Blaulicht

Fünf Promille: Mann aus Olpe landet in Ausnüchterungszelle

Ein 44-Jähriger hat sich in einen gefährlichen Rausch getrunken.

Ein 44-Jähriger hat sich in einen gefährlichen Rausch getrunken.

Foto: Jens Büttner / dpa

Olpe.  Ein 44-Jähriger wurde mit fünf Promille in Olpe angetroffen. Die Nacht verbrachte der Mann auf der Polizeiwache. Wie konnte er das überleben?

Ein 44-jähriger Mann hat bei einem gefährlichen Alkoholexzess sein Leben riskiert. Zeugen hatten den Mann am Dienstagabend hilflos auf der Bruchstraße vor dem Olper Amtsgericht gesehen, teilte die Kreispolizeibehörde am Mittwoch mit. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von mehr als fünf Promille.

Passanten fanden den Mann gegen 19.10 Uhr. Er sei offensichtlich nicht mehr in der Lage gewesen, „selbstständig und ohne Eigengefährdung“ nach Hause zu gehen, sagt Michael Klein, Polizeisprecher im Kreis Olpe. Die Beamten nahmen ihn zu seinem eigenen Schutz mit. Nach erfolgter Ausnüchterung wurde er am Mittwochmorgen wieder entlassen.

Mann ist polizeibekannt

„Fünf Promille sind sehr außergewöhnlich. Mit einem normalen Trinkverhalten ist solch ein Wert nicht zu erreichen“, sagt Michael Klein. Der sturzbetrunkene Mann sei der Polizei bekannt, bestätigte der Polizeisprecher unserer Redaktion.

Der erschreckend hohe Blutalkoholwert des 44-Jährigen wirft die Frage auf: Wie kann ein Mensch solch einen Rausch überhaupt überleben? Der Olper Allgemeinmediziner Dr. Gerd Reichenbach erklärt: „Das ist ein lebensbedrohlich hoher Wert. Die größte Gefahr ist dann, dass die Menschen bewusstlos werden, erbrechen und ohne es zu merken an ihrem Erbrochenen ersticken. Und wenn sie es merken, kommt es oft zu schlimmen Lungenentzündungen, die wiederum zum Tode führen können“, so der Arzt.

Die Folgen des Rauschs

Auch wenn der betrunkene 44-Jährige die Polizeiwache eigenständig wieder verlassen konnte, habe sein Rausch verheerende Folgen, meint Dr. Reichenbach: „So eine schwerwiegende Vergiftung wirkt sich auf Leber und Gehirn schlimm aus.“

Mit welchem Blutalkoholgehalt der Mann die Ausnüchterungszelle am Mittwochmorgen verließ, ist nicht bekannt. „Manche Menschen bauen Alkohol schneller ab, andere langsamer. Das ist von der individuellen Leitungsfähigkeit der Leber abhängig“, erklärt Dr. Reichenbach.

Was bei wie viel Promille passiert

Die Suchtmediziner der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben eine Liste zusammengestellt, was bei wie viel Promille im Körper passiert.

Ab 0,3 Promille:

Die Sehleistung verschlechtert sich leicht, Konzentration, Reaktionsvermögen und Urteilsfähigkeit sind vermindert. Im Gegenzug steigt die Risikobereitschaft.

Ab 0,8 Promille:

Wir können uns kaum noch konzentrieren, die Sehleistung kann auf bis zu nur noch 25 Prozent sinken. Es kommt zum sogenannten „Tunnelblick“. Die Reaktionszeit vermindert sich um 30 bis 50 Prozet. Gleichgewichtsstörungen können auftreten. Die Hemmschwelle sinkt stark. Menschen neigen mit diesem Wert zur Selbstüberschätzung.

1,0 bis 2,0 Promille:

Neben Gleichgewichtsstörungen treten Verwirrtheit und Sprechstörungen auf. Unsere Orientierung ist stark eingeschränkt. Es kommt zu gesteigerter Enthemmung und dem Verlust der Kritikfähigkeit. Die Aggressionsbereitschaft verstärkt sich.

2,0 bis 3 Promille:

Starke Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen treten auf. Es kommt zu Verwirrtheit und Erbrechen. Das Reaktionsvermögen ist stark herabgesetzt. Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen treten auf.

Ab 3 Promille:

Der Körper kühlt aus. Es ist nur noch schwache Atmung vorhanden. Reflexlosigkeit und Gedächtnisverlust treten auf. Es kann zu Bewusstlosigkeit kommen.

Ab 4 Promille:

Es besteht akute Lebensgefahr. Lähmungen treten auf, ebenso wie unkontrollierte Ausscheidungen. Der Betrunkene kann ins Koma fallen. Es kann zum Atemstillstand und letztendlich zum Tod kommen

Bei Alkoholikern können noch weit höhere Werte gemessen werden. Den Negativrekord soll im Jahr 2004 ein 45 Jahre alter Pole aufgestellt haben. Bei dem Mann soll laut einer polnischen Nachrichtenagentur ein Wert von 12,3 Promille gemessen worden sein. Der 45-Jährige überlebte.

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