Konzert

Rockröhre über Barendorf

Bei „Herocks“ mit Jini Meyer als Frontfrau wurde es vor der Bühne richtig eng.

Bei „Herocks“ mit Jini Meyer als Frontfrau wurde es vor der Bühne richtig eng.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.   Jini Meyer und ihre Band „Herocks“ bringen rund 1000 Fans zum Kochen

Jini in Barendorf – das hat es seit 2006 nicht mehr gegeben. Und es ist zum 25-jährigen Bestehen des Rock-Festivals die erhoffte und erwartete Party geworden. Niemand kann mehr Dampf auf der Bühne machen und niemand kann das Publikum so mitreißen wie diese unnachahmliche Rockröhre aus Letmathe. Da kann auch kein Regenschauer kurz vor ihrem Auftritt am Samstagabend und kein Absinken der Temperaturen auf gefühlte 10 Grad etwas gegen machen. Rund 1000 Rock-Fans drängten sich vor der Bühne – eine im Grunde perfekte Menschenmenge, wie Organisator Thomas Herr sich freute. Denn so ist es richtig voll aber nicht überfüllt, so dass jeder alles sieht und hört, alles bekommt, was er braucht, und den Abend richtig genießen kann. Kaum auszudenken also, wie es ausgesehen hätte, wäre es ein echter Sommerabend und kein Ausflugs-Pfingstwochenende gewesen.

Vor 13 Jahren war sie mit ihrer ersten Band „Blue Cinnamon“ beim Rocksommer dabei – eine Coverband, mit der sie schon damals ihre Lieblings-Songs aus ihrer Jugend nachgespielt und neu interpretiert hat. Und obwohl sie mit „Luxuslärm“ große Erfolge auch als Songwriterin gefeiert hat und sie auch jetzt mit ihrem neuen Solo-Projekt wieder mit eigenen Sachen auf Tour geht, ist ihr das Covern immer ein wichtiger Teil ihres Musiker-Daseins geblieben.

Ausnahmslos druckvolle Strong-Beat-Nummern

„Es gibt so viele Alben, die mich begleitet und geprägt haben“, verriet sie am Samstag. Und aus diesem Fundus schöpft sie nun auch mit ihrer aktuellen Cover-Band „He­rocks“, bei der sie nicht alleine, sondern zusammen mit dem Sänger Manuel Hahn in den letzten drei Rock-Jahrzehnten wildert – getragen von einer famosen Band mit dem ebenfalls ehemaligen „Luxuslärm“-Gitarristen Henrik Oberbossel an der Spitze. Oberbossel war am Samstag aber leider verhindert und musste ersetzt werden. Ihn hätte man ebenfalls sehr gerne als Antreiber auf der Open-Air-Bühne gesehen.

Der „Herocks“-Auftritt wurde aber auch so eine ziemlich mitreißende Sache, denn das Programm bestand nahezu ausnahmslos aus druckvollen Strong-Beat-Nummern von „Easy Lover“ (Genesis) über „Beat it“ (Michael Jackson) bis „Time after Time“ (Cindy Lauper) in einem sehr rockigen Arrangement. Sogar „Led Zeppelin“ hatte die Band mit im Programm. Besonders eindrücklich wurde es aber, wenn die Musiker ihre eigenen Versionen regelrecht zelebrierten und Jini sich die Songs auf sehr emotionale Weise zu Eigen macht. „You Oughta Know“ von Alanis Morissette zählte dazu, vor allem aber ihr derzeitiger Top-Hit „Broken Wings“ von „Mr. Mr.“ – Songs, die durchaus eine Aussage haben und die Jini durch ihre Lebenserfahrung glaubwürdig und bewegend rüberbringt.

Der Abend hatte schon ziemlich stark angefangen. Die fünf Männer der Iserlohner Band „Coming Down“ – alle ganz in schwarz und mit gewittrigem Heavy-Rock-Sound bewaffnet – hatten zwar noch mit dem Regen zu kämpfen, brachten den am frühen Abend von halb vollen Dorfplatz aber schon ganz gut in Bewegung. Mit Jini ging dann aber die richtige Druckwelle durch die Masse. Die Frau gehört auf die Bühne, und es ist gut, dass sie dort auch mit immer neuen Projekten bleibt.

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