Schützenfest

Viele Besucher, viele Scherben – beste Stimmung

Die Show mit Musicalanleihen markierte für viele Besucher den Höhepunkt des Festprogramms.

Foto: Björn Braun

Die Show mit Musicalanleihen markierte für viele Besucher den Höhepunkt des Festprogramms. Foto: Björn Braun

Drüpplingsen.  Der BSV Drüpplingsen zieht eine positive erste Bilanz. Der letzte Tag erfreute das Publikum mit Satireprogramm.

Mit dem vierten Tag des grün-weißen Trubels ist das große Fest der Bürgerschützen in Drüpplingsen am Montagabend ausgeklungen. Im Festzelt an der Heidestraße herrschte Bombenstimmung und der Andrang war vergleichsweise groß, wie der BSV-Vorsitzende Rainer Lewe in einem ersten Fazit am Dienstag erklärte. Dabei zeigte er sich dankbar für die entgegen der Prognosen günstigen Witterung und Temperaturen, die auch dem Getränkeabsatz nicht geschadet hätten. Die Drüpplingser haben zum Gelingen aber auch selbst beigetragen: Mit fröhlicher Grundstimmung und phantasievoller Show.

Derbe Späße und politische Satire als Überraschung

So verbarg sich hinter der traditionellen „Überraschung“ eine Mischung aus Karnevalssatire und witzig-niederträchtigen Aufgaben für die frischgebackene Majestät. König Andreas „Jörg“ Koster – ein Spitzname, der in liebevoller Häme auf ein Versehen dieser Zeitung verweist und inzwischen wohl als amtlich gelten muss – stand dabei im Mittelpunkt.

Mehr oder weniger majestätisch galt es, im Zuge des WM-Fiebers angemessenen Nationalstolz auch modisch zur Geltung zu bringen oder

durch gründliche Leibesvisitation von vier „Königinnen“ mit ungewöhnlich starker Beinbehaarung versteckte Orden wieder ans Tageslicht zu bringen. Um eine Fitnessprüfung durch Sportarzt „Doktor Müller-Durchfall“ kam seine Hoheit ebenso wenig herum, wie sich zur Völkerverständigung von Praktikantin „Swetlana“ einen Limbotanz zur russischen Nationalhymne nahebringen zu lassen.

Weniger schwere Amtsbürden hatten die Gewinner des Schmückwettbewerbs zu tragen, die am Montag ausgezeichnet wurden: Familie Kordt auf Platz drei, Monika und Jürgen Brunnert auf Platz zwei und auf dem ersten Platz das verantwortliche Team der „Majestätenchaussee“ im Bereich Brüche, Ecke Eichelberger Straße. Die farblich passende Dekoration von Häusern und Gärten sei keine Nebensächlichkeit, betonte Rainer Lewe.

Bei allem Humor benannten die Bürgerschützen auch die weniger erfreulichen Aspekte des diesjährigen Festes. Genesungswünsche gehen an die 21-jährige Iserlohnerin, die am Sonntagmorgen ins Elisabeth-Hospital gebracht wurde, nachdem sie bei einer Auseinandersetzung an der Drüpplingser Straße Verletzungen im Gesicht erlitten hatte. An dem Streit waren außerdem drei junge Männer beteiligt, zwei Iserlohner und ein Fröndenberger – alle vier waren alkoholisiert und gingen mit Blessuren aus der Prügelei hervor, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Zahlenmäßig hatte Gastwirt Karl Beuscher die höchsten Verluste zu beklagen: 2000 Gläser, mehr als ein Drittel der eingesetzten Trinkgefäße, gingen seiner Schätzung zufolge zu Bruch.

Trotz Verlusten geht der Trend wieder zum Trinkglas

Ein Problem, mit dem viele Veranstalter hadern: „Mit der Generation, die mit Gläsern nicht mehr umgehen konnte, kamen die PVC-Becher in Mode. Heute geht der Trend wieder zum Glas“, sagte Beuscher und verwies als Teilursache auf gestiegene Kosten für die Kunststoffvariante. Vor allem Biertrinker würden diese auch aus Geschmacksgründen ablehnen.

„Plastikbecher oder ein Pfandsystem wird es bei uns nicht geben“, stellte Rainer Lewe sofort klar. Zur Linderung der genannten Probleme seien eine Aufstockung der Security und häufigere Kontrollgänge denkbar. Unterm Strich falle die erste Bilanz positiv aus: „Das Gefühl ist gut, und von den Besuchern haben wir schon viele lobende Worte gehört.“

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