Verkehr

Was ist besser, Toranlage oder Schranke?

Die Verkehrssituation an der Grundschule Lichte Kammer soll verbessert werden.

Die Verkehrssituation an der Grundschule Lichte Kammer soll verbessert werden.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Grundschule Lichte Kammer: Schul- und Verkehrsausschuss fassen unterschiedliche Beschlüsse.

Der Rat muss sich in seiner Sitzung am 8. Oktober mit der Schulweg-Situation an der Grundschule Lichte Kammer beschäftigen. Der Grund: Die beiden damit befassten Fachausschüsse (Verkehr und Schule), die so etwas normalerweise allein entscheiden können, haben in der vergangenen Woche in ihren parallel laufenden Sitzungen „sich widerstreitende Beschlüsse“ gefasst, wie Stadtbaurat Thorsten Grote auf Anfrage erläuterte. Wobei sie sich in der Sache einig sind und nur der eine Beschluss (des Verkehrsausschusses) weitreichender als der andere und entsprechend auch mit höheren Kosten verbunden ist.

Unklar ist allerdings noch, ob der Beschluss des Schulausschusses tatsächlich eine solche Vorgehensweise erfordert, da der Ausschussvorsitzende Peter Leye (SPD) zu Beginn des Tagesordnungspunktes allgemein darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Schulpolitiker bei solchen Baubeschlüssen nur eine Em­pfehlung an den Verkehrs- und den ebenfalls zuständigen Planungsausschuss aussprechen können. Der muss in seiner heutigen Sitzung über die Sache abstimmen. Und wenn sich die Mitglieder nicht dem Votum des Verkehrsausschusses anschließen, kann auf jeden Fall erst im Rat die endgültige Entscheidung fallen.

Trampelpfad bis zur Schule verlängern

Das gäbe der Verwaltung auf der anderen Seite aber auch noch einmal knapp drei Wochen Zeit, um eine Wege-Option zu prüfen, die zwar in der Vergangenheit angeregt, aber noch nicht eingehend untersucht worden war, obwohl die Verwaltung dafür in der vorherigen Sitzung im Juni den Auftrag bekommen hatte: den Weg zum Eingang der Kindertagesstätte Lichte Kammer weiter bis zur Schule zu verlängern.

Für den Ausbau des jetzigen Trampelpfades zwischen den Bäumen hindurch, vorbei am Spielplatz der Kindertagesstätte und über eine kleine Grünfläche – dafür hat der Verkehrsausschuss aber schon jetzt nach etwas hakeliger Beratung votiert. Im Mittelpunkt standen dabei Überlegungen, wie erreicht werden kann, dass die auf dem Parkplatz Heidehalle einzurichtende Hol- und Bringzone auch tatsächlich genutzt wird und Eltern nicht doch weiter ihre Kinder unmittelbar vor dem Schulgelände an der Straße „ausladen“. Hakelig war die Beratung deshalb, weil sich im Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht eine geschlossene Toranlage an der Zufahrt zu den Lehrerparkplätzen wiederfand. Stattdessen war eine Schrankenanlage vorgesehen gewesen. Im Ausschuss waren die politischen Vertreter aber der Auffassung, dass eine solche Toranlage ebenfalls in der vorherigen Sitzung im Juni festgezurrt worden sei. Das Argument für die Toranlage war es, dass anderenfalls Eltern an der Schranke halten würden, damit die Kinder an der Schranke vorbei über die Zufahrt auf das Schulgelände gelangen, also nicht die Hol- und Bringzone benutzen.

Stadtbaurat Thorsten Grote begründete den Richtungswechsel als Ergebnis der Abstimmung mit der Schule. Dort sei eine Schranke und kein Tor gewünscht worden. Grote argumentierte auch mit den Kosten. Eine Toranlage sei deutlich teurer, und die dann notwendige zusätzliche Wegeverbindung entlang der Kindertagesstätte würde ebenfalls Kosten verursachen. Und Grote erkannte auch keine Sicherheitsbedenken, wenn die vorhandene Zufahrt sowohl Lehrer mit dem Auto auf dem Weg zum Parkplatz als auch Schüler auch dem Weg zur Schule benützen.

Schule will Lösung erst einmal prüfen

Das sah auch Schulleiter Dietmar Werner in der gleichzeitig laufenden Sitzung des Schulausschusses so. „Die Lehrer und die Bediensteten waren nie das Problem, sondern wirklich der Rangierverkehr und das Befahren durch unberechtigte Personen.“ Man wolle jetzt beobachten, ob die Lösung, bei der zudem im unmittelbaren Umfeld der Schule und des Kindergartens auf dem Seitenstreifen zwischen Fahrbahn und Gehweg Poller und Drängelgitter aufgestellt werden sollen und zudem auch noch die Schulbus-Haltestelle 50 Meter versetzt werden soll, ausreichend ist. Gegen eine Lösung mit höheren Kosten habe die Stadt zu Recht argumentiert, da man nicht automatisch davon ausgehen könne, dass die Eltern sich auch tatsächlich dann so verhalten wie erhofft und gewünscht. „Wir gucken erst einmal, wie das angenommen wird. Und auf Grund dessen wollen wir dann, wenn es notwendig ist, über eine andere Zuwegung zur Schule nachdenken.“

Fehler von vor 50 Jahren würde korrigiert

Erst durch die Nachfrage der Heimatzeitung erfuhr Dietmar Werner am Montag von dem bereits weitergehenden Beschluss des Verkehrsausschusses – und zeigte sich sehr erfreut. „Die Schrankenanlage wäre ausreichend. Das Tor wäre aber hingegen eine gute, ja die optimale Lösung, denn damit würde endlich der Fehler von vor 50 Jahren korrigiert, als man beim Anlegen der Zufahrtsstraße zu den Lehrer-Parkplätzen überhaupt nicht daran dachte, dass auch die Kinder da hoch müssen.“ Angelegt würde der neue Weg entlang der Kindertagesstätte auch für die vielen Schüler aus dem Bereich Leckingser Straße, Gutenbergstraße und den umliegenden Straßen, die bislang ebenfalls über die Zufahrt zur Schule kommen.

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