Leben

Oberhaupt von Fünf-Generationen-Familie

Immer ein Lächeln auf den Lippen (v. li.): Marlies Neuhaus, Margarete Graumann, Susanne Wylenzek, Mila Glitz und Katrin Glitz.

Immer ein Lächeln auf den Lippen (v. li.): Marlies Neuhaus, Margarete Graumann, Susanne Wylenzek, Mila Glitz und Katrin Glitz.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die 99-jährige Margarete Graumann freut sich sehr über den Zuwachs für das Frauenquintett, den seit drei Wochen Nesthäkchen Mila komplettiert.

Wenn Margarete Graumann aus ihrem Leben erzählt, dann lauschen ihr vor allem drei andere Frauen besonders aufmerksam: Tochter Marlies Neuhaus, Enkelin Susanne Wylenzek und Urenkelin Katrin Glitz. Abgerundet wird die Frauenrunde seit drei Wochen noch von Nesthäkchen Mila Glitz – und damit Margarete Graumanns Ururenkelin. Insgesamt gibt es also fünf Generationen in der Familie. Alle wohnen schon ihr ganzes Leben in Iserlohn, sind auch hier geboren. „Nur Mila hat in Schwerte das Licht der Welt erblickt“, sagt Katrin Glitz schulterzuckend.

Margarete Graumann ist mit ihren 99 Jahren natürlich das unbestrittene Familienoberhaupt. „Ich wohne alleine, meine Tochter und meine Enkelin kommen an vier Tagen die Woche stundenweise zu mir und helfen mir mit dem Anziehen oder bereiten das Mittagessen vor“, erzählt sie. An sich gehe es ihr gut. „Nur die Knochen, die wollen nicht mehr so, Arthrose.“

In ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Wermingsen wohnt sie mittlerweile seit 45 Jahren, nur eine kleine Unterbrechung habe es gegeben. „Anderthalb Jahre haben wir in Hemer gelebt, aber als dann eine Annonce in der Zeitung stand, dass ein älteres Ehepaar als Mieter für eine Wohnung in dem Haus gesucht wird, haben wir sofort angerufen. Mein Mann als Elektromeister kannte ja jede Wohnung in dem Haus.“ Auch heute erfreut sie sich noch an der Hausgemeinschaft, vor allem, dass Familien in das Haus einziehen und Kinder geboren werden, sei eine Bereicherung. „So kommt endlich Leben in die Bude.“ Margarete Graumann kennt beinahe jeden Mieter beim Namen, pflegt den Kontakt und weiß eine Menge an Geschichten zu erzählen. „Die musst du doch kennen, sagt sie immer zu mir“, berichtet ihre Tochter und lacht über die Selbstverständlichkeit, die ihre Mutter an den Tag legt.

Nesthäkchen Mila ist der ganze Stolz der Familie

„Fünf Generationen an einem Tisch, das ist schon ein besonderes Glück“, sagen die vier Frauen und bekräftigen nachdrücklich, dass sie wohl wirklich das seien, was der Volksmund unter einer „Bilderbuchfamilie“ versteht. „Familienfeiern sind bei uns keine Pflichtveranstaltungen, sondern ein schöner Anlass, bei dem wir immer gerne zusammen kommen“, erzählt Susanne Wylenzek. Marlies Neuhaus ergänzt: „Ich habe ja auch noch einen Enkel, der ist jetzt 30, und der ist sehr traditionsbewusst. Weihnachten muss da immer nach Schema F ablaufen, aber das gehört für uns dazu.“

Der ganze Stolz der Familie liegt aber aktuell in den Armen von Katrin Glitz: Mila ist erst drei Wochen alt, aber hat jetzt schon die Herzen der Frauen erobert – und fordert die Aufmerksamkeit auch ganz klar ein. „Man macht sich doch immer Gedanken“, sagt Margarete Graumann, die froh ist, die Schwangerschaft ihrer Urenkelin hautnah miterlebt zu haben. Und auch Marlies Neuhaus, Uroma der kleinen Mila, kann die Augen nicht von ihr lassen: „So eine kleine süße Maus könnte ich mir immer anschauen. Abends schaue ich mir auf meinem iPad noch ein Bild von ihr an.“ Enkelin Katrin ergänzt: „Morgens bekomme ich auch jeden Tag direkt eine SMS mit der Frage, ob es Mila gut geht.“

Das Haus von Marlies Neuhaus und Susanne Wylenzek im Grüner Tal liegt idyllisch im Iserlohner Stadtwald. „So schön grün es hier im Tal ist, weiter oben vertrocknen die Bäume schon. Das tut mir in der Seele weh“, erzählt die 74-jährige Marlies Neuhaus.

Regelmäßiges Saunieren für ein langes Leben

Die Familie ist erschüttert, was aktuell mit den Iserlohner Wäldern passiert. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es hier in zwei oder drei Jahren aussehen wird“, fügt Marlies Neuhaus hinzu. Und auch das Familienoberhaupt zeigt sich stark betroffen von den aktuellen klimatischen Entwicklungen: „Im Fernsehen zeigen sie schon schmelzende Gletscher, das ist wirklich schlimm.“

Für ihre gute geistige und auch gesundheitliche Verfassung hat Margarete Graumann eine einfache Erklärung: „Ich habe nie geraucht und getrunken. Zeit meines Lebens war ich regelmäßig in der Sauna.“ Diese Antwort sorgt bei den anderen für lautes Gelächter. „Das kann ja dann mit uns schon nichts mehr werden“, erklärt Marlies Neuhaus. Auf die Frage, wie alt sie denn werden will, hat Margarete Graumann keine Antwort. Als es dann um das Aufstellen zum Foto geht, zeigt sie jedoch, was in ihr steckt: „Ich kann überall hingehen, sogar die Treppe hoch!“

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