Umweltschutz

Poller sollen die Bäume in der Klever Königsallee schützen

Die neuen Poller schützen die Bäume vor parkenden Autos.

Die neuen Poller schützen die Bäume vor parkenden Autos.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Kleve.  An der Klever Königsallee erhitzen sich die Gemüter über die neuen Straßenpoller. Die Anwohner können nun nicht mehr an der Straße parken.

Die Klever Stadtverwaltung hat jetzt zum Schutz der Bäume an der Königsallee mehrere Plastikpoller aufgestellt. Die Poller sollen die alten Bäume schützen, damit sie nicht von parkenden Anwohnern beschädigt werden. Die Anwohner der Königsallee indes sind mit der Maßnahme nicht einverstanden: „Wir waren davon sehr überrascht und fragen uns, was das soll, zumal wir von der Stadt überhaupt nicht darüber informiert worden sind“, erklärt eine Anliegerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. „In unseren Augen ähnelt das ganze einem völlig sinnlosen Schildbürgerstreich.“

Eichen und Kastanien wurden in Mitleidenschaft gezogen

Das Motiv der USK: Bisher sollen Fahrzeuge mitunter auf den aus dem Boden ragenden Wurzeln geparkt haben. Dadurch sollen die Eichen, Kastanien und Buchen in Mitleidenschaft gezogen worden sein. „Der Alleenschutz ist uns sehr wichtig. Ursprünglich gab es auch nur zwei oder drei Bereiche, die von Parkern stark frequentiert wurden“, sagt Karsten Koppetsch, Chef der Klever Umweltbetriebe. Die Maßnahme, nur wenige Poller an stark betroffenen Stellen anzubringen, schlug jedoch nicht an.

So griff die USK durch und stattete den gesamten Abschnitt der Königsallee mit Pollern aus. „Wir sind uns ganz sicher: Noch nie hat auch nur ein Auto eine Wurzel kaputtgemacht“, sagt ein Anwohner. Er sei auch gespannt, wo künftig Krankenwagen in Notfallsituationen halten sollen. Dazu komme: Der Anwohner will beobachtet haben, wie für die Anbringung der Hindernisse gar Wurzeln entfernt beziehungsweise gekappt worden seien. Koppetsch sagt dazu: „Das mag durchaus sein. Allerdings ist die Anbringung von einem Baumsachverständigen begleitet worden, der das sehr verantwortungsbewusst beurteilt hat.“

Sensibel mit Parkraum umgehen

Des Weiteren lagen in Folge der Installierung der Poller eine Vielzahl an Kunststoffspänen herum, die womöglich bei der Anbringung angefallen sind. „Da hat man sich um die Entsorgung gar nicht gekümmert. Hier verhält sich die Stadt sicher nicht vorbildlich, wenn man bedenkt, wie viele Kinder da tagtäglich vorbeilaufen“, sagt ein Anwohner.

Ein weiterer Anlieger regt kopfschüttelnd zu weiteren Maßnahmen an: „Wenn man hier schon mit solchen Pollern anfängt, dann sollte die Stadt sich unbedingt mal auf der Brabanter Straße und der Lindenallee umsehen.“ Koppetsch gibt zu, dass man in Anbetracht des Alleenschutzes zwar auch über andere Straßen nachdenken könne, sagt aber: „Es ist immer leicht, auf andere zu zeigen. Da frage ich mich auch: Warum hört Klimaschutz vor der eigenen Haustür auf?“ Stattdessen wolle er auf Augenmaß setzen und „sensibel“ mit dem in Kleve knappen Parkraum umgehen. Zudem erklärt er, dass er bei Vor-Ort-Terminen mit Anwohnern der Königsallee nicht auf Kritik gestoßen sei: „Da sagte man mir sogar, dass die Poller ganz toll sind." Ohnehin sei die Maßnahme aus Sicht der Stadt erfolgreich. So habe Koppetsch beobachtet, dass die Anwohner ihre Fahrzeuge jetzt auf der hauseigenen Einfahrt und nicht davor abstellen würden. So sei es schließlich gedacht. „Wir haben uns da schon unsere Gedanken gemacht“, sagt Koppetsch.

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