Corona

Corona: Arztpraxen aus dem Kreis Olpe öffnen samstags

Dr. Jan Goebel (vorne) und sein Team von der Praxis am Imberg in Olpe beteiligen sich an der Samstagssprechstunde in Zeiten von Corona.

Dr. Jan Goebel (vorne) und sein Team von der Praxis am Imberg in Olpe beteiligen sich an der Samstagssprechstunde in Zeiten von Corona.

Foto: Praxis am Imberg

Kreis Olpe.  An diesem Wochenende führen Praxen aus dem Kreisgebiet eine zusätzliche Corona-Sprechstunde ein. Warum, das erklärt uns Martin Junker aus Olpe:

Die Angst, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, treibt viele Patienten zum Hausarzt. Im Kreis Olpe ist dieser „Trend“ allerdings schon vor der offiziellen Einstufung zum Risikogebiet Mitte der Woche erkennbar gewesen. Befeuert wird die Lage in den Praxen durch das Beherbergungsverbot, das in vielen Bundesländern gilt. Hierhin dürfen die Bürger aus dem Kreis Olpe derzeit nur mit einem negativen Test reisen, der zudem nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Ein Dilemma, berichtet Martin Junker, der seit mehr als 40 Jahren eine Hausarztpraxis in Olpe betreibt und zudem Bezirksstellenleiter für die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Südwestfalen ist: „Gerade jetzt in den Ferien erleben wir einen echten Ansturm. Die Patienten, die noch in den Urlaub möchten, wollen schnell getestet werden. Dabei arbeiten die Labore schon am Limit und es ist nicht klar, ob die Familie, die an die See möchte, innerhalb von 48 Stunden überhaupt ihr Ergebnis hat“, sagt Junker.

Drei Praxen heute geöffnet

Zur Entlastung haben sich einige Kollegen aus dem Kreis Olpe freiwillig bereit erklärt, bis Ende des Jahres eine zusätzliche Samstagssprechstunde anzubieten, um dem vermehrten Andrang von Patienten mit Erkältungssymptomen Herr zu werden. Den Start machen am heutigen Samstag, 17. Oktober, die Praxen von Stefan Spieren in Wenden, von Roger Dietz in Lennestadt und die Gemeinschaftspraxis „Am Imberg“ in Olpe. Allgemeinmediziner Sebastian Lepperhoff gehört letzterer an und erklärt: „Wir wollen uns in Zeiten dieser Pandemie engagieren und sehen es als sinnvoll und notwendig an, bei den Samstagssprechstunden zu helfen. Damit entlasten wir die Notdienstsysteme und unsere Krankenhäuser.“

Diese Notwendigkeit unterstreicht Lepperhoffs Kollege Dr. Jan Goebel: „Die Situation bei uns in der Praxis hat sich aufgrund der aktuellen Dynamik der Pandemie verschärft. Immer mehr Patienten mit Atemwegsinfekten kommen zu uns, die können wir allerdings von einer Covid-Infektion nicht sofort unterscheiden.“ Allein in dieser Woche habe die Olper Praxis mehr als 200 Abstriche gemacht, von denen die Hälfte auf Patienten gefallen seien, die in den Urlaub fahren wollten. „Der Punkt ist, dass wir daneben auch noch unserer ganz normalen hausärztlichen Versorgung nachkommen müssen“, betont Goebel, „deshalb stehen wir derzeit unter einem enormen Druck.“

Von 9 bis 13 Uhr

Die Sprechstunden gehen samstags von 9 bis 13 Uhr. Patienten sollten sich telefonisch auf jeden Fall anmelden, um einen Behandlungstermin auszumachen – vor allem, um Ansteckungen untereinander zu unterbinden. Ab dem 31. Oktober hat dann kreisweit „nur“ noch eine Arztpraxis am Samstag zusätzlich geöffnet. Allerdings weder in Olpe, Lennestadt noch Attendorn, weil dort die Notfallpraxen den Krankenhäuser angegliedert sind.

Wichtiger Hinweis von Martin Junker: Familien, die vor dem Herbsturlaub noch einen Reise-Corona-Test machen wollen, müssen diesen in den meisten Fällen aus der eigenen Taschen bezahlen. Es gibt laut Junker nämlich nur wenige Hausärzte im Kreis, die ein entsprechendes Abkommen mit dem Land und der KVWL abgeschlossen haben, so dass hier der Patient die sogenannte PCR-Impfung – das Standardnachweisverfahren für eine Coronaerkrankung – nicht selber bezahlen muss. Welche Ärzte dazu gehören, können Patienten im Netz unter www.coronatestpraxis.de herausfinden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben