Schule

Grundschule Weeze will in leere Gesamtschule ziehen

Die Petrus-Canisius-Grundschule in Weeze könne man auch als Wohnhaus umgestalten, gesteht die Gemeinde zu.

Die Petrus-Canisius-Grundschule in Weeze könne man auch als Wohnhaus umgestalten, gesteht die Gemeinde zu.

Foto: Marie-Christin Bauer / Gemeinde Weeze

Weeze.  Petrus-Canisius-Grundschule und Elternverein Kokon bewerben sich beide um leere Gesamtschul-Zweigstelle in Weeze. Ausschuss berät am 4. November.

Der Kreis der Interessenten an der leer gezogenen Gesamtschule in Weeze hat sich erweitert. Schulleitung, Lehrer und Eltern der Petrus-Canisius-Grundschule haben in ihrer Schulkonferenz Ende September beschlossen, einen Antrag an die Stadt zu stellen, dass sie dorthin umziehen wollen. Den Antrag stellten sie Anfang Oktober. Am 4. November wird darüber der Ausschuss für Schule, Jugend und Sport beraten. Wenn er sich schnell entscheiden kann, könnte das Thema schon einen Tag später im Rat zur Abstimmung stehen – oder die Fraktionen lassen sich noch einen Monat Zeit zu überlegen. Noch stehen zwei Bewerber um das Schulhaus zur Auswahl. Egal, an wen man vermietet, umgebaut werden muss es aber sowieso auf Kosten der Gemeinde, je nach Ansprüchen der künftigen Nutzer.

Elternverein Kokon hofft weiterhin auf den Zuschlag

Wie berichtet, gab es bisher zwei Gruppen, die das Gebäude an der Bodelschwinghstraße gern als Schule nutzen wollten: Die Elterninitiative Kokon, ein Gelderner Verein, will nach wie vor sein fertiges Konzept schon im Jahr 2020 mit „Menschen, die Schule ‘anders’ gestalten wollen“ umsetzen. Ähnlich einer Gesamtschule, aber mit speziellem pädagogischen Konzept und jahrgangsübergreifend. „Wir sind nach wie vor aktiv und hoffen auf den Zuschlag“, sagt Vereinsvorsitzender Rainer Spenrath der NRZ auf Anfrage.

Eine weitere Eltern-Initiative hatte Weezer Eltern befragt und fand eine „Freie Realschule an der Niers“ die richtige Schulform, die in Weeze fehle. Doch diese Elterngruppe war recht klein und gab ihr Anliegen nun auf. Die Kosten allein für den Fachanwalt wären hoch gewesen, die Eltern hätten das finanzielle Risiko und die Verantwortung auch für die Lehrer tragen müssen.

Grundschule modernen Anforderungen für die nächsten Jahrzehnte anpassen

Nun meldet also statt dessen die Grundschule Bedarf an. Den erklärt Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung Johannes Peters der NRZ: Die Petrus-Canisius-Schule sei nur begrenzt barrierefrei und könne sich nicht weiter ausdehnen. Es sei sinnvoll, sie dreizügig zu planen und Räume auch für Differenzierung und modernen Anforderungen einer Grundschule für die nächsten 20 bis 25 Jahre anzupassen. Auch die offene Ganztagsbetreuung, die heute im Jugendzentrum Wellenbrecher angeboten wird, würde dann mit im Schulhaus untergebracht werden können. Das Altgebäude Richtung Wasserstraße habe Charme, reiche aber auch trotz des Neubaus, „der nun auch schon älter ist“, auf Dauer nicht aus.

Die leer gezogene Gesamtschule biete bereits Mensa und Turnhalle. Will die Grundschule an die Bodelschwinghstraße umziehen, gelte aber schnell: „Ein Konzept muss her“, sagt Kämmerer Johannes Peters.

Was würde aus der alten Petrus-Canisius-Grundschule werden? Da sieht er kein Problem. Die Immobilie liegt attraktiv im Ortskern. Der Altbau könne durchaus zu Wohnzwecken umgestaltet werden. Auch Dienstleister oder andere Bildungsträger wären denkbare Nachnutzer an der Wasserstraße.

Der Weezer Standortder Gesamtschule Kevelaer-Weeze bestand fünf Jahre. Statt wie vorgeschrieben mindestens 50 Anmeldungen gab es für dieses Schuljahr nur 15. Somit löst sich der Standort auf, nur Kevelaer bleibt existent

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