Stadtleben

Verwirrung um Straßenbeleuchtung

Lampe an. Oder doch nicht?

Lampe an. Oder doch nicht?

Foto: Oliver Bergmann

Sümmern.   Umlegung von Kosten auf Sümmeraner Anwohner? Die Heimatzeitung klärt auf.

Vor einigen Wochen hat ein Mitarbeiter der Stadtwerke an der Ritterhausstraße in Sümmern offenbar unbeabsichtigt für Verwirrung gesorgt. Er soll sich bei einer Anwohnerin über die Eigentumsverhältnisse der Straße erkundigt und angekündigt haben, die Anlieger müssten künftig für die Kosten für die Straßenbeleuchtung aufkommen. Bis zu 45 Euro im Jahr solle das angeblich kosten – andernfalls drohe die Abschaltung der Beleuchtung. Die Stadt Iserlohn habe einen entsprechenden Auftrag erteilt, weil der Besitzer der Straße nicht mehr für die Erleuchtung der Anwohner zahlen wolle.

Die Frau wendet sich an die Heimatzeitung. Nachfrage bei den Stadtwerken, bei der Stadt. Es scheint kompliziert.

„Ja, es ist richtig, dass ein Mitarbeiter der Stadtwerke Iserlohn zu Jahresbeginn einzelne Anlieger bezüglich der Straßenbeleuchtung in der Rittershausstraße angesprochen hat. In diesem Gespräch wurde über den Sachverhalt informiert, dass die irrtümliche Übernahme der Kosten der Straßenbeleuchtung auf den genannten Privatstraßen nicht weiter von der Stadt Iserlohn erfolgen wird“, teilt Matthias Gücking, Leiter Betrieb Strom bei den Stadtwerken mit.

Versäumnis und ähnliche Fälle an weiteren Adressen

Und: „Die Eigentümer (...) haben mit den Stadtwerken einen Vertrag über den Betrieb und Wartung der betreffenden Leuchten zum 1. April 2019 abgeschlossen. Ob oder wie eine Abrechnung an die Anlieger oder untereinander erfolgt, entzieht sich unserer Kenntnis“, heißt es weiter. Den Auftrag habe die Stadt im September 2018 erteilt. Acht Haushalte und sechs Laternen seinen betroffen.

Allein: die Anlieger, möglicherweise also die Eigentümer, wissen davon nichts.

Von der Stadt heißt es auf Nachfrage: „Bei der Erstellung des Baugebietes (in den 80er Jahren, Anm. d. Red.) durch die IGW (Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft) wurde die örtliche Bauleitung und Abrechnung durch das Tiefbauamt der Stadt Iserlohn übernommen. Zur Zeit der Planung und Ausführung damals stand noch nicht fest, ob die Straßen öffentlich oder privat werden sollen. Da aus den Akten keine eindeutige Aussage zu entnehmen ist, vermuten wir (...), dass zunächst wie in allen anderen Straßen eine Straßenbeleuchtung installiert und an das öffentliche Straßenbeleuchtungsnetz angeschlossen wurde. Nach Abschluss der Maßnahme wurde offensichtlich versäumt, die installierten Leuchten in die private Unterhaltung zu überführen.“

Versäumt also? Vergleichbare Konstellationen habe es in der Vergangenheit bereits auch an drei Adressen In den Hülsen und bei einer am Feldmarkring gegeben.

Am Ende kommt doch Licht ins Dunkel

Nächste Nachfrage: nun bei der IGW, die in den 80ern an der Rittershausstraße als Bauträger aktiv war. Die bringt schließlich Licht ins Dunkel: Es habe sich damals um ein Bauprojekt für günstiges Wohnen gehandelt, weshalb die Stadt für die Straßenbeleuchtung aufgekommen sei. Seit dem 1. April habe nun die IGW als städtische Tochter die Kosten für die Straßenbeleuchtung in den betreffenden Straßen übernommen. Denn: Die IGW als damaliger Bauträger ist Straßeneigentümer und somit eigentlich verantwortlich. Für die Anwohner ändert sich also: nichts. Die Frau, die sich an die Heimatzeitung gewandt hat, ist beruhigt. Am Ende viel Verwirrung um nichts.

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