Seilersee

„Parkhausbündnis“ setzt sich durch

Links das Parkhaus, rechts die Eissporthalle: Am Seilersee soll ein neues Parkhaus mit über 400 Stellplätzen entstehen. Hintergrund ist der Neubau für die zweite Gesamtschule.

Foto: Animation: Architekturbüro Ebeling

Links das Parkhaus, rechts die Eissporthalle: Am Seilersee soll ein neues Parkhaus mit über 400 Stellplätzen entstehen. Hintergrund ist der Neubau für die zweite Gesamtschule. Foto: Animation: Architekturbüro Ebeling

Iserlohn.   Das geplante neue Parkhaus vor der Eissporthalle am Seilersee ist seit Monaten ein politischer Zankapfel in der Waldstadt. Ein klares Signal hat der Verkehrsausschuss am Donnerstagabend gegeben – und empfiehlt mehrheitlich, das Parkhaus zu bauen.

Das geplante neue Parkhaus vor der Eissporthalle am Seilersee ist seit Monaten ein politischer Zankapfel in der Waldstadt. Ein klares Signal hat der Verkehrsausschuss am Donnerstagabend gegeben – und empfiehlt mehrheitlich, das Parkhaus zu bauen.

Trotz der politischen Debatten in den vergangenen Monaten kam das Votum der Stadträte im Ausschuss nicht überraschend: Im Kern geht es um das Gesamtkonzept für die neue Gesamtschule, die bis Sommer 2019 am Seilersee entsteht. Dafür gab es eine klare Mehrheit des „Bildungsbündnisses“ aus SPD, Grünen, Linken, FDP und UWG-Piraten im Stadtrat. Zur Schulplanung gehört dabei auch ein neues Parkhaus, das auf der Stellfläche vor der Eissporthalle errichtet werden soll.

Jährlich hohe Verluste durch das Parkhaus

Das Bauwerk mit geplanten 417 Stellplätzen auf acht Halbgeschossen soll insgesamt rund 6,6 Millionen Euro kosten. Bauen und betreiben soll es die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) als Tochtergesellschaft der Stadt (wir berichteten).

„Die CDU bleibt konsequent. Wir haben die zweite Gesamtschule an diesem Standort abgelehnt – und lehnen auch dieses Parkhaus ab“, bekräftigte der stellvertretende Fraktionschef Michael Schmitt. Die Union hält vor allem das Finanzmodell für fragwürdig: Die Stadt rechnet jährlich mit rund 220 000 Euro Verlust in den Anfangsjahren. Das ergibt nach fünf Jahren weit über eine Million Euro an Defizit. „Und das, obwohl man gar nicht weiß, ob die Prognosen bei den Einnahmen überhaupt zutreffen“, sagte Schmitt.

Grünen-Sprecher Martin Isbruch konterte: „Die Grünen-Fraktion bleibt ihrer Haltung treu. Wir waren für die zweite Gesamtschule – auch wenn wir sie in Hennen besser gefunden hätten – und stimmen auch dem Parkhaus zu.“ Isbruch und der Vorsitzende des Beirats für Behinderte, Peter Martin, betonten, bei den Parkhausplänen ausreichend Stellplätze für Menschen mit Handicap zu berücksichtigen.

„Ich glaube, es ist wohl einmalig in Deutschland, dass man für Spitzensport kostenlose Parkplätze vor der Haustür hat“, meinte Linken-Sprecher Manuel Huff mit Blick auf die aktuelle Lage vor der Eissporthalle. Eine Neuordnung am Seilersee sei dringend erforderlich – und dies sei im Verkehrskonzept zur Gesamtschule vernünftig berücksichtigt. Wie Grüne und Linke gab auch Markus Neumann für UWG-Piraten das Signal pro Parkhaus: „Wir stehen zu unserem Wort und werden zustimmen.“ Das Bildungsbündnis ist also auch ein Parkhausbündnis – und behielt samt SPD die Oberhand. Die Blaue Fraktion lehnte hingegen wie die CDU das Parkhaus ab.

Am Freitag berät der GfW-Aufsichtsrat über die Pläne, und am 20. März entscheidet der Stadtrat abschließend. Noch 2018 soll der Bau beginnen.

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