentlich Muskelkraft – und Ausdauer. Denn nicht alle Empfänger wohnen ebenerdig, Treppen steigen gehört dazu. Vor allem jetzt um die Weihnachtszeit nimmt die Zahl der Päckchen zu. Für Michelle Demnig und Bianca Arns-Grunbach ist das kein Problem. Die beiden sind Teamleiterinnen am Zustellstützpunkt der Deutschen Post DHL in Olpe – eine Seltenheit, das die Position weiblich besetzt ist. Unsere Zeitung hat sich mit den Post-Power-Frauen unterhalten. Wie sie ihren Alltag wohl stemmen?

Kurz mal reingerutscht

Bianca Arns-Grunbach ist 38 Jahre alt und wohnt in Helden. Eigentlich ist die gebürtige Elbenerin gelernte Erzieherin, hat 2006 als Quereinsteigerin bei der Post angefangen. „Ich bin da so reingerutscht“, schmunzelt die junge Frau. „Eigentlich sollte das nur eine vorübergehende Lösung sein.“ Bianca Arns-Grunbach findet schnell Gefallen an der Arbeit als Zustellerin, fühlt sich in ihrem Team wohl. Ein klassischer Büro-Job, käme für sie nicht infrage. Action, Bewegung, raus unter die Leute – das gefällt ihr. Seit Ende Juni ist sie jetzt Teamleiterin am Zustellstützpunkt der Deutschen Post DHL in Olpe, ist verantwortlich für elf Bezirke, 16 Zusteller und drei Studenten, die aushelfen. Sie organisiert, führt ihre Leute durch den Tag und behält auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf. „Das macht richtig Spaß hier“, sagt sie.

Auch Kollegin Michelle Demnig ist eine Quereinsteigerin. Sie ist 32 Jahre alt, wohnt in Germinghausen und hat zwei Töchter, sieben und drei Jahre alt. Als die gelernte Arzthelferin damals ihre Stelle vertragsbedingt aufgeben musste, war sie zunächst etwas planlos, wie es weitergehen soll, erzählt sie. Es war der Zusteller, der ihr jeden Tag die Post brachte, der sie auf die Idee brachte. „Er sagt mir, ich könnte mich doch mal bei der Post bewerben“, erzählt Demnig. „Und das habe ich getan und seither nie bereut.“ Seit Oktober 2018 ist sie nun Teamleiterin am Zustellstützpunkt. Zusammen mit einem Kollegen kümmert sie sich um drei Fahrradbezirke, zwei Frachtbezirke und 16 Verbundbezirke. Unter ihrer Leitung arbeiten 33 Zusteller und drei Studenten.

Arbeitsbeginn ist gegen sieben Uhr, manchmal auch früher. Zunächst geht es darum, einen Überblick zu bekommen. Kann der Wochenplan, in dem organisiert wird, wer in welchem Bezirk eingesetzt wird oder frei hat, so bleiben? Sind Kollegen krank und muss jemand einspringen? Schließlich müssen die Pakete und Briefe trotz unvorhergesehener Ereignisse zu ihren Empfängern gelangen. Insbesondere in der Weihnachtszeit kann es stressig werden. Die Paketmengen sind in den Tagen vor Heiligabend extrem hoch. Deutschlandweit sind fünf Millionen Pakete am Tag normal, letztes Jahr waren es an einem Tag im Weihnachtsgeschäft tatsächlich elf Millionen. Schon jetzt merken die Teamleiterinnen, dass die Anzahl zunimmt. „80 Pakete sind am Tag normal“, erzählt Michelle Demnig, die mit ihrer B-Lizenz als Fitnesstrainerin nebenher noch Sportkurse gibt. „Heute hatten wir 170 Stück.“ Trotz der zusätzlichen Belastung, hat die Weihnachtszeit für die Zusteller auch Vorteile. Kleine Geschenke wie Kekse, Schokolade oder Wein an der Haustüre sind keine Seltenheit.

Vorbilder für andere Frauen

Frauen in Führungspositionen sind noch immer eher die Ausnahme. Auch bei der Post. Bundesweit arbeiten 112.500 Zusteller bei der Deutschen Post DHL, die Beschäftigungsquote von Frauen liegt bei 41,8 Prozent. Der Anteil weiblicher Führungskräfte im Management liegt deutschlandweit bei 21.5 Prozent. Insgesamt gibt es in der Post-Region rund um Olpe 16 Teamleiter, neben Demnig und Arns-Grunbach gibt es nur noch eine weibliche Teamleiterin in Kreuztal.

„Es ist unserer Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen zu gewinnen“, sagt Jessica Balleer, Pressesprecherin bei Deutsche Post DHL Group. „Gute Vorbilder wie Michelle Demnig und Bianca Arns-Grunbach helfen uns, auch andere dazu zu motivieren.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben