Ausstellung

Rita Beckmann und Claus van Bebber stellen in Kalkar aus

Claus van Bebber und Rita Beckmann stellen im Museum Kalkar aus.

Claus van Bebber und Rita Beckmann stellen im Museum Kalkar aus.

Foto: Andreas Daams

Kalkar.  Rita Beckmann und Claus van Bebber stellen im Städtischen Museum Kalkar aus. Ihr Thema ist „die andere Seite“.

Eierschalen, jede Menge Eierschalen. Sie füllen den halben Raum aus. Schön säuberlich liegen sie da, dicht nebeneinander. Nur in der Mitte trennt sie ein kleiner, gewundener Pfad. Sie gleichen Armeen, albernen Armeen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. „Das ist eine klassische Abgrenzungssituation“, erläutert Rita Beckmann. Die Künstlerin hat sich mit der Endphase des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Nicht von ungefähr.

Ausstellungen auch in Xanten, Wesel oder Kranenburg

Denn Carla Gottwein hat für ihr Ausstellungsprojekt „In der Ebene“, das in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet, genau dies zum Thema gemacht: „Die andere Seite“. Ausstellungen von Xanten über Wesel bis Kranenburg befassen sich nun auf jeweils ganz spezielle Weise mit jener Zeit, die die meisten nur noch vom Hörensagen kennen. „Diejenigen, die jetzt noch davon erzählen können, waren damals Kinder“, sagt Carla Gottwein.

Drei britische Künstler sind rechtsrheinisch zu sehen

Rechtsrheinisch zeigt sie drei britische Künstler. „Für Kalkar wollte ich Künstler von hier“, sagt sie. Und so stellen ab Sonntag Rita Beckmann und Claus van Bebber im Städtischen Museum Kalkar aus.„Mich haben die individuellen Erlebnisse beschäftigt, die ein ganz anderes Bild auf diese Zeit werfen“, erklärt die in Kleve beheimatete Künstlerin. Zum Beispiel das Foto eines sehr jungen Fallschirmjägers, der im Begriff ist, aus dem Flugzeug abzuspringen. Beckmann: „In seinem Gesicht liegt große Angst.“ Kein Wunder: Es war reine Glückssache, ob man in der Luft abgeschossen wird, ob der Feind einen gefangen nimmt oder ob man heil auf die Erde kommt.

Rita Beckmann bearbeitete ein Foto

Und was erwartet einen da? Rita Beckmann hat das Foto dreimal bearbeitet. Und zwar in Papierstreifen aufgeteilt, die vertikal und horizontal miteinander verschränkt werden. Von Bild zu Bild werden sie schwärzer, bis fast nichts mehr vom Foto zu erkennen ist.

Claus van Bebber wählte dokumentarischen Ansatz

Claus van Bebber ist ganz anders vorgegangen. „Ich habe einen dokumentarischen Ansatz gewählt.“ Von einem Militaria-Sammler hat er ein Ponton-Boot ausleihen können, wie es die Alliierten benutzt haben, um eine Brücke über den Rhein zu improvisieren. „Mich hat ein Foto fasziniert, das das Lager zeigt, in dem die Boote auf ihren Einsatz warten.“ Das Lager befand sich zunächst in Goch, kam dann nach Kehrum, hat also einen direkten Bezug zu Kalkar. Dieses Boot steht nun im Erdgeschoss des Museums, alt und groß, eine Art aufgepumpte Erinnerung. Dazu hat van Bebber drei Munitionskisten gestellt, die er seit Jahrzehnten besitzt.

Unterstützung durch Verein der Freunde Kalkars und Niederrheinischer Kunstverein

Möglich gemacht hat die Ausstellung neben der Stadt Kalkar der Verein der Freunde Kalkars und der Niederrheinische Kunstverein. Für Karl-Ludwig van Dornick vom Verein der Freunde Kalkars bedeutet die Ausstellung auch ein Zeichen der positiven Veränderung: „Früher kannte man die Leute auf der anderen Rheinseite nicht. Man war sich völlig fremd. Das hat sich glücklicherweise geändert.“

Eröffnung ist am Sonntag, 26. Mai, um 12 Uhr. Dazu gibt es eine Klangkunst-Aktion des ArToll Klanglabor-Ensembles. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 7. Juli. Am 6. Juni um 20 Uhr führt Carla Gottwein den Dokumentarfilm über Claus van Bebber auf Burg Botzelaer vor.

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