Platzanlage

Keine Umkleiden und Duschen: Ärger um Sportzentrum in Kleve

Die neuen Parkplätze am Sportzentrum Oberstadt sind weiterhin nicht freigegeben.

Die neuen Parkplätze am Sportzentrum Oberstadt sind weiterhin nicht freigegeben.

Foto: Niklas Preuten

Kleve.  Im Klever Sportzentrum Oberstadt fehlen noch immer die angekündigten Umkleide- und Duschcontainer. Auch die neuen Parkplätze bleiben gesperrt.

Die Spieltage im Herbst und Winter prüfen manches Mal die Leidenschaft der Nachwuchs- und Amateurfußballer am Niederrhein. Der erste Sonntag im Oktober war solch eine Probe. Fast den ganzen Tag schüttete es wie aus Kübeln auf die zugigen Dorfplätze. Nur gut, dass der Weg in die trockene Kabine und unter die heiße Dusche kurz ist.

Das hätten sich einige Kicker im Klever Sportzentrum Oberstadt gewünscht, doch weder in der Halbzeitpause noch nach dem Spiel auf dem schmucken, neuen Kunstrasenplatz konnten sie sich auf dem Gelände in Materborn unterstellen oder unter die Dusche gehen. „Nach so einem verregneten Spieltag ist es eine Zumutung für die gegnerische Mannschaft, den Schiedsrichter und die Spieler des SSV Reichswalde ohne irgendwelche Unterbringungsmöglichkeiten sich dort aufzuhalten“, sagt eine erboste Zuschauerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Umkleide- und Duschcontainer für knapp 50.000 Euro

Seit der Übergabe der beiden neuen Kunstrasenplätze vor sieben Monaten hat sich im Sportzentrum Oberstadt, das langfristig die sportliche Heimat des SV Siegfried Materborn und des SSV Reichswalde werden soll, zumindest sichtbar nichts getan. Bis das neue Funktionsgebäude gebaut und bezugsfertig ist, sollten für 49.500 Euro auf der Anlage eigentlich zwei Umkleide- und Duschcontainer bereitgestellt werden. „Das ist Vertragsbestandteil“, stellt Stefan Eerden, 1. Vorsitzender des SSV Reichswalde, fest. Doch von den provisorischen Kabinen für den Verein, der das ohnehin volle Siegfried-Platzhaus nicht nutzen kann, ist weiterhin nichts zu sehen.

„Nicht nachvollziehbar“ und „verwunderlich“, findet Eerden die Verzögerung. „In den Sommermonaten war die Situation hinnehmbar, doch ich war fest davon ausgegangen, dass spätestens zum Winter die Container stehen.“ Der aktuelle Zustand ohne Unterstellmöglichkeiten sei bei den schlechter werdenden Witterungsbedingungen nicht gesundheitsfördernd. „Zudem bedeutet es einen erheblichen Mehraufwand, wenn sich die Spieler in Reichswalde umziehen und wir das Trainingsmaterial hin und her fahren müssen“, sagt der Vorsitzende.

Noch fehlen die Anschlüsse

Die Frau aus Reichswalde, die im Namen weiterer Zuschauer spricht, berichtet, dass der Schiedsrichter bei Wind und Regen die eigentlich 15-minütige Halbzeitpause deutlich verkürzte und die Spieler nach dem Spiel oder bereits nach ihrer Auswechslung mit triefnassen Sachen in privaten Autos zurück zur Platzanlage am Buchholz fuhren. „Wie lange soll dieser Zustand noch andauern, da das Wetter ja nicht besser wird?“, fragt sie.

„Schnellstmöglich“ soll sich laut der Stadt Kleve die Situation verbessern. „Die Aufstellung der Container ist abhängig von der Strom- und Wasserversorgung“, erläutert Stadtsprecher Jörg Boltersdorf auf NRZ-Anfrage. Die entsprechenden Anschlüsse sowie der Anschluss für die Schmutzwasserentsorgung müssten hergestellt werden. „Hierbei kann die Infrastruktur, die durch den Sportplatzbau vorhanden ist, genutzt werden. Die Maßnahmen zur Herrichtung der Aufstellfläche befinden sich aktuell in Abstimmung.“

Parken auf dem Seitenstreifen

Ein zweites Ärgernis für die Nutzer und Besucher der Platzanlage sind die seit Monaten fertigen Parkplätze, die weiterhin gesperrt bleiben. „Es wirkt grotesk“, sagt der Reichswalder Vereinsvorsitzende Stefan Eerden über die großzügigen und stets leeren Parkbuchten. Die Zufahrt versperrt ein Bauzaun.

Unter der Woche, wenn das Sportzentrum Oberstadt von beiden Vereinen gleichzeitig genutzt wird, komme es regelmäßig zu gefährlichen Parksituationen, berichtet Eerden. Die Autos stehen dann häufig auf dem Seitenstreifen der Materborner Allee. Das Parken dort werde derzeit geduldet, solange keine Verkehrs- und/oder Sichtbehinderung durch das Parken vorliegt, teilt die Stadt Kleve mit.

Querungshilfe soll kommen

Die neuen Parkplätze können nicht genutzt werden, weil die Zufahrtsregelung von der Materborner Allee noch nicht endgültig geklärt ist. Die Verwaltung habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Landesbetrieb Straßen NRW ausgetauscht, so die Stadt Kleve. „Über den Umfang der erforderlichen Linksabbiegespur gab es unterschiedliche Auffassungen. Daraufhin hat die Stadt Kleve einen Alternativentwurf erarbeitet.“ Dieser befinde sich aktuell in der Endabstimmung mit Straßen NRW und beinhalte auch eine Querungshilfe, aber keine Ampelanlage.

„Es liegt natürlich auch in unserem Interesse, dass eine schnelle Umsetzung möglich wird. Sobald eine Abstimmung erfolgt ist, kann mit der Planung und anschließender Ausführung begonnen werden“, so Jörg Boltersdorf.

So heißt es für die Fußballer und ihre Gäste also weiter warten auf Umkleiden und Parkplätze. „Mir ist bewusst, dass nicht alles sofort umsetzbar ist“, betont der Reichswalder Vorsitzende Stefan Eerden. Doch auch er vernimmt die wachsende Ungeduld im Verein.

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