Ortsleben

Nußberger lassen in Sachen Sparkasse nicht locker

Kurt Blank (li.) von der Stadtteilkonferenz und andere Bürger suchten das Gespräch mit Vertretern der SPD.

Kurt Blank (li.) von der Stadtteilkonferenz und andere Bürger suchten das Gespräch mit Vertretern der SPD.

Foto: Vanessa Wittenburg

Iserlohn.  Bürger und Vertreter der Stadtteilkonferenz berichteten SPD-Mitgliedern bei einem Ortstermin ihre Sorgen und Nöte.

„Die Sparkasse Iserlohn wird ihrer Sozialverantwortung nicht gerecht“, lautet der Vorwurf der Stadtteilkonferenz Nußberg. Vor allem die älteren Bewohner fühlten sich „belogen und betrogen“, sei doch zugesichert worden, dass die Filiale in ihrer ehemaligen Erscheinungsform bis mindestens 2023 erhalten bleibe. Denn aus der ehemaligen Filiale mit Schalter und festen Ansprechpartnern ist eine kleine Bucht mit zwei Geldautomaten und zwei Geräten für Überweisungen geworden.

Privatsphäre? Fehlanzeige, findet Kurt Blank: „Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist der Abstand von 1,5 Metern kaum einzuhalten, Diskretion gibt es beim Geldabheben und bei Überweisungen nicht.“

Die Sorgen der betroffenen Bürger sowie von Vertretern der Stadtteilkonferenz hörten sich jetzt Vertreter der SPD-Fraktion, Eva Kitz, Peter Leye, Rolf Kaiser, Martin Luckert und Michael Scheffler an. Als Verwaltungsräte haben Scheffler, Kaiser und Leye die Entwicklungen rund um die Filiale am Nußberg hautnah miterlebt. „Uns war allerdings nicht klar, dass das so eine kleine Kammer werden soll. Das wurde nicht deutlich kommuniziert“, berichtete Peter Leye. Und dies werde den Anforderungen der Anwohner nicht gerecht. Mit Rollstuhl oder Rollator sei die Räumlichkeit sehr beengt, und vor allem die Senioren kämen nicht gut mit den digitalen Angeboten zurecht.

Keine Möglichkeit, Träger für Überweisungen einzuwerfen

Zu Beginn des Jahres sei die Filiale „sang- und klanglos“, wie Kurt Blanke erklärte, verkleinert worden. Besonderes Ärgernis: Die vorhandenen Schließfächer mussten kurzfristig geräumt werden, neue gibt es nur in Letmathe.

„Dass die Leute hier ihre Wertsachen in Pappkartons unter dem Bett lagern müssen, kann ja nicht zielführend sein“, weiß Blanke aus seiner Tätigkeit als Betreuer. Michael Scheffler merkt an, dass die Sparkasse auch die Möglichkeit biete, Geld nach Hause zu liefern. Den Tipp wollen die Bürgervertreter weitergeben, doch Christine Nothaft ist skeptisch: „Es gibt mittlerweile so viele Betrugsmaschen, die Leute sind da zum Glück sehr sensibilisiert, aber eine Geldlieferung ist vielen nicht geheuer.“ Dass die eigentlich beliebte Filiale, die wegen der vorhandenen Parkmöglichkeiten auch viele Bürger aus anderen Stadtteilen nutzten, jetzt nicht mal mehr eine Möglichkeit biete, Überweisungsträger einzuwerfen, ist den Anwohnern ein Ärgernis. Die Sozialdemokraten haben das Problem erkannt, und versprechen, Bemühungen für eine Verbesserung der Lage anzuregen, so Scheffler: „Es müssen Schließfächer gefunden werden, und die Abgabe für Überweisungen möglich gemacht werden.“ Und auch der fehlende Service soll angegangen werden, verspricht Martin Luckert: „Es muss ja möglich sein, zumindest versuchsweise, an ein oder zwei Tagen Mitarbeiter am Standort einzusetzen, damit die Menschen am Nußberg weiterhin problemlos ihre Anliegen klären können.“

Kurt Blank, Christine Nothaft und Freddy Schulte sind dankbar, dass sich die SPD ihrer Sorgen und Nöte annimmt. Sie kündigen an: „Wir lassen nicht locker.“

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