30 Jahre Mauerfall

Attendorner Schüler: Auf den Spuren von Stasi und Mauerfall

Jonas Selter (links) und Konstantin Fiebig haben sich in Berlin mal etwas näher mit dem Stasi-Regime auseinandergesetzt.

Jonas Selter (links) und Konstantin Fiebig haben sich in Berlin mal etwas näher mit dem Stasi-Regime auseinandergesetzt.

Foto: Flemming Krause

Attendorn.  Die Attendorner Schüler des St. Ursula-Gymnasiums Attendorn, Jonas Selter und Konstantin Fiebig, sind gefesselt von deutscher Geschichte.

Es war ein magischer Moment. Und ohne Übertreibung ein Ereignis der Weltgeschichte. Heute vor 30 Jahren öffnete sich die Berliner Mauer. Und endlich konnten sich Ost- und Westberliner in den Armen liegen. Jonas Selter und Konstantin Fiebig, beide mal eben 17 Jahre jung und Schüler des St. Ursula-Gymnasiums in Attendorn, haben den Mauerfall logischerweise nicht miterlebt.

Das besondere Ereignis fesselt die beiden Jungs aus der Hansestadt trotzdem. So sehr, dass sie sich Anfang Oktober mit der Campus Akademie des Erzbistums Paderborn zu einer viertägigen Bildungsreise nach Berlin aufmachten. Das Motto: Auf den Spuren der Stasi. Eine deutsch-deutsche Geschichte an historischen Orten.

Es waren beeindruckende Erfahrungen, mit denen die beiden Hansestädter kurze Zeit später in ihre sauerländische Heimat zurückkehrten.

„Diese Schreckensherrschaft der Stasi mit ständiger Überwachung ist mir in Berlin nochmal klar vor Augen geführt worden“, berichtet Jonas Selter beispielsweise über den Besuch der Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“, wo eines der bekanntesten deutschen Stasi-Gefängnisse stand. Dort erlebten die Jugendlichen die Führung eines ehemaligen Insassen. „Er hat uns erzählt, was er alles über sich ergehen lassen musste und wie schrecklich es in dem Gefängnis war“, berichtet Konstantin Fiebig über den Mann, der versucht hatte, in den Westen zu fliehen.

Verwandtschaft in Ostberlin

Dieser Besuch war aber nur einer von vielen Highlights. Selter, Fiebig und Co. besuchten etwa das Stasi-Archiv mit den Originaldokumenten und bekamen einen für sie einmaligen Einblick. „Allein die pure Menge der vorhandenen Stasiakten war einfach nur beeindruckend“, berichtet Jonas Selter. Auf dem Programm standen aber auch ein Besuch der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor, ein Besuch des Reichstagsgebäudes und eine kurze Stippvisite im Spionagemuseum.

Vor dem Besuch in Berlin hatten die beiden Jungs vor allem durch den Schulunterricht, aber auch durch Unterhaltungen mit Eltern und Großeltern über die Zeit des Mauerfalls das eine oder andere erfahren. Konstantin Fiebig hat sogar Verwandtschaft in Berlin, die früher in Ostberlin lebte. „Ich weiß noch, dass sie an einem See gelebt haben. Wären sie zur anderen Uferseite geschwommen, dann wären sie in Westberlin gelandet“, erzählt Fiebig.

Und Jonas Selter ergänzt: „Ich weiß, dass mein Opa früher beruflich in Ostberlin gewesen ist. Das muss ziemlich spannend gewesen sein mit dem Transitverkehr.“

Und sein Vater sei als Jugendlicher ebenfalls in Berlin gewesen. So wie er jetzt. Knapp 30 Jahre vor dem Mauerfall, der sich am heutigen Samstag jährt.

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