Hochschule Rhein-Waal

Hochschule Kleve will Bühne sein für die Forschung

 Prof. Jens Gebauer vor der kleinen Leiter zur Säule des Wissens.

Prof. Jens Gebauer vor der kleinen Leiter zur Säule des Wissens.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve  Mit zahlreichen Angeboten hat sich die Hochschule Rhein-Waal für die Bürger geöffnet. Die Besucherzahlen geben den Initiativen recht.

. Jens Gebauer, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer, erinnert sich noch gut an die Bauphase der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Da fuhr er immer mit dem Fahrrad am Bauzaun vorbei und spähte hinein. „Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, als die Hochschule fertig war“, erinnert er sich. Von Anfang an war sein Klimahaus eine Attraktion für zahlreiche Bürger. So war es auch geplant: Als Ort, in dem Führungen stattfinden können und Veranstaltungen, in dem Studenten praktische Erfahrungen sammeln – und bei zahlreichen Anlässen auf Bürger treffen.

Gebauer: „Da können sie ihr Wissen an Mann und Frau bringen.“ Keine elitäre Forschung und Lehre im Elfenbeinturm, sondern sich mit verschiedenen Angeboten öffnen für die Bevölkerung – so hatte es die Hochschule anfangs der Politik versprochen.

Einfach und nachvollziehbar diskutieren

„Und das haben wir eingehalten“, sagt Gebauer. Schließlich sei es ja die Gesellschaft, die die Hochschule finanziere. Gebauers Anspruch: „Wir wollen eine Bühne sein für verschiedene Themen.“ Diese gelte es, fundiert aufzugreifen und gleichzeitig einfach und nachvollziehbar zu diskutieren.

Es gibt inzwischen zahlreiche Beispiele, wo dies eindrucksvoll gelingt. Die Denkwerkstatt etwa, die zweimal im Aussichtsturm stattfand. Die Kinder-Uni, die fast immer gut besucht wird. Das gemeinsam mit der VHS initiierte Forum Internationale Politik. Die Mittwochsakademie, die im letzten Semester etwa 400 Leute anzog. Und natürlich das Studium Generale.

Zwei Vortragende, einer von der Hochschule, einer von extern

„Vor einigen Jahren gab es Diskussionen, ob wir es überhaupt weiterführen sollen, denn es wurde nur schlecht angenommen“, erinnert sich Gebauer. Gemeinsam mit der damals neuen Präsidentin Heide Naderer konstruierte er dann eine Art Tandem-Prinzip: Zwei Vortragende, einer von der Hochschule, einer von extern mit regionaler Bekanntheit, sprechen zu einem Thema. Ohne Honorar. Danach ist Zeit für Diskussion.

Alle Vorträge eines Wintersemesters haben Bezug zu einem gemeinsamen Oberthema, das man auf diese Weise aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. So wird es beispielsweise ab Oktober 2019 um das Thema „Wachstum“ gehen.

„Die Vernetzung in der Stadt ist wichtig“

„Die Vernetzung in der Stadt ist wichtig“, findet Gebauer, der auch selber in Kleve wohnt. Das Konzept geht auf: Begann das Studium Generale einst mit 17 Besuchern, musste man zwischenzeitlich auch schon mal ins Audimax umziehen. Im Durchschnitt besuchen 100 Bürger eine Veranstaltung, worunter tatsächlich immer noch viele Erstbesucher sind. Er selbst ist auch fast immer zugegen. „Dabei organisieren wir das Studium Generale neben unserer normalen Tagesarbeit.“

Auf die Bürger zugehen – diese Maxime beherzigt Jens Gebauer auch privat: „Gegen eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen komme ich auch, wenn jemand ein Problem in seinem Garten hat“, sagt der Gartenbau-Professor. Schon längst hat er in persönlichen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass die Hochschule von den Klever Bürgern als echter Gewinn angesehen wird. Damit das so bleibt, wird die Hochschule auch weiter für sie offen bleiben.

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