Umweltschutz

Doppelte Kontrolle im Ölkeller durch neue Verordnung

Öllieferanten dürfen nur betriebssichere Anlagen befüllen. Die vorherige Überprüfung ist Pflicht.

Öllieferanten dürfen nur betriebssichere Anlagen befüllen. Die vorherige Überprüfung ist Pflicht.

Foto: privat

Kreis Olpe.   In vielen Ölkellern ticken umweltgefährdende Zeitbomben. Die Verordnung AwSV zwingt Hausbesitzer und Heizungsfirmen zu mehr Kontrolle.

In vielen dunklen Heizölkellern ticken umweltgefährdende Zeitbomben. So mancher Hausbesitzer nimmt es mit der Pflege und Sanierung nicht so genau, obwohl er für den ordnungsgemäßen Zustand verantwortlich ist. Das soll sich ändern.

Nach der AwSV, der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdeten Stoffen“ müssen Heizungsfachunternehmen ihre Kunden auf etwaige Mängel hinweisen und Heizöllieferanten dürfen defekte Anlagen nicht mehr befüllen. Sind wesentliche Änderungen erforderlich, müssen diese jetzt beim Kreis angezeigt und anschließend durch einen Sachverständigen abgenommen werden, auf Kosten der Besitzer.

„Es gibt ganz wenige Tankanlagen, die den aktuellen Vorschriften entsprechen, die Leute gehen zu sorglos damit um“, sagt Thomas Enders, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klima im Kreis Olpe. Typische Mängel sind zum Beispiel doppelte Ölleitungen vom Tank zum Heizungskessel oder Mängel an der Auffangwanne. „Bei 50 Prozent der Anlagen ist der Putz abgeplatzt oder es sind Risse im Schutzanstrich“, so Enders. Bei älteren Kunststofftanks kann es sogar zu Beulen kommt, dann ist der Wechsel fällig.

Neu ist nach der AwSV: Die Betriebe müssen die Kunden auf die Mängel hinweisen. Enders: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und haben da keinen Handlungsspielraum.“

Auch Ölmann ist in der Pflicht

Und auch die Heizöllieferanten sind in der Pflicht. „Diese müssen sich vom ordnungsgemäßen Zustand überzeugen. Wenn eine Anlage nicht betriebssicher ist, dürfen sie kein Öl einfüllen“, so Guido Bruzeck, Technischer Berater beim Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW. So bewirkt die neue Verordnung eine doppelte Kontrolle der Anlagen.

Sind wesentliche Änderungen, zum Beispiel an der Ölleitung nötig, sind die Hausbesitzer verpflichtet, die Arbeiten bei der Umweltbehörde beim Kreis anzuzeigen. In der Regel übernimmt das der Fachbetrieb für den Kunden, was dem Kreis auch recht ist. „Wenn der Betrieb das für den Hausbesitzer übernimmt, wissen wir, was gemacht werden soll“, so Thomas Grebe vom Fachdienst Umwelt der Kreisverwaltung.

Umweltschäden vermeiden

Doch damit ist der „Sanierungsfall“ nicht abgeschlossen. Ein anerkannter Sachverständiger muss die Arbeiten anschließend abnehmen, die Kosten von 200 bis 300 Euro für die Abnahme zahlt der Anlagenbesitzer.

Besonders unter Beobachtung sind unterirdische Tanks, Öllager mit mehr als 10.000 Litern sowie Anlagen ab 1000 Liter Füllvermögen in Wasserschutzgebieten, wie im Repe- und Frettertal. Für diese gilt eine wiederkehrende Prüfpflicht. Über die Anlagen führt der Kreis ein Kataster und erinnert die Besitzer an die Überprüfung.

Für die Hausbesitzer in Wasserschutzgebieten kommt es noch dicker. Bis 2023 müssen Tankanlagen mit Ketten oder Stützen gegen Aufschwemmen oder Auftrieb gesichert werden.

Wenn ein Hausbesitzer die Verordnung oder die Prüfauflagen trotz Hinweisen des Heizungsbetriebs nicht ernst nimmt, kann der Kreis ein Zwangsgeld verhängen. „Wir gehen da verhältnismäßig vor“, so Thomas Grebe. Erst wenn sich ein Betreiber einer Ölanlage trotz Erinnerung weigert, werde man tätig.

In der Regel seien die Hausbesitzer einsichtig. In den letzten drei Jahren wurde nur dreimal ein Zwangsgeld im Kreis verhängt.“ Den Sinn des Ganzen erklärt Guido Bruzeck: „Viele Ölanlagen sind in einem desolaten Zustand und dem wird oft keine Beachtung geschenkt. Dadurch passieren viele Umweltschäden.“ Das wolle der Gesetzgeber verhindern. „Jetzt nimmt man den Betreiber in die Verantwortung.“

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