Corona

Polizei des Märkischen Kreises verfilmt Radfahrausbildung

Radfahrausbilder Michael Kaufhold kann den Schülern wieder persönlich den „UHU“ beibringen.

Radfahrausbilder Michael Kaufhold kann den Schülern wieder persönlich den „UHU“ beibringen.

Foto: Carolin Meffert / IKZ

Hennen.  Die Polizei im Märkischen Kreis hat die komplette Radfahrausbildung unter dem Titel „Online statt Schulhof“ verfilmt.

Umschauen, Handzeichen, und noch einmal umschauen: Jetzt kann Verkehrssicherheitsberater Michael Kaufhold den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Hennen unter anderem wieder den so genannten „UHU“ beibringen und die Kinder fit für den Straßenverkehr machen. Aufgrund der Corona-Pandemie war das zuletzt nicht möglich. „Das hat uns sowohl fachlich als auch menschlich sehr Leid getan“, sagt Andreas Filthaut, Chef der Verkehrsunfallprävention der Polizei des Märkischen Kreises.

Vermittlung von Fachlichkeitund Menschlichkeit

Denn schließlich bedient die Verkehrsunfallprävention des Märkischen Kreises alle Grundschulen zur Radfahrausbildung und sorgt dafür, dass die Kinder flächendeckend geschult werden. Dabei werde nicht nur Fachlichkeit vermittelt, sondern eben auch Menschlichkeit. „Dadurch wird den Kindern auch der positive Draht zur Polizei ermöglicht und die Polizei als Freund und Helfer dargestellt“, unterstreicht auch Stefan Höll, Schulleiter der Grundschule Hennen und Berater für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung des Märkischen Kreises für die Grundschulen.

Die Radfahrausbilder der Polizei waren während des Lockdowns nicht untätig. Um einen Ausgleich zu schaffen, haben die Polizistinnen und Polizisten die gesamte Radfahrausbildung unter dem Motto „Online statt Schulhof“ verfilmt. Einen Stick mit den insgesamt zwölf Videos überreichte die Polizei nun an Stefan Höll, bei dem sich alle Grundschulen im Kreis melden können. Zusätzlich sind die Videos aber auch online auf der Homepage der Polizei des Märkischen Kreises abrufbar.

„Die Videos sind in zwei Blöcke unterteilt“, erklärt Radfahrausbilderin Isabel Fröhlich. Im ersten Block geht es um die elementaren Dinge, zum Beispiel, wie der Helm richtig sitzt oder wie das verkehrssichere Fahrrad aussieht. „Im zweiten Block werden die einfachsten Verkehrssituationen erklärt, die das Kind beherrschen muss“, berichtet Isabel Fröhlich weiter.

Die Videos seien deswegen auch eine Möglichkeit, die Eltern zu erreichen und ihnen zu vermitteln, was von den eigenen Kindern erwartet wird. „Es ist auch eine Motivation für die Eltern, wenn sie wissen, dass die Polizei vor Ort ist. Die Eltern schnappen sich ihre Kinder dann und üben für die ,Prüfung’“, ist sich Isabel Fröhlich sicher. Positiv sei außerdem, dass durch die Videos flächendeckend im Kreis eine einheitliche Sprache vermittelt wird.

Videos können praktische Ausbildung nicht ersetzen

Die Videos können die praktische Radfahrausbildung allerdings nicht ersetzen, sondern nur Werkzeug zum Training sein. „Man sieht ja nur den reinen Handlungsablauf und nicht die unterschiedlichen Verkehrssituationen. Das muss jedes Kind selbst erfahren“, erklärt die Polizistin weiter.

Daher sei es wichtig, dass die Polizei als Unterstützung für die Verkehrserziehung in die Schulen kommen. Probleme gibt es aber im Bereich des Personals. Betroffen ist bereits das Puppentheater, das in den ersten Klassen aufgeführt wird. Dabei wird unter anderem spielerisch erklärt, wie die Kinder sicher zur Schule gehen oder wie eine Ampel überquert wird. „Wir haben schon jetzt Schwierigkeiten, dass die Termine für das Puppentheater rar geworden sind. Nicht jede Grundschule hat die Möglichkeit, in den Genuss zu kommen“, weiß Höll. Derzeit sind acht Beamte in der Verkehrsunfallprävention aktiv, stellenmäßig sind sechs eingeplant. Und auch zwei Pensionierungen stehen bevor. „Brauchen würde ich zehn Radfahrausbilder“, sagt An­dreas Filthaut.

Gerade jetzt, da der Verkehr auf den Straßen steigen würde, für mehr Nachhaltigkeit plädiert und Mobilität bei Kindern im umweltfreundlichen Sinne erreicht werden wolle, sei eine ordentliche und sinnvolle Begleitung das Wichtigste. „Deshalb wäre ein Wegfall dieser Unterstützung ein falsches Signal“, ist sich Stefan Höll sicher.

Die Videos sind auf der Homepage der Polizei des Märkischen Kreises online abrufbar.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben