Marathon

„Durch den Tunnel geht es gefühlt immer bergauf“

Sabine Kramer aus Fretter (rechts) sowie Yvy Kohl (links) und Claudia Kühnen lassen sich ihre gute Stimmung auch nicht vom Dauerregen draußen auf der Strecke verderben. Foto: Martin Droste

Sabine Kramer aus Fretter (rechts) sowie Yvy Kohl (links) und Claudia Kühnen lassen sich ihre gute Stimmung auch nicht vom Dauerregen draußen auf der Strecke verderben. Foto: Martin Droste

Foto: Foto: Martin Droste

Fehrenbracht.  Tolle Stimmung beim Fledermaustunnel-Marathon in Fehrenbracht. Da störten auch ein paar Radfahrer nicht.

Wenn Frank Pachura seine Lauffreunde zu einem seiner ganz besonderen Marathonveranstaltungen einlädt, kommen (fast) alle. Am Samstag drehen 73 Läuferinnen und Läufer, darunter viele verkleidet in Batman-Kostümen, ihre Runden im und vor dem Fledermaustunnel zwischen Finnentrop und Eslohe. Bestzeiten und Rekorde sind wie immer zweitrangig. Die gute Stimmung lassen sich die zum Teil weit angereisten Marathonis auch nicht von den wolkenbruchartigen Regenfällen am Ende der Veranstaltung verderben.

Sabine Kramer vom SC Fretter hat ein Heimspiel. Für den ungewöhnlichen Lauf vor ihrer „Haustür“ lässt sie an diesem Samstag den Rothaarsteig-Marathon sausen. Am Verpflegungsstand beim Tunneleingang macht die Sportlerin aus Fretter wie Yvy Kohl aus Duisburg und deren Freundin Claudia Kühnen (Rheinberg) eine kurze Pause. „Das ist wie ein Familientreffen. Wir machen fast jeden Mist mit, den Frank anbietet“, lachen die beiden „Fledermäuse“.

Geld will Pachura nicht verdienen

Mit Frank ist Organisator Frank Pachura gemeint. Der 55-Jährige ist immer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Ort für seine Laufevents. Geld will der gebürtige Dortmunder damit nicht verdienen. „Das ist eine kleine, familiäre Veranstaltung“, betont Pachura, der inzwischen in Hamm lebt und als Bautechniker arbeitet. Organisiert hat der begeisterte Langstreckensportler seine Marathonläufe schon in einem Maisfeld, auf einer Motocross-Strecke oder dem Gelände der Zeche Zollverein. Auf den sogenannten „Fledermaustunnel“ bei Fehrenbracht ist er im vergangenen Jahr gestoßen. Damals hat er im Batman-Kostüm auch einen kurzen Trailer für seine inzwischen elfte Laufveranstaltung gedreht. Nach den Dreharbeiten flogen in der Abenddämmerung unzählige Fledermäuse aus dem Tunnel.

Fledermäuse hat Toni Hecker am Samstag zwar nicht gesehen. Trotzdem ist der Marathon- und Ultraläufer aus Rheine von der Strecke sichtlich beeindruckt. „Für so einen Blödsinn bin ich immer zu haben“, schmunzelt der 35-Jährige und ist schon kurz nach seinem Siegeslauf in 3:12:31 Stunden ansprechbar. Seine Bestzeit ist sechs Minuten schneller, aber das spielt an diesem Tag keine Rolle. „Durch den Tunnel geht es gefühlt immer bergauf, egal aus welcher Richtung man kommt“, berichtet der als „Flash – der rote Blitz“ verkleidete Sieger des 1. Fledermaustunnel-Marathons. Und trocken war es drinnen auch nicht. „Überall hat es von der Decke getropft“, so Hecker.

Auch bei dieser Veranstaltung von Frank Pachura steht die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund. „Man begegnet sich immer wieder auf der Strecke und klatscht sich ab“, unterstreicht Hecker das Besondere dieser Events. „Das ist ein Lauf von Freunden für Freunde“, pflichtet Hans Urbaniak seinem Laufkollegen bei: Der 54-jährige Dortmunder ist gerade seinen 165. Marathon gelaufen. „Das hat schon Kultstatus“, sagt Urbaniak über die Projekte von Frank Pachura.

Der Organisator ist am Samstag mit seinem Team aus Freunden und Familie schon seit 9 Uhr am Tunnel im Einsatz. Die Streckenlänge wurde ein paar Tage zuvor festgelegt. Die beiden Wendepunkte liegen genau 1320 Meter voneinander entfernt. Damit beträgt eine Runde 2 x 1320 m = 2640 m. Bei 16 Runden sind das 42.240 Meter, also ein Marathon mit minimaler Verlängerung.

Neben Sabine Kramer aus Fretter waren weitere heimische Läufer am Start, unter anderem Christoph Klein und Rolf Kaufmann vom TV Attendorn. Weil Duschen und sanitäre Anlagen vor Ort fehlten, mussten die zum Teil aus dem Ruhrgebiet und Münsterland angereisten Sportler – ein Teilnehmer kam sogar aus Bayern – das Duschen auf zu Hause verschieben. „Ich bin ja alleine im Auto“, machte das zumindest Sieger Toni Hecker nichts aus.

Weitere Infos zu den Laufveranstaltungen gibt es auch unter LIDOMA: Laufen-in-Dortmund.de

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