Bundestagswahl

Johannes Vogel (FDP) kämpft für den Ausbau der Infrastruktur

Johannes Vogel (3. von rechts) im Kreis Olpe mit (von links) Hermann Siebdraht, Werner Neitzel, Claudia Berling, Nicole Kristes und Christof Rasche.

Foto: privat

Johannes Vogel (3. von rechts) im Kreis Olpe mit (von links) Hermann Siebdraht, Werner Neitzel, Claudia Berling, Nicole Kristes und Christof Rasche. Foto: privat

Kreis Olpe.   Im Bundestag hat er gesessen. 2017 zieht es ihn dorthin zurück. Johannes Vogel (FDP) hat klare Vorstellungen, welche Koalition nicht in Frage kommt.

Johannes Vogel ist Generalsekretär der FDP in NRW, gehört dem Bundesvorstand an, ist Kreisvorsitzender in Olpe und Bundestagskandidat im heimischen Wahlkreis.

Was sind für Sie die beiden wichtigsten Ziele in der nächsten Legislaturperiode?

Johannes Vogel: Ich will an zwei wichtigen Zukunftsthemen arbeiten: Zum einen an der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik, zum anderen an der Digitalisierung. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass Politiker entscheiden, wann die Menschen in Rente zu gehen haben – die Lebensläufe heutzutage sind so unterschiedlich, dass ein starres Renteneintrittsalter nicht mehr passt. Jeder sollte selbst entscheiden können, wann er in Rente geht. Zudem muss die Arbeitsmarktpolitik zur modernen Arbeitswelt passen. Home-Office oder das mobile Arbeiten erlauben viel mehr Freiheiten, wann man wie und wo arbeitet und zu individuell sehr unterschiedlichen Lebensläufen. Diese Chancen müssen wir nutzen. Damit alle von der Digitalisierung profitieren können, brauchen wir zudem einen flächendeckenden Glasfaserausbau in jedem Tal, digitale Bürgerämter und mehr Möglichkeiten für Start-Ups.

Berlin ist weit weg. Was wollen Sie dort für den Wahlkreis bewegen?

Das Sauerland ist eine ländliche Region, aber in Wahrheit sind die Unternehmer und Mitarbeiter hier am Puls der Globalisierung. Ich will dafür arbeiten, dass das im Zeitalter der Digitalisierung so bleibt. Hierfür brauchen wir schnelles Internet, gute Rahmenbedingungen und wir müssen dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken – etwa durch Bildung. Im Zuge dessen möchte ich dafür sorgen, dass der Bund endlich an der Finanzierung der Schulen mitwirken darf, um in unserer Region moderne, digitale und bestens ausgestattete Schulen zu ermöglichen. Zudem setze ich mich für den Ausbau der Infrastruktur in Südwestfalen ein, denn gute Schienenwege und Autobahnen sind für unsere Region besonders wichtig.

Wird der Streit um die Flüchtlinge auch nach den Wahlen weitergehen bzw. wieder Fahrt aufnehmen?

Es wird vermutlich so lange Thema bleiben, bis wir einen vernünftigen Rechtsrahmen hergestellt haben. Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz mit Punktesystem nach kanadischem Vorbild. Als Grundsatz muss gelten: Aus dem humanitären Schutz auf Zeit kann nicht automatisch ein dauerhafter Aufenthaltsstatus werden. Die Menschen müssen in ihre Heimat zurückkehren, sobald es die Lage zulässt. Gleichzeitig sollten wir den Menschen, die sich inzwischen integriert haben, die Möglichkeit bieten, durch einen „Spurwechsel“ in Deutschland bleiben zu können – wenn sie den klar definierten Anforderungen des neuen Einwanderungsgesetzes entsprechen, denn Flucht und dauerhafte Einwanderung sind klar zu trennen. Mit Blick auf unsere demographische Entwicklung und den Fachkräftemangel müssen wir dringend um die besten Talente weltweit werben.

Welche Koalition wäre Ihnen am liebsten, welche können Sie sich gar nicht vorstellen?

Eine Koalition mit den Linken oder der AfD kommt für uns Freie Demokraten nicht in Frage. Gegenüber den demokratischen Parteien sind wir gesprächsbereit. Klar ist aber: Nur wenn eine liberale Handschrift in einem möglichen Koalitionsvertrag erkennbar ist und sich eine echte Modernisierungspartnerschaft vereinbaren lässt, würden wir in eine Regierung eintreten.

Muss es ein konkretes Datum für das Ende der Verbrennungsmotoren geben?

Nein, ein politisch festgelegtes Enddatum für Verbrennungsmotoren ist nicht wünschenswert. Wir brauchen klare politische Ziele mit Blick auf Klima, weniger Ressourcenverbrauch und saubere Luft. Aber für den Weg dahin muss Technologieoffenheit gelten! Wer kann denn heute sicher sagen, was der beste Weg sein wird – Elektromobilität, effizientere Verbrennungsmotoren, Hybridmotoren oder synthetische Kraftstoffe oder doch noch die Brennstoffzelle?

Was schätzen Sie: Wieviel Prozent der Wählerstimmen erhält Ihre Partei am 24. September?

Es kommt weniger auf eine bestimmte Prozentzahl an, sondern darauf, wer drittstärkste Kraft im nächsten Bundestag wird. Das Rennen um Platz eins ist entschieden, das spannende ist jetzt das Rennen um Platz drei. Ich will dafür kämpfen, dass wir Freien Demokraten dieses gewinnen. Entweder als starkes inhaltliches Mandat für Koalitionsgespräche, oder um eine wirksame Opposition gegen eine erneute Große Koalition anzuführen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik