Stadtgestaltung

Politiker und Verwaltung Goch zeigen sich bienenfreundlich

Die ersten Blumenkübel mit bienenfreundlichen Pflanzen stehen in Goch an der Nierswelle. 

Die ersten Blumenkübel mit bienenfreundlichen Pflanzen stehen in Goch an der Nierswelle. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Goch.  Der Bauausschuss Goch beriet bienenfreundliches Verhalten. Stadt will ein Konzept erstellen und eventuell Fachleute zur Beratung hinzu ziehen.

Das Thema bienenfreundliche Stadt-Bepflanzung hat nun auch Goch erreicht. „Das hat mit Emotion und Umdenken zu tun“, brachte es Jürgen Vennmanns, BFG, im Bauausschuss auf den Punkt. Voriges Jahr waren 20.000 Euro in Blumenampeln und -kübel investiert worden, hübsch blühend bepflanzt. Vier von ihnen auf der Bahnhofstraße an der Nierswelle zeigen nun in Gelb und Lila bienenfreundliche Gewächse.

Vor einem Jahr wäre das „schandalig“ gewesen

„Vor einem Jahr hätte man uns an der Klever Straße ausgeschimpft, es sehe schandalig aus, jetzt will man Klatschmohn“, stellt Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe der Stadt, im Bauausschuss fest. „Was früher mangelnde Pflege hieß, ist heute das Ziel. Das ist auch für unsere Mitarbeiter eine schwere Situation“, meinte er. Der Imkerverein Kleve-Kellen und die SPD Goch hatten beide Anträge zu mehr Wildblumen und bessere Lebensbedingungen für Insekten gestellt. Die Verwaltung bot an: maßvollem Einsatz von Insektiziden, Vorschriften in Neubaugebieten, mehr Bürger-Aufklärung. Sie will 5000 Euro dafür in den Haushalt einsetzen. „Bitte bedenken Sie unsere personellen und finanziellen Ressourcen“, bat Stadtbaurat Dominik Bulinski.

Nur einmal im Jahr mähen ist außerdem preiswerter

Fürs Stadtsäckel sei mehr Umweltbewusstsein eher von Vorteil, fand Klaus-Dieter Nikutowski, SPD. Wildblumen braucht man nicht mehrfach im Jahr zu mähen, sondern nur im Spätherbst. Er wollte aber die „Verkiesung“ von Vorgärten reglementieren. Ferdinand Heinemann, FDP, hielt dagegen, man könne die Bürger nicht so bevormunden. Willi Radzak, SPD, sagte: „Es geht ja nicht um 20 Quadratmeter. Das wohl der Allgemeinheit muss überwiegen“. Hermann-Josef Brendieck, Grüne, zeigte „Verständnis für Schotter in Gärten von Senioren, die einen großen Garten nicht getan kriegen“.

Trotz Vorschrift wurde nicht gepflanzt

Brendieck verwies aber auf die Neubauhäuser Klever Straße, vormals „Tön am Berg“: „Da gibt es keinen Halm, alles zugepflastert“, obwohl begrünte Vorgärten in der Satzung festgeschrieben seien. „Wenn wir keine Leute haben, die die Bauherren zur Rede stellen, kommen wir nicht weiter“. Gerd Engler, SPD, bat, dass der ganze Rat an einem Strang ziehe, um Bürger zu überzeugen, auch davon, dass beispielsweise der Friedhof ein Biotop sei.

Dominik Bulinski bot an, ein Handlungskonzept für Goch bis Ende des Jahres zu schreiben. Maria Beaupoil, BfG, lobte, es gebe schon viele positive Beispiele von Privaten. „Wir müssen nicht lange warten. Wir können anfangen“, Kleve und Weeze täten es ja auch. Die Verwaltung will bis zur nächsten Ausschusssitzung ermitteln, wie teuer externe Berater wären.

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