Senioren

Der Elspe-Express ist ein Renner

Ursula Peltner (Dritte von links) und Tanja Hilden (Zweite von rechts) vom Caritas-Zentrum mit den Fahrern des Elspe-Express.

Ursula Peltner (Dritte von links) und Tanja Hilden (Zweite von rechts) vom Caritas-Zentrum mit den Fahrern des Elspe-Express.

Foto: Nicole Voss / WP

Elspe .  Tandem-Dreirad des Elsper St. Franziskushauses ist mehr als ein Bewegungsangebot. Ehrenamtliche radeln mit Bewohnern an Orte ihrer Vergangenheit.

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Wer hätte das gedacht. Als das Elsper St. Franziskus-Seniorenhaus im letzten Jahr ein Tandem-Dreirad anschaffte, sollte damit das Bewegungsangebot bereichert werden. Aber mittlerweile hat sich der „Elspe Express“, wie das Tandem getauft wurde, zu einem Spaß- und Kommunikationsmobil gemausert, mit dem die Senioren oft in die eigene Vergangenheit zurück radeln. „Unsere Ausflüge mit dem Tandem sind oft Reisen in frühere Lebensabschnitte“, beschreibt Thomas Böhm, ehrenamtlicher Mitarbeiter im St. Franziskus Seniorenhaus in Elspe, die Erlebnisse der Bewohner und der ehrenamtlichen Fahrer mit dem „Elspe-Express“.

Viele Ziele

Die Touren führen zu Sportplätzen, Schützenhallen, ehemaligen Wohnhäusern der Heimbewohner und so manches Mal auch einfach nur zur Eisdiele. Auch die Pferdezucht in Obermelbecke war schon eines der Ziele. Besonders gerne radeln sie auch zum Schnellimbiss, um einfach mal eine Currywurst zu genießen.

Die Touren sind eben Reisen an vertraute Orte, bei denen Erinnerungen wieder wach werden. So manches Mal legt der Elspe-Express eine kurze Pause ein. Die Bewohner kommen dann mit Bekannten ins Gespräch.

„Selbst Menschen, die sich mit einem Rollator fortbewegen, trampeln gut mit und auch Rollstuhlfahrern werden Touren ermöglicht. Hilfreich ist der neue drehbare Sitz“, so Ulla Peltner, Tandem-Beauftragte, die selbst gerne am Lenker sitzt.

Vor etwa einem Jahr wurde das Tandem dank großzügiger Spenden angeschafft. Seitdem sorgte so manche Tour durch Elspe und Umgebung für Erinnerungen, Abwechslung und Spaß an der frischen Luft. Mittlerweile gibt es zehn Ehrenamtliche zwischen 25 und 66 Jahren, die regelmäßig mit einem Bewohner oder einer Bewohnerin auf dem Beifahrersitz auf Tour gehen und ebenso begeistert sind wie ihre Mitfahrer.

Seit Jahresanfang fanden bereits 36 Touren statt und es wurden bisher 450 Kilometer zurückgelegt. Als sich im Februar die ersten Sonnenstrahlen noch zaghaft bemerkbar machten, wurde der Elspe-Express bereits gesichtet. Dick eingepackt in Handschuhen, Stulpen und warmer Jacke wagten sich die ersten Senioren auf das Tandem.

Jeder so, wie er mag

Andere haben lieber gewartet, bis die Temperaturen zum Radfahren etwas angenehmer sind. Termine und Touren werden untereinander, mit den Bewohnern und mit dem sozialen Dienst abgesprochen. Auch mit Gästen der Kurzzeitpflege werden Touren mit dem „Elspe-Express“ auf Wunsch möglich gemacht.

Nach einer Einweisung dürfen sich auch Angehörige auf Tour begeben. „Als ich von dem Tandem gelesen habe, war mir klar: Das kann ich mir auch vorstellen. Ich habe jetzt viel freie Zeit, davon verschenke ich gerne ein wenig, bevor ich nur im Liegestuhl liege“, begründet Wolfgang Hesener seinen ehrenamtlichen Einsatz. „Abwechslung ist besonders nach der dunklen Jahreszeit wichtig. Ich kann mir aussuchen, wann ich fahre. Wir werden vom Haus gut unterstützt, da macht es Spaß“, sagt auch Axel Sobbeck.

Weitere positive Aspekte des Ehrenamts sehen die Mitarbeiter vor allem darin, dass sie aktiv sind, neue Erfahrungen sammeln können und natürlich, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie mit den Bewohnern pflegen.

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