360.000 Euro Schaden

Döner-Spieße drehen sich jahrelang am Finanzamt vorbei

Mit Döner lässt sich gut Geld verdienen, das weiß auch die Steuerfahndung.

Mit Döner lässt sich gut Geld verdienen, das weiß auch die Steuerfahndung.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Hagen/Lennestadt.  Ein Ex-Imbiss-Betreiber aus Meggen muss sich seit Dienstag wegen Steuerhinterziehung im großen Stil vor dem Landgericht Hagen verantworten.

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Der Vorwurf ist kein Kavaliersdelikt. Ein Gastronom aus Lennestadt, der früher einen Döner-Imbiss in Meggen betrieb, soll zwischen 2010 und 2014 insgesamt 360.000 Euro an Steuern hinterzogen haben. Seit Dienstag steht der 47-Jährige vor dem Landgericht Hagen und muss sich für die Straftat verantworten.

Es ist bereits der zehnte „Döner-Prozess“ vor der Großen Wirtschaftskammer des Landgerichts. Dort wurden 2017 drei Verantwortliche eines Döner-Großhandels verurteilt, weil sie jede Menge Döner-Spieße „schwarz“, also ohne Rechnungen, an Döner-Restaurants verkauft hatten. Dort tauchten die Schwarzlieferungen natürlich auch nicht in den Büchern auf. Nach und nach werden von der Staatsanwaltschaft die damaligen Kunden des kriminellen Döner-Trios ins Visier genommen, jetzt also der Meggener Ex-Imbiss-Betreiber. Vor dem Gericht zeigte sich der Angeklagte kooperativ und habe geständige Angaben gemacht, so Bernhard Kuchler, Richter und Pressesprecher des Landgerichts.

20.000 Euro Anzahlung

Deshalb habe sich das Gericht mit dem Angeklagten zu einem sogenannten Rechtsgespräch zurückgezogen. Ergebnis: Sollte der Angeklagte ein Geständnis ablegen und bis zum Prozessende einen Teil der Schadensumme, 20.000 Euro, vorlegen, käme er möglicherweise mit einer Bewährungsstrafe von etwa zwei Jahren davon. Damit der Angeklagte die Summe auftreiben kann, wurde der letzte Prozesstag auf den 12. Dezember verschoben.

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