Eckenbachtal

BI kündigt Klage gegen den Kreis Olpe an

Die Dunkers Quellschnecke ist am häufigsten in Südwestfalen zu sehen. Die Schnecke ist ca 2 Millimeter gross. .

Foto: Nitsche

Die Dunkers Quellschnecke ist am häufigsten in Südwestfalen zu sehen. Die Schnecke ist ca 2 Millimeter gross. . Foto: Nitsche

Attendorn.   „Planungen für das Industriegebiet Eckenbach / Fernholte führen in eine Sackgasse“. Stadt Attendorn zuversichtlich: Alle Vorgaben sind erfüllt

Der Ton im Streit um das geplante Industriegebiet Eckenbach / Fernholte wird ruppiger. Schon am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt setzte der Ausschussvorsitzende Rolf Schöpf (CDU) neue Maßstäbe, als er die Mitglieder der Bürgerinitiative als Verhinderer bezeichnete, denen man den Garaus machen müsse.

Dass sich die Gemüter wieder beruhigen, ist eher unwahrscheinlich, denn Wendelin Heinemann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins BI Eckenbachtal, kündigte an, dass die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) gegen den Planfeststellungsbeschluss klagen werde, sobald dieser durch den Kreis Olpe gefasst worden ist: „Der Kreis Olpe sollte sich das gut überlegen, er ist ja schon mal gescheitert“, so Heinemann.

Weg in die Sackgasse

Die Argumente seien ausgetauscht worden, aber diese Planungen führten wieder in eine Sackgasse. Eine vernünftige Planung hätte den Anspruch erheben müssen, die Natur ernst zu nehmen, „aber das tut sie nicht, im Gegenteil, diese Planung veralbert die Natur.“

Die Natur ernst nehmen könne man am besten, wenn man sie in Ruhe lasse. Die Gewässerverlegung bedeute eine Verschiebung von natürlich nach künstlich, und das sei schief gegangen: „Die in den Planungen der Stadt angeführten Wassermengen für das künstliche Gewässer stehen gar nicht zu Verfügung. Die Stadt plant kein neues Gewässer, die Stadt plant einen Wadi.“

Schutzstatus beachtet

Heinemanns Vorwürfen begegnet Attendorns Beigeordneter Carsten Graumann mit Gelassenheit: „Flora, Fauna, die hydrogeologischen Gegebenheiten und die Wassermengen sind im gesamten Einzugsgebiet sehr, sehr genau untersucht worden.“ Die neuen Kartierungsanleitungen des LANUV seien ebenso berücksichtigt worden, wie der de facto Schutzstatus für das gesamte Gewässer: „Die unter Schutz stehenden Quellbereiche und die Quellarme dürfen wir nicht anfassen. Die anderen Bereiche stehen zwar ebenfalls unter Naturschutz, sind aber ausgleichbar, und alle Fachleute sind übereinstimmend der Auffassung, dass sich dadurch mittel- und langfristig für das Gewässer eine Verbesserung ergibt.“

Die Vorwürfe der BI kommentierte Graumann mit dem Hinweis, dass es ihr darum gehe, das Industriegebiet zu verhindern: „Das steht bei denen ja sogar in der Satzung.“

Es geht nur um Verhinderung

Zweifel daran, dass es den Mitgliedern tatsächlich um den Naturschutz gehe, hatte am Montag auch der UWG-Abgeordnete Meinolf Schmidt geäußert, der die Abwesenheit der Vereinsmitglieder in der öffentlichen Sitzung als Desinteresse interpretierte: „Hier geht es nicht um Naturschutz, hier geht es um Verhinderung.“

Eine Stimme im Rat hat die BI allerdings: Alberto Zulkowski streitet für die sogenannt 0-Variante, die den Widerstand der BI nach seiner Überzeugung zwar nicht brechen, aber ihre Erfolgsaussichten deutlich kleiner machen würde: „Wenn die BI vor Gericht siegt, ist das nicht Schuld der Kläger, sondern Schuld der Verwaltung, die fehlerhaft gearbeitet hat.“

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