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Schulfrei bis Montag: Realschule Kalkar stand unter Wasser

Realschule Kalkar Wasserschaden durch Starkregen und verstopfte Regenrinne

Realschule Kalkar Wasserschaden durch Starkregen und verstopfte Regenrinne

Foto: Stadt Kalkar

Kalkar.  Verstopfte Regenrinne an Realschule war dem Starkregen nicht gewachsen. Wasser floss in Zwischendecken. Realschüler gehen ins Gymnasium Kalkar.

Am Donnerstag und auch am Freitag haben die Realschüler in Kalkar noch schulfrei. Schuld ist der lokale Starkregen vom Mittwoch. Der belastete eine offenbar verstopfte Regenrinne an der Vorderseite des Schulgebäudes Am Bollwerk so sehr, dass Wasser vom Flachdach zurück staute, in die Zwischendecken floss und zum Teil Deckenpaneele herunter holte. Mitten im Unterricht regnete es in die Klassen hinein und kamen ein paar Paneele herunter.

Computerraum, Biologie- und Chemieraum betroffen

Besonders betroffen sind die Fachräume im ersten Obergeschoss: der Computerraum, Biologie- und Chemieraum. Ob auch die Server oder die technische Geräte in den Naturwissenschaftsräumen beschädigt wurden, konnte Stefan Jaspers von der Stadtverwaltung Kalkar noch nicht sagen. Der Kämmerer als Leiter des gerade neu geschaffenen Fachbereichs „Gebäude und Finanzmanagement“ wird von dem Thema kalt erwischt. Schäden an den Geräten „waren zumindest auf Anhieb nicht erkennbar“, sagt er. Das konnten auch nicht sofort überprüft werden, denn „wir haben natürlich vorsichtshalber gleich den Strom abgestellt, damit die Kinder nicht gefährdet sind“, sagt Andreas Stechling, Fachbereich Schulen / Bürgerdienste.

„Die Auswirkungen sind nicht so stark, wie in den sozialen Medien propagiert wird. Es ist kein Dach eingestürzt“, betont Jaspers.

Jede Menge Wasser eingedrungen

„Es ist aber wohl jede Menge Wasser eingedrungen und hat die Paneele durchfeuchtet und sich in den Räumen verteilt“, eben hauptsächlich in der ersten Etage. Ebenso gab es in den vorderen drei Klassen im Erdgeschoss kleinere Überschwemmungen. Feuerwehrleute trugen auch einige Paneele ab, um zu sehen, woher und wohin das Wasser fließt, beschreibt Stechling.

Filmsequenz auf Youtube

Die sozialen Medien berichteten natürlich – gefüttert von Schülern aus erster Hand – von dem Wetterereignis. Auf Youtube lief eine kleine Filmsequenz, die Feuerwehrfahrzeuge, Polizei, johlende Kinder vor herabstürzendem Regen zeigt. Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Helmut Hessel hatten Lehrer ruhig und besonnen reagiert und mit den Wehrleuten die Schüler nach draußen geführt.

Weil Unterricht so nicht möglich ist, beschlossen Schulleitung und Stadtverwaltung: „schulfrei bis Montag“. Jaspers geht davon aus, dass dann „der Unterricht ordnungsgemäß laufen kann“.

Dank an das Kollegium vom Gymnasium

Dankbar lobt Andreas Stechling das Kollegium des Gymnasiums: Es lässt seine Schüler zusammen rücken und stellt Räume zur Verfügung, die tatsächlich gerade deshalb nicht gebracht werden, weil die Abiturienten schon aus dem Haus sind. Auch die Toiletten des Gymnasiums werden Realschüler mit benutzen. Günstig aus Sicht der Realschule ist obendrein, dass nächste Woche die 10er dort auf Klassenfahrten unterwegs sind.

Wie berichtet, läuft zurzeit der Umbau im Schulzentrum, damit das Gymnasium im sogenannten Ringtausch in die frühere Hauptschule umziehen kann und die Grundschule von gegenüber dann ins Gymnasium.

Zunächst trocknen Lüfter die Böden und Decken

Die Realschule war eigentlich mit ihrem Bereich - den Klassen und der Küche im vorderen Gymnasialtrakt – schon fertig gewesen. Nun zieht sich die Renovierung wohl auch dort bis zu den Sommerferien. Zunächst trocknen Lüfter die Böden und Decken. Aktuell müssen Handwerker jetzt überprüfen, wie viel Regen in Zwischendecken und vielleicht in den Estrich eingedrungen ist und wie umfangreich eine Sanierung nötig wird.

Ob die Versicherung alle Schäden übernimmt?

Ob die Versicherung alle Schäden übernimmt, kann Stefan Jaspers noch nicht sagen. Er geht aber davon aus. Es sei jedenfalls regelmäßig kontrolliert worden, „turnusmäßig von Dachdeckern auch die Regenrinne“, meint er. Allerdings war das Regenrohr halt verstopft durch Laub und „die ein oder andere Flasche“, weiß Jaspers. „Auch sind die Rohre nicht so dick, dass sie für Starkregen dimensioniert wären,“ ergänzt Stechling. So haben die Rohre keine Wasserspeier als Überlauf. Andreas Stechling: „Die Witterung aber wird immer extremer“.

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