„HeimatSprechstunde“

Prostatabeschwerden – oft verschwiegen

Prof. Dr. med. Marcus Schenck rät zu möglichst gesunder Ernährung und viel Bewegung, um Prostata-Krebs vorzubeugen.

Prof. Dr. med. Marcus Schenck rät zu möglichst gesunder Ernährung und viel Bewegung, um Prostata-Krebs vorzubeugen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Urologie-Chefarzt Prof. Dr. Marcus Schenck nimmt in der „Heimat-Sprechstunde“ viele Sorgen und Ängste.

„Männer wollen ein mögliches Problem mit ihrer Prostata im Grunde ihres Herzens nicht wahrhaben.“ Das sagt Prof. Dr. Marcus Schenck, Chefarzt der Urologie am St.-Elisabeth-Hospital, gleich zu Beginn des Gesprächs über dieses gern untergegrabene „Männer-Pro­blem“. Vielleicht, so fügt er noch hinzu, liege die eher seltene Thematisierung oder bewusste Ausblendung auch daran, dass sich Probleme mit der Prostata, auch wenn sie sie gar nicht mal bösartig seien, oftmals nur sehr langsam ausbildeten und entwickelten und somit bei vielen Betroffenen eben auch nicht wirklich auf dem Schirm seien. „Erst, wenn es nicht mehr richtig funktioniert, fragt man dann mal vorsichtig beim Arzt nach.“ Zunächst einmal – und dem stimmt auch der Fachmann zu – ist die Prostata ja ein ganz normales Organ.

Aber ist sie auch lebenswichtig? Auch das ist aber schon eher eine etwas knifflige Frage. Um den für die Fortpflanzung notwendigen Spermien den rechten Weg zu zeigen, ist die Prostata schon unersetzlich, zur Aufrechterhaltung der menschlichen Vitalfunktionen allerdings tatsächlich nicht.

Häufiger Harndrang kann ein Anzeichen sein

Und was können Anzeichen einer Störung sein? „Bei einer Vergrößerung oder auch entzündlichen Veränderung der Prostata kann häufiger Harndrang auftreten. Oder bei der Vergrößerung eben auch der Umstand, gar kein Wasser lassen zu können.“ Auch Erektionsstörungen und/oder daraus resultierende Potenzprobleme können ihre Ursache in einer Prostataveränderung haben.

Allerdings müsse ein Betroffener, so Prof. Dr. Schenck, auch nicht immer sofort das Schlimmste annehmen und sofort an Krebs denken. „Bei 80 Prozent aller Männer über 60 kann es zu einer Störung kommen, die meist gutartig ist.“ Entzündungen würden allerdings auch bei schon jüngeren Männern auftreten können.

Spannend sind auch die Antworten des Fachmanns auf die Frage: Welche Rolle beziehungsweise welchen Aussagewert hat in diesem Zusammenhang der berühmte PSA-Wert? Der Wert des „Prostata spezifischen Antigens“ (PSA) sei ein Enzym, das in die Blutbahn abgegeben würde und das in letzter Zeit stark in die Diskussion geraten sei. „Es macht überhaupt keinen Sinn, bei allen Männern diesen grundsätzlich zu bestimmen. Das macht nur Angst.“ Krebs-Auffälligkeiten in der Familiengeschichte könnten allerdings durchaus ein Test-Grund sein.

Wenn es aber nun passiert ist, und Prof. Schenck und sein Team mussten bei einem Patienten tatsächlich Prostata-Krebs diagnostizieren – ist das von vornherein ein Todesurteil? „Auf gar keinen Fall. Daran sollte der Mann nicht sterben, weil wir inzwischen unterschiedlichste, Erfolg versprechende und individuelle Behandlungsmöglichkeiten haben.“ Dass das „gesunde, ausgewogene Leben“ mit reichlich Mischkost und möglichst viel Bewegung eine Möglichkeit der Vorbeugung vor möglichen Erkrankungen ist, kann Prof. Schenck auch in diesem Gespräch natürlich nur unterstreichen. Warum aber Fahrradfahren oder auch ein zu heißes Vollbad überraschende Auswirkungen auf eine PSA-Untersuchung haben können, erklärt Prof. Dr. Schenck im aktuellen „Heimat-Sprechstunde“-Podcast (www.ikz-online.de) ebenso wie die unterschiedlichen Behandlungsansätze.

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