Stadtzentrum

Klever Politik bringt Bebauung Minoritenplatz auf den Weg

Die Wallgrabenzone in Kleve mit Blick auf Haus Koekkoek. Der Grünstreifen wird jetzt noch breiter.

Die Wallgrabenzone in Kleve mit Blick auf Haus Koekkoek. Der Grünstreifen wird jetzt noch breiter.

Foto: AG

Kleve.   Der neue Bebauungsplan Minoritenplatz wurde im Bauausschuss besprochen. Es werden jetzt nur noch Kleinigkeiten in den Fraktionen beraten.

Wer diesen dicken Stapel Papier tatsächlich gelesen haben sollte, der darf sich auf die Schulter klopfen. Sehr fleißig!

Hunderte Seiten umfasst die Vorlage der Verwaltung für den neuen Bebauungsplanentwurf Minoritenplatz. Die Eingaben aller Bürger wurden aufgenommen, inklusive einer Zusammenfassung und der Stellungnahme des Gutachters Kunibert Wachten. Es ist soviel Papier, dass die Gefahr groß ist, dass die Ratsvertreter die Zusammenfassung der ganzen Endlosdebatte gar nicht mehr lesen.

Diskussionen über Details

Baudezernent Jürgen Rauer sagte im Ausschuss, dass die Ausarbeitung im Wesentlichen den Vorgaben des Eckpunktepapiers der Politik entspricht. Die Grünen haben noch Diskussionsbedarf bezüglich der Baukante an der inneren Stadtmauer angemeldet. Es wäre gut, wenn diese nicht ausgereizt werde, sagte die Fraktionsvorsitzende Hedwig Meyer-Wilmes. Jürgen Rauer erklärte, dass man diese Baulinie bewusst gesetzt habe, um eine deutliche Struktur zu schaffen. Aus städtebaulicher Sicht sei es wichtig, dass Plätze eingegrenzt werden durch Gebäude. Und dies erreiche man durch die vorgegebenen Struktur der Baufelder.

Josef Merges (Unabhängige Klever, UK) nutzte die Vorlage des Bebauungsplanes für eine Grundsatzdiskussion. Er argumentierte erneut gegen eine Bebauung des Platzes und nannte drei Gründe: Erstens: Die lokale Wirtschaft sei dagegen und benötige diese Bebauung nicht. Vielmehr sei ein Platz mit Aufenthaltsqualität gefragt, der die Herzogstraße und die Große Straße unterstütze. Zweitens: Die Bebauung werde nicht dazu führen, dass kleine Wohnungen entstehen. Vielmehr werde vermutlich teurer Wohnraum geschaffen. Und drittens sollte man ans Klima denken. Eine Bebauung verschlechtere das Kleinklima in der Stadt. „Wir sollten uns überlegen, ob dies eine zukunftsorientierte Bauleitplanung ist“, so Merges.

Wallgrabenzone wird breiter

Angesichts der breiten Diskussionen im Vorfeld, hatten die anderen Ratsvertreter keine Lust auf diese erneute Debatte einzugehen. Dies alles habe man bereits ausführlich besprochen, sagte Michael Kumbrink von der SPD. Jörg Cosar wies darauf hin, dass noch in diesem Monat die Wallgrabenzone deutlich erweitert wird: „Es ist schon komisch, dass gerade die Fraktion der UK dies abgelehnt hat“. Parteikollege Edmund Ricken sagte: „Die Stadt Kleve unternimmt bereits zahlreiche Dinge für den Klimaschutz.“

Grünen-Chefin Hedwig Meyer-Wilmes betonte noch einmal die Idee, den Minoritenplatz auch für öffentliche Gebäude zu nutzen. Es sei zu überlegen, die Volkshochschule und die Stadtbücherei hier unterzubringen.

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