Kultur

Buchmarkt: So geht es den Buchhandlungen im Kreis Olpe

Georg Spielmann ist der Inhaber der Dreimann-Buchhandlung in Olpe. Zwar hat sich die Zahl der Kunden über die Jahre reduziert, der Umsatz ist aber geblieben.

Georg Spielmann ist der Inhaber der Dreimann-Buchhandlung in Olpe. Zwar hat sich die Zahl der Kunden über die Jahre reduziert, der Umsatz ist aber geblieben.

Foto: Verena Hallermann / WP

Kreis Olpe.  Immer häufiger schließen Buchhandlungen in den Großstädten. Große Filialisten wie Thalia wachsen dagegen. Aber wie sieht es im Kreis Olpe aus?

Es ist ein Kulturgut, das seit Jahrhunderten Bestand hat. Die Rede ist vom Buch. Noch immer ziert es die Regale der Haushalte, wird oftmals der digitalen Version vorgezogen. Dennoch befindet sich der Buchmarkt in einem stetigen Wandel. Große Filialisten wie Thalia oder die Mayersche wachsen, während kleinere Buchhändler schließen müssen. Doch wie sieht es im Kreis Olpe aus? Unsere Zeitung hat bei einigen Buchhandlungen nachgefragt.

Die Dreimann Buchhandlung in Olpe gibt es schon seit zwölf Jahren. Georg Spielmann ist der Geschäftsführer, ist seit vielen Jahren schon im Buchgeschäft, hat auch die Hochzeiten rund um den Harry-Potter-Hype miterlebt. Natürlich hat sich seitdem viel verändert, erzählt der 52-Jährige. Weniger Menschen greifen zum Buch, neue Medien liegen im Trend, die Einkaufsgewohnheiten haben eine starke Tendenz zum Internet. „Man darf nicht vergessen, dass die lokalen Buchhandlungen auch einen Online-Shop anbieten“, betont Spielmann. „Das ist weder teurer noch günstiger.“

Umsatz bleibt stabil

Trotz der Internetkonkurrenz: Die Dreimann Buchhandlung, zu der seit acht Jahren auch die Bücherstube Hachmann gehört, generiert ihren Umsatz zum größten Teil aus dem Bücherverkauf. Denn anders als beispielsweise die Mayersche, die viele „non-book-Artikel“ (Kalender, Filme, Spielwaren) im Sortiment haben, liegt der Fokus bei Spielmann und seinem Team ganz bewusst weiterhin auf den Büchern.

Zwar ist die Zahl der Kunden zurückgegangen, der Umsatz ist aber stabil geblieben. „Die Leser, die zu uns kommen, kaufen mehr als früher“, sagt Spielmann. „Das heißt, pro Kopf haben die Käufe zugenommen. Außerdem gab es erstmalig seitens der Verlage eine Preiserhöhung.“ Insgesamt blickt der Inhaber optimistisch in die Zukunft. Er spricht von einer treuen Stammkundschaft aber auch vielen Neukunden. Zudem habe sich die Buchhandlung aufgrund diverser Veranstaltungen einen guten Namen gemacht, ist Teil der Kultur der Stadt Olpe.

Sortiment angepasst

Doch wie sieht es in anderen Buchhandlungen aus? „Wir müssen unseren Kunden einen Anlass geben, zu uns zu kommen“, sagt Michael Frey, Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung am Schüldernhof in Attendorn. Mit dem klassischen Buchangebot an guten Krimis, Thrillern und Co. sei das heute kaum noch zu machen. Dafür habe sich das Kundenverhalten in den vergangenen Jahren zu sehr verändert. Es gebe immer weniger Menschen, die ein Buch in die Hand nehmen würden und dafür immer mehr Menschen, die lieber auf das Smartphone oder das E-Book setzen. „Deswegen haben wir unser Sortiment angepasst“, betont der Inhaber.

Wer heute seine Buchhandlung betritt, der findet unter anderem einen DHL-Service, ein Eventim-Ticketshop oder auch buchaffine Produkte wie die Leselampe vor. Ein weiteres, zusätzliches Angebot ist seit vielen Jahren der „Buchgenuss nach Ladenschluss“. Dabei bekommen kleinere Gruppen nach Anmeldung die Gelegenheit, am Abend nach Ladenschluss in der Buchhandlung zusammen zu sitzen und sich mal etwas Zeit für ein Buch zu nehmen. Michael Frey weiß, dass es schwer wird, mit dem reinen Verkauf an Büchern langfristig zu überleben.

Für Marietta Hamm, Inhaberin der Bücherei Hamm in Altenhundem, ist eine exklusive Beratung der Schlüssel zum Erfolg bzw. zum Überleben angesichts der virtuellen Konkurrenz. „Wir versuchen uns am Buchmarkt stets zu informieren. Wir lesen selber alle viel und können unsere Kunden dann auch kompetent beraten.“ Wichtig sei auch, dass das Team der Bücherei, die es bereits seit 1947 gibt, die Präferenzen zumindest ihrer Stammkunden kenne. „Das macht uns aus und ist unser Plus.“ Denn eine individuelle Beratung könne das Internet nicht bieten.

Bekanntheitsgrad hoch halten

Und einen guten Service für die Schulen in Lennestadt auch nicht. Seit Jahrzehnten ist „Hamm“, wo zwei Vollzeitbeschäftigte und einige Aushilfskräfte beschäftigt sind, verlässlicher Partner vieler Schulen in Lennestadt. „Wir liefern klassenweise und vorsortiert“, so Marietta Hamm. Lesungen und Autorenveranstaltungen, zum Beispiel am 22. November im „Needles“ mit Sauerland-Krimi-Autorin Kathrin Heinrichs anlässlich ihres 10. Vincent-Krimis, sind Zugabe, um den Bekanntheitsgrad der Buchhandlung hoch zu halten.

„Ich kann nicht klagen, weil ich viele treue Kunden habe. Das Geschäft mit dem Buch funktioniert bei mir noch“, sagt Elisabeth Nierhoff, seit fast 23 Jahren Inhaberin der „Buchhandlung am Markt“ in Drolshagen. Laufkundschaft gibt es in der Rosestadt so gut wie nicht. „Man muss extrem kundenfreundlich sein, sehr flexibel und schnell. Es geht darum, immer die neuesten Titel zu haben“, betont Elisabeth Nierhoff.

E-Books seien bei ihr ein Zusatzgeschäft, aber wichtigstes Standbein sei nach wie vor das Buch. Gebundene Bücher seien etwas rückläufig, der Trend gehe zum Taschenbuch, so Elisabeth Nierhoff: „Viele Kunden sagen, dass ein Buch etwas Schönes für sie ist und einen gewissen Wert hat. Überwiegend sind es Frauen, die lesen. Und die sagen häufig: Die kalte Art von E-Books gefällt mir nicht.“

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