Baumpflanzaktion

Bundesumweltministerin Hendricks pflanzte mit Kindern Bäume

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks griff im Kreise der jungen Naturschützer selbst zum Spaten.

Foto: Andreas Daams

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks griff im Kreise der jungen Naturschützer selbst zum Spaten. Foto: Andreas Daams

Kleve.   Pfadfinder, Waldjugend und Forstamt pflanzten 2200 Buchen am Geldenberg. Nähr-Engel aus Goch hat die Bäume gestiftet.

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Manches ist in Deutschland nicht immer ganz einfach. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen Bäume spendet, um den Wald aufzuforsten, sagt die zuständige Behörde erst einmal: Nein. Nach dem Motto: Da kann ja jeder kommen. In solchen Fällen ist es gut, wenn die Bundesumweltministerin aus dem eigenen Wahlkreis stammt und die Dinge dann regelt. So konnte die Firma Nähr-Engel aus Goch 2200 kleine Bäume finanzieren. Nicht einfach so, sondern damit die Pfadfinderorganisation Pollution Police aus Weeze mit der Deutschen Waldjugend die Bäume gleich an Ort und Stelle einpflanzt.

Dabei kommen die Bäume Förster Joachim Böhmer wie gerufen. „Unser Ziel ist es, inmitten des Fichtenbestandes an einigen Standorten einen Buchenbestand aufzubauen.“ Doch warum pflanzen die Kinder und Jugendlichen nun ausgerechnet Buchen? Böhmer: „Diese Baumart würde auch von Natur aus hier wachsen.“

„Fichten im Reichswald sind bedroht“

Wuchs auch hier. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Reichswald allerdings in fürchterlichem Zustand. Weil man nichts andere hatte, pflanzte man Fichten. „Die sind nicht optimal für das hiesige Klima“, sagt Böhmer. Er erwartet sogar, dass Fichten langfristig aus dem Reichswald verschwinden. „Wir haben hier einen von Natur aus nährstoffarmen Boden.“ Das hängt noch mit den Gletschern aus der Eiszeit zusammen. Ein Buchenwald ist da ideal. Unter dem Dach der Fichten im Waldnaturschutzgebiet Geldenberg sollen nun also die jungen Bäume heranwachsen. Wenn dann eines fernen Tages die Fichten in die Holzverarbeitung kommen, stehen da hoffentlich prächtige Buchen.

„Uns hat erstaunt, dass man bei dieser Jahreszeit überhaupt Bäume pflanzen kann“, sagt Wolfgang Topp, Geschäftsführer von Nähr-Engel. Wie Böhmer erklärt, geht es um die Feuchtigkeit: je feuchter, desto besser. In Dreiergruppen sieht man die Pfadfinder, Waldjugend, Eltern und andere Helfer Löcher graben und Bäumchen pflanzen. Das ist der zweite, vielleicht noch wichtigere Aspekt der Aktion. „Wir wollen zeigen, dass die Natur schützenswert ist, dass man Verantwortung für den Wald übernehmen muss“, sagt Alex Berthe von der Waldjugend.

Wie aus Bäumen Papier wird

Aber handelt es sich beim Reichswald überhaupt um schützenswerte Natur? Im Zuge der Debatten um Windkraftanlagen konnte man öfter hören, es sei doch eigentlich ein minderwertiger Wald. „Das ist Quatsch“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks klar und deutlich. Wie Joachim Böhmer ist auch ihr wichtig, dass Kinder und Jugendliche sich für den Wald begeistern. Das sieht auch Wolfgang Topp so. „Wir sind ein naturnahes Unternehmen und beziehen unsere Rohstoffe aus der Landwirtschaft, deshalb engagieren wir uns stark für die Umwelt.“ Böhmer will den Kindern außerdem klarmachen, dass auch der Wald genutzt wird – so entstünden aus Bäumen beispielsweise Papier für Klassenarbeiten.

Und was machen die Kinder? Die sind mit Feuereifer bei der Sache, laufen, buddeln, pflanzen. Am Ende lockt dann heißer Kakao und ein zünftiger Imbiss. Und das Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles gemacht zu haben.

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