Rathaus

Umbau am Bömberg soll schnell beginnen

Ab wann genau der Verwaltungsbetrieb am Bömberg zu finden sein wird, hängt von Vergabe und Umbauarbeiten ab.

Ab wann genau der Verwaltungsbetrieb am Bömberg zu finden sein wird, hängt von Vergabe und Umbauarbeiten ab.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Unmittelbar nach der Auftragsvergabe wird die ehemalige Realschule zu einem Behelfsrathaus umfunktioniert.

Für den Außenstehenden sind die bisherigen Veränderungen rund um den Brandschutz im Rathaus I am Schillerplatz scheinbar geräuschlos verlaufen, nachdem im Oktober derart eklatante Mängel aufgefallen waren, dass diese den Betrieb in dem 1974 eingeweihten Gebäude insgesamt in Frage stellten. Nach technischen und organisatorischen Nachbesserungen läuft es mit Einschränkungen weiter, doch der im Herbst angedachte große Schritt wird tatsächlich gerade vorbereitet: der vorübergehende Umzug der Mitarbeiter aus dem denkmalgeschützten Gebäude am Schillerplatz in die ehemalige Realschule am Bömberg.

„Das letzte, was man sieht, sind die zusätzlichen Fluchttreppen“, berichtet Stadtbaurat Thorsten Grote von den jüngsten Veränderungen im Rathaus I. Wie berichtet, waren bereits teilweise Zwischenwände eingezogen worden, bei Brandschutztüren die darüberliegende Verglasung geschlossen und neue Durchgänge und Brandschutztüren eingebaut worden. „Die Maßnahmen laufen permanent weiter“, sagt Grote, damit der Betrieb weitergehen kann. Die Lüftungsanlage in der Tiefgarage laufe nun wie von Experten empfohlen auf maximaler Leistung, außerdem hat die Verwaltung organisatorische Maßnahmen ergriffen: Brandschutz- und Evakuierungshelfer seien geschult worden, regelmäßig gebe es Alarmübungen, zuletzt vor Weihnachten. Und in der vergangenen Woche hatte es erneut eine Aufforderung zur Räumung des Hauses gegeben, weil durch Staub von Handwerkerarbeiten die Rauchmelder ausgelöst hatten – eine unfreiwillige praktische Übung sozusagen vor dem ernsten Hintergrund der Sicherheit im Rathaus.

Mitarbeiter im Rathaus Isind enger zusammengerückt

Außerdem seien die Rathaus-Mitarbeiter enger zusammengerückt. Die fünfte und sechte Etage stehen ja schon länger leer, in der vierten Etage arbeiten laut Grote nun nur noch zwölf Personen: Diese Zahl an Menschen lasse sich innerhalb der planmäßig zulässigen Zeit notfalls per Drehleiter retten.

Andere Mitarbeiter sind in Besprechungsräume in Rathaus I und II umgezogen, die Verwaltung sei enger zusammengerückt. Gut 20 Mitarbeiter der Schulverwaltung, des Kulturressorts und des Personalrats haben Räume in der früheren Hauptschule Im Wiesengrund bezogen. Das Kulturressort sitzt dort quasi im Großraumbüro, einem ehemaligen Klassenraum. Für den Personalrat wurden Gipskartonwände eingezogen und die Schulverwaltung arbeitet in vorhandenen Einzelbüros dort, wo früher die Schulleitung ihre Schreibtische hatte.

Aktuell arbeiten im Rathaus I noch etwa 250 Verwaltungsmitarbeiter, die ehemalige Maximalbelegung gibt Grote mit 290 an. Dass mit dem Gebäude etwas passieren muss, ist offenkundig. Die Verwaltung hatte dafür schon im vergangenen Jahr von der Politik Prüfaufträge erhalten, die von der Sanierung über einen Neubau an anderer Stelle bis hin zur Frage eines Abrisses die gesamte Vielfalt des Denkbaren umfassen.

Zu den Beschlüssen gehört auch, die leergezogene Realschule am Bömberg als vorübergehenden Ausweichstandort herzurichten und zu nutzen. „Da sind wir aktuell in den letzten Zügen, die Pläne aufzustellen und dann die Arbeiten über einen Generalunternehmer auszuführen“, erläutert Grote. Letzte Details rund um Raumaufteilung und EDV würden gerade geklärt. Nach der kurz bevorstehenden Ausschreibung soll noch im Februar über die Vergabe entschieden werden mit dem Ziel eines sofortigen Umbaubeginns.

Die Parkplatz-Problematikist noch nicht geklärt

Nicht mit zum Bömberg umziehen soll bekanntlich das Jugendamt, das im „Hansahaus“ an der Hans-Böckler-Straße unterkommt. Die IGW als Eigentümerin des Objekts sei, so Grote, dabei, die Planungen abzuschließen, damit der Umzug im Sommer stattfinden könne. Ebenfalls im Sommer soll auch das Ausweich-Rathaus am Bömberg bezogen werden. Anwohner dort rechnen bereits mit Parkproblemen im Viertel, wenn Mitarbeiter und Besucher ihre Fahrzeuge abstellen wollen. „Das ist das einzige Thema, das noch nicht geklärt ist“, sagt Stadtbaurat Grote dazu. Auf dem Schulgelände könnten nach seiner Einschätzung im Bereich des früheren Lehrerparkplatzes zusätzliche Stellflächen geschaffen werden. Keinesfalls sollen jedoch Parkflächen für alle Rathausmitarbeiter bereitgestellt werden. Ideen, wie das konkret geregelt werden könnte, seinen noch nicht spruchreif. Grote verweist darauf, dass die Tiefgarage des Rathauses I auch nach einer Räumung weiterhin genutzt werden könne. Die Lösung beim Parkproblem ist noch offen, doch Grote versichert: „Es kann nicht sein, dass die Mitarbeiter dann im Wohngebiet stehen.“

Wann genau der Verwaltungsbetrieb am Bömberg zu finden ist, wird am Ende von der Vergabe und dem Abschluss der Umbauarbeiten abhängen. „Der Leerzug wird im jedem Fall noch dieses Jahr erfolgen“, formuliert Grote mit Blick auf das Rathaus I. Was aus dem denkmalgeschützten Bau der 70er Jahre wird, scheint derzeit völlig offen. Im nächsten Schritt haben Gutachter für Baugrund, Statik und Brandschutz das Wort, um den Rahmen der zukünftigen Nutzung abzustecken. Die bautechnische Seite ist das eine, die politische eine andere. „Da wird der Rat der Stadt ein gehöriges Wort mitzureden haben“, sagt Grote und geht davon aus, dass eine umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden müsse. „Rathäuser baut man nicht alle Nase lang. Das sollte sitzen, wenn man eins baut oder saniert.“

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