Bea Brocks

Schauspielerin aus Uedem spielt Hauptrolle im ZDF-Herzkino

Bea Brocks, Schauspielerin aus Kleve, spielt im TV-Film "Ein Sommer an der Algarve" die Ärztin Dr. Julika Bergmann, hier mit Giovanni Funiati (als Surflehrer Miguel Silva).

Bea Brocks, Schauspielerin aus Kleve, spielt im TV-Film "Ein Sommer an der Algarve" die Ärztin Dr. Julika Bergmann, hier mit Giovanni Funiati (als Surflehrer Miguel Silva).

Foto: Pierre Guibert / ZDF

Uedem/Kleve.  Bea Brocks wuchs in Uedem auf. Die Schauspielerin ist am Sonntag in der Hauptrolle des ZDF-Films „Ein Sommer an der Algarve“ zu sehen.

Schauspielerin oder Metzgerin. Bea Brocks, in Kleve geboren und in Uedem aufgewachsen, hatte schon im frühen Grundschulalter ihre beruflichen Perspektiven sehr genau abgesteckt. „Meine Kindergeburtstage liefen so ab, dass wir Filme gedreht haben“, erzählt die Schauspielerin im Gespräch mit der NRZ.

Schauspielerei, das war’s. Ihre Familie hatte mit der Schauspielerei gar nichts am Hut. Die Brocks waren eine Metzgerfamilie, Bea wuchs über der Metzgerei in Uedem auf. Unten, im Laden, stand die Oma hinter der Theke. „Sie hat mit den Kunden gespielt“, sagt Bea Brocks. „Die wollten eigentlich nur ein bisschen Wurst kaufen, verließen den Laden aber mit viel mehr Sachen und hatten dabei auch noch ein Lächeln im Gesicht. So wie meine Oma wollte ich sein.“

Studium in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater

Zwar spielte sie in der Theater-AG, aber ansonsten gab es nicht viel Förderung. Nach dem Abitur überlegte sie daher, Psychologie zu studieren. „Ein guter Freund sagte mir, dass ich doch immer Schauspielerin werden wollte – also versuchte ich es.“ Nur hatte sie, wie sie sagt, überhaupt keine Ahnung vom Ausbildungssystem der Schauspielerei. Es gibt private Schauspielschulen, die Geld kosten, und öffentliche. Sie bewarb sich zunächst in Berlin bei einer privaten, wo sie dann merkte, wie das System läuft. Also bewarb sie sich in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater – und wurde genommen. „Das war sehr schön, aber auch sehr anstrengend.“ Ein Studium, bei dem man an seine Grenzen kommt, körperlich wie psychisch.

Anschließend bekam Bea Brocks ein Engagement am Staatstheater Braunschweig. „Das war zwar toll, aber ich hatte das Gefühl, etwas zu verpassen“, erzählt sie. Castings für Filme zum Beispiel – das war im Korsett des festen Ensembles kaum möglich. Also beschloss Brocks, als freie Schauspielerin zu arbeiten.

Hauptrolle im ZDF-Herzkino

Seit 2016 spielt sie große Rollen an Bühnen wie dem Theater in der Josefstadt Wien, am Volkstheater Wien, an der Berliner Staatsoper oder dem Staatstheater Karlsruhe. Nora, Ophelia, Madame Bovary. Und sie wirkt bei Filmen mit, wie kürzlich beim Tatort oder jetzt am Sonntag, 27. Oktober, um 20.15 Uhr als Hauptdarstellerin im ZDF-Herzkino „Ein Sommer an der Algarve“.

21 Drehtage hatte sie. „Am Set ist man dann wie eine kleine Familie“, berichtet sie. Man arbeitet intensiv zusammen, lernt sich extrem gut kennen – um sich danach nicht mehr wiederzusehen. Beim Theater genauso. Man probt wochenlang intensiv, dann kommt die Premiere – und man fällt in ein Loch und muss den „normalen“ Alltag wieder lernen. Nach 21 Drehtagen ist das besonders seltsam: „Am Drehort wird man morgens abgeholt, man bekommt den Kaffee gereicht, zu Hause muss man plötzlich wieder alles selber machen.“ Viel Abwechslung also im Leben. Einen besseren Beruf, sagt sie, gebe es für sie nicht.

Liebe für den Film und das Theater

Was keinesfalls heißt, dass Bea Brocks wunschlos glücklich wäre: Sie wünscht sich mehr Frauen am Set. Immerhin: „Da verändert sich gerade etwas.“ Aber auch heute, im Jahr 2019, verdienten Frauen beim Film immer noch weniger als Männer. Und was gefällt ihr besser? Film oder Theater? Die Antwort: beides. „Beim Film muss man feiner spielen und sich langsamer bewegen, denn die Kamera sieht alles. Beim Theater muss man größer spielen und lauter sprechen, schließlich soll einen jeder verstehen können. Aber das haben wir ja im Studium gelernt.“

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