Leben

Tierisch was los in der Kirschblütenresidenz

Die Bewohner genießen den Besuch der tierischen Gäste sichtlich.

Die Bewohner genießen den Besuch der tierischen Gäste sichtlich.

Foto: Michael May

Sümmern.  Esel, Schaf und Schwein – ganz besondere Besucher fanden sich am Freitag in der Kirschblütenresidenz. Sehr zur Freude von Groß und Klein.

Ein Esel steht mitten auf dem Gehweg an der Dahlbreite. Und er bewegt sich keinen Zentimeter. Neugierige Passanten bleiben stehen und versuchen rauszufinden, was hier los ist. Ein großer Transporter verrät: die Eseltherapie Terhürne aus Bergkamen ist zu Gast in der Kirschblütenresidenz.

Wer dann den Aufenthaltsraumbetritt, traut seinen Augen kaum: die Tische sind zusammengeschoben und mit blauen Handtüchern ausgelegt, darauf tummeln sich Meerschweinchen, Kaninchen, ein kleiner Hund und ganz in der Mitte liegt ein Schwein. Rund um den Tisch verteilen sich die Bewohner und verwöhnen die Tiere mit ausgiebigen Streicheleinheiten. Schwein Fritz wird sogar mit Klobürsten massiert.

Immer mehr Senioren drängen sich um den Tisch, für jeden wird ein Platz gesucht, damit alle mit den Tieren schmusen können. „Zweimal im Monat haben wir eine reguläre Tiertherapie hier, mit Hunden und Kaninchen. Das ist vor allem für unsere hochdementen Bewohner. Jetzt wollten wir auch für die fitten etwas Besonderes bieten“, erklärt Frau Lindemann vom sozialen Dienst des Pflegeheimes.

„Das hatten wir auch noch nicht, dass alle Mitarbeiter hier runterkommen um Fotos zu machen“, sagt eine Mitarbeiterin und tatsächlich, es scheint, als sei das gesamte Personal versammelt um einen Blick auf dieses Spektakel zu erhaschen. Unterdessen hat Alois Terhürne, Mitarbeiter der Eseltherapie, Schwein Fritz mit einem Brötchen weggelockt und während die anderen tierischen Gäste Salat und Paprika von den Bewohnern bekommen, setzt er noch zwei Seidenhühner in die Mitte der lachenden und scherzenden Senioren.

Jung und Alt genießen das Zusammensein mit Esel & Co.

Ausgiebig wird Aussehen und Verhalten der Tiere diskutiert, gestreichelt und gefüttert. „Das Huhn muss mal zum Friseur, das kann ja gar nicht mehr gucken“, sagt eine Bewohnerin und bringt damit ihre Mitbewohner, Pflegeteam und auch die Tiertherapeuten zum Lachen.

„Aber bekommen die dann nicht Blähungen?“, fragt eine Bewohnerin sorgenvoll, als sie die Kaninchen mit Salat füttert. Eine andere kündet an, eins der Kaninchen kurzerhand mit in ihr Zimmer zu nehmen. „Da müssen wir hinterher gründlich nachzählen, ob noch alle Tiere da sind“, scherzt Stefan Könnicke, der seit Juni die Kirschblütenresidenz leitet. „Manche Bewohner, die sonst gar nicht mehr lachen, lachen und scherzen jetzt – Ziel klar erreicht, würde ich sagen“, stellt er mit zufriedenem Blick auf die mit den Tieren schmusenden Bewohner fest.

Als Terhürne und Könnicke die etwas größeren Vierbeiner, Schaf Sunny und Esel Kimi, reinholen, bleiben draußen zwei Tagesmütter stehen. Kurzerhand lädt Könnicke sie gemeinsam mit den fünf Kleinkindern ein: „Jung und Alt mit Tieren zusammen, so soll das sein.“

Die großen Tieren wecken bei den Bewohnern Erinnerungen an ihre Vergangenheit und auch der Kontakt zu den kleinen Kindern lässt sie aufblühen. Als Hund Lumpi dann auch noch beginnt, die Meerschweinchen spielerisch zu jagen, greifen gleich mehrere Bewohner beherzt ein. Terhürne winkt nur ab: „Na was meinen Sie denn, wieso sie Lumpi heißt?“

Die Interaktionen mit den besonderen tierischen Gästen soll den Bewohnern Nähe und Sicherheit geben, aber sie auch aktivieren. Könnicke zieht ein positives Fazit: „Dieser erste Besuch war ein klarer Erfolg, weitere sollen noch folgen. Das tut unseren Bewohnern einfach gut – und das ist das Wichtigste.“

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