Unfall

Unfallfahrt endet erst am Lutherhaus

Während sich der Notarzt um die 84-jährige Mutter der Unfallfahrerin kümmerte, entfernten die Feuerwehrleute die Türen der A-Klasse mit schwerem Gerät.

Foto: Torsten Lehmann

Während sich der Notarzt um die 84-jährige Mutter der Unfallfahrerin kümmerte, entfernten die Feuerwehrleute die Türen der A-Klasse mit schwerem Gerät. Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.   Eine 59-jährige Mendenerin kollidierte auf dem Kurt-Schumacher-Ring mit einem MVG-Linienbus und verwechselte dann wohl Brems- und Gaspedal.

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Vier Leichtverletzte und Sachschaden in fünfstelliger Höhe – das ist die Bilanz eines spektakulären Unfalls, der sich am Mittwochabend auf dem Kurt-Schumacher-Ring ereignete.

Kurz nach 18 Uhr wollte eine 59-jährige Mendenerin, die mit ihrer Mercedes-A-Klasse in Richtung Altstadt unterwegs war, an der Einmündung Bohnenstraße in Richtung Poth abbiegen. Dabei muss sie laut der Polizei den MVG-Bus der Linie 13, der neben ihr auf der Busspur unterwegs war, übersehen haben. Beide hätten noch versucht zu bremsen, der Zusammenstoß ließ sich jedoch nicht mehr verhindern. Dabei wurde die A-Klasse im Bereich der rechten hinteren Tür und der Bus vorne links beschädigt, so dass dort unter anderem auch eine Scheibe zersplitterte. Durch die Wucht des Zusammenstoßes und den Schrecken darüber, so vermutet die Polizei, habe die Mendenerin dann wohl das Brems- mit dem Gaspedal verwechselt. Jedenfalls fuhr sie über einen kleinen Zaun und mehrere Meter über eine Hecke, ehe sie erst an einem Erker des Lutherhauses zum Stehen kam.

Während die Fahrgäste in dem MVG-Bus nach Angaben des Unternehmens unverletzt blieben und der Fahrer einen Schock erlitt, wurden die 59-jährige Mendenerin und ihre 22-jährige in Iserlohn lebende Tochter, die auf der Rückbank saß, leicht verletzt und mit dem Rettungswagen ebenfalls so wie auch der Busfahrer ins Krankenhaus gebracht. Die 84-jährige Mutter der Mendenerin, die neben ihr im Auto saß, wurde ebenfalls verletzt.

Da es sich um keine lebensgefährlichen Verletzungen handelte und sich die Beifahrertür nicht mehr öffnen ließ, entschied sich die Feuerwehr zu einer „patientenorientierten Rettung“, bei der der Betroffene so schonend wie möglich aus dem Auto befreit wird. „Anders ist es bei einer ,Crash-Rettung’, bei der es auf jede Sekunde ankommt und dabei auch weitere Verletzungen nötigenfalls in Kauf genommen werden müssen, um das Leben des Patienten zu retten“, erläuterte Feuerwehr-Einsatzleiter Rolf Kost. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurden mit hydraulischem Rettungsgerät die Türen abgetrennt, damit die 84-Jährige aus dem Auto aussteigen konnte. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt war der Kurt-Schumacher-Ring rund eine Stunde gesperrt.

Einen großen Schrecken bedeutete der Unfall auch für den Kantorei-Chor „5 nach 5“, der zu dem Zeitpunkt im Saal des Lutherhauses probte. Während die 20 Jugendlichen und Leiterin Ute Springer den Zusammenstoß von Bus und Auto gar nicht bemerkten, klirrten im nächsten Moment schon die Scheibe, in die das Auto fuhr. Die Doppelverglasung verhinderte, dass es innen Scherben gab. Mehrere Tische, die in dem Erker gelagert wurden, kippten um, und die Wucht war so groß, dass sich auch die Fußleisten abgelöst hätten. Verletzt wurde zum Glück niemand. Wie groß der Schaden am Gebäude ist, steht noch nicht fest.

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