Ausstellung in der Alten Schule präsentiert Mädchen und Jungen aus Holzhausen und Griechenland

Kanella Tragousti portraitiert „Momente der Kindheit”

Foto: Dr. Knut Lohmann

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"Momente der Kindheit" ist der Titel einer Ausstellung in der Alten Schule Holzhausen.

Burbach-Holzhausen. (Loh) Holzhausen feiert ein Kinderfest. In der Alten Schule und im Fiester Hannes hängen Kinderfotos an den Wänden. Eine Gruppe zeigt 200 Gesichter, die im Dorf bekannt sind. Dirk Manderbach hat sie aufgenommen und ausgestellt.

Er ist in den Kindergarten und die Grundschule gegangen und durfte dort Mädchen und Jungen an ihrem Arbeitsplatz fotografieren, alle einzeln. Sie mussten nicht lächeln und mussten kein braves Gesicht machen, als der Fotograf sich ihnen zuwandte. Und dennoch bekommt man einen positiven Eindruck: offene Gesichter, die sich ohne Scheu dem Betrachter zuwenden. So durfte Jost Hering bei sei-ner Einführung in die Ausstel-lung sagen: „Kinder, auf die wir stolz sein dürfen, auf die wir für die Zukunft bauen können." Eine nachdenklich stimmende Darstellung einer Kindergegenwart, die von den Erwachsenen unter dem Aspekt der heranrückenden Zukunft wahrgenommen wird. Einen ganz anderen Zugang hat die in Berlin lebende griechische Künstlerin Kanella Tragousti zu dem Thema Kindheit gefunden. Sie hat sich auf Spuren ihrer eigenen Vergangenheit gesetzt, indem sie in ihrer Heimat Kinder an Orten und bei Spielen beobachtet hat, die auch in ihrem eigenen Leben vorgekommen sein können. Den Anstoß dazu bekam sie, weil sie immer wieder sah, dass heutige Kinder nur ein einziges Spielzeug haben: das Handy. So sind „Momente der Kindheit” entstanden, Fotos, die nicht inszeniert wurden, sondern wie nebenbei geschossen wurden, die meisten abends zwischen 8 und 10. 2006 wurden sie zum ersten Mal in Patras gezeigt. Es sind einzelne Kapitel: „Im Wald” -geheimnisvoll dunkel leuch-tende Szenen mit Kindern, die etwas zu suchen scheinen; „Am Meer” - ein Mädchen und ein Junge in freundschaftlichem Wettstreit, hell im Abendlicht sich von einem bewegten Meer abhebend. „Nachts” heißt ein weiteres Kapitel, und ein anderes zeigt Kinder auf einem Sportplatz, bevor auch noch wenige Port-raits folgen. Natürlich fragt man sich, ob durch die Gegenüberstellung mit den Kin-dern aus Holzhausen Ver-gleichsmomente fassbar wer-den, die über die sichtbaren Momente wie Landschaft und Menschentyp hinausgehen. Ob auch Fragen erlaubt sind wie „Andere Kultur - andere Kindheit?” Das sichtbar Andersartige ist in erster Linie dadurch bedingt, dass Manderbach mit seinen Arbeiten dokumentiert - ansprechend dokumentiert, währen Tragousti Gesehenes in künstlerisches Licht bringt und kreativ gestaltet.

Persönliche Prägung

Von einer stark persönlich geprägten Kreativität zeugen auch die Gemälde, die sie bei ihrem zweiten Besuch nach Holzhausen mitgebracht hat. „Spuren” heißt eine Werkreihe: Zeugnisse von etwas, was schon vorbei ist, aber Erinne-rungen hinterlässt, die manchmal verblasst sind und irgendwann von uns verlangen, dass wir uns ihnen wieder zuwenden. Eine Kunst, in der das Philosophieren manchmal die Ästhetik überholt.

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