Umweltschutz

Bauhof beseitigt Unkraut nur mit heißem Wasser

Thomas Schulte, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs,  im Unkrautbeseitigungseinsatz in Altenhundem. Bei fast 100 Grad heißem Wasser haben die Pflanzen keine Chance. 

Thomas Schulte, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, im Unkrautbeseitigungseinsatz in Altenhundem. Bei fast 100 Grad heißem Wasser haben die Pflanzen keine Chance. 

Foto: Volker Eberts / WP

Lennestadt.  Mit fast 100 Grad heißem Wasser besprüht der Bauhof das Unkraut auf öffentlichen Plätzen. Das Verfahren ohne Chemie hat sich bewährt.

Thomas Schulte ist auch nach eineinhalb Jahren noch begeistert von seinem modernen Arbeitsgerät. „Die Technik hat sich absolut bewährt“, sagt der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Die Rede ist vom umweltfreundlichen Unkrautvernichter auf Heißwasserbasis, den der Bauhof der Stadt Lennestadt seit nunmehr 18 Monaten einsetzt, um dem wuchernden Unkraut auf öffentlichen Plätzen Herr zu werden.

Denn seitdem der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, wie zum Beispiel das umstrittene Glyphosat, gegen den Unkrautbefall verboten ist, musste das Unkraut mechanisch entfernt werden. Dass dies ein nicht nur personell großer Aufwand ist, liegt auf der Hand.

Ohne Chemie

Deshalb machte sich die Stadt auf die Suche nach einer Alternative und wurde mit dem Heißwassersystem von Dibo und Heatweed fündig.

Die Heatweed Technologies GmbH ist ein Spezialist für die chemiefreie Wildkrautbekämpfung. Für kommunale und gewerbliche als auch private Flächen unterschiedlichster Größe und Beschaffenheit gibt es verschiedene Geräte.

Mit einer breiten Lanze mit mehreren Düsen werden die Unkrautpflanzen mit heißem Wasser benetzt. Kernstück aller Maschinen ist die aktive Temperaturregelung, mit der eine präzise Wassertemperatur an der Pflanze von 98 bis 99,6 °C gewährleistet wird. Erhitzt wird das Wasser durch einen mit Biodiesel befeuerten Brenner.

Höchster Wirkungsgrad

Da Wasser bei dieser Temperatur den höchsten Wirkungsgrad an den Wildkrautwurzeln aufweist, sind damit gleichmäßig Resultate bei der Wildkrautentfernung gesichert.

Thomas Schulte zeigt eine Bank neben dem Rathaus, die er vor 24 Stunden bearbeitet hat. Die Unkrautpflanzen unter der Bank haben bereits eine braune Farbe angenommen, ein Indiz dafür, dass die Heißwasserbehandlung Erfolg hatte.

Hochdruckreiniger inklusive

Neben der Ausrüstung zum Besprühen der Pflanzen verfügt das System auch noch über einen 300 bar starken Hochdruckreiniger, mit dem sich Mauern, Palisaden, Geländer, Brücken reinigen lassen.

Untergebracht ist die gesamte Technik in einem mobilen Pkw-Anhänger. Mobil ist wichtig, denn die Wirkung der Heißwasser-Unkrautbehandlung hält nicht von Dauer an. „Man muss schon dahinter sein und die Behandlung nach einigen Wochen wiederholen“, erklärt Michael Bette, Leiter des städtischen Bauhofs.

Pflanzen werden geschwächt

Doch selbst wenn die Wurzeln nicht sofort komplett vernichtet werden, wird das Unkraut mit jeder Heißwasseranwendung weiter geschwächt und wächst nicht mehr so schnell nach, so dass die Anwendungshäufigkeit bereits im zweiten Jahr deutlich abnimmt.

So ist Thomas Schulte in den Sommermonaten fast täglich in allen Ecken der Stadt unterwegs, besonders an öffentlichen Plätzen, wo sich viele Menschen aufhalten, um nachzuarbeiten und neuem Unkraut im wahrsten Sinne des Wortes „Dampf“ zu machen.

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