Mittwochs im Museum

Neue Vortragsthemen von Eisenbahn bis Bauernkirche

V.l.n.r Hilke Müsse, Marlis Gorki und Renate Brunswicker

V.l.n.r Hilke Müsse, Marlis Gorki und Renate Brunswicker

Foto: Alexander Barth / IKZ

Iserlohn.  Neun Vorträge zur Iserlohner Lokalgeschichte hat der Förderkreis FIM 2020 im Programm der Reihe „Mittwochs im Museum“.

Marlis Gorki wirkt ein wenig zerknirscht, als sie die neun Termine im Rahmen der Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“ für das Jahr 2020 vorstellt – 2019 seien es schließlich zehn gewesen. „Unsere Stammgäste erwarten, dass wir regelmäßig etwas im Programm haben“, fügt die Projektleiterin erklärend hinzu. So oder so kann der Förderkreis Iserlohner Museen (FIM) stolz sein auf das Angebot, das die leidenschaftlichen Heimatforscher ehrenamtlich auf die Beine stellen und das für die Besucher vollständig kostenlos ist.

Vortragsreihe ist inzwischen selbst eine Erfolgsgeschichte

Sie erinnert sich noch an die Anfänge der Vortragsreihe, als der Förderkreis noch im damaligen Seilerseerestaurant tagte. „Im ersten Jahr drehte sich alles um Sitten und Bräuche in Iserlohn“. Das ist fast 30 Jahre her und damit inzwischen auch schon fast Geschichte – eine Erfolgsgeschichte, was allein schon die 23 heimatkundlichen Publikationen verdeutlichen, die inzwischen unter der Ägide des Förderkreises veröffentlicht worden sind, der im vergangenen Jahr seinen 40. Geburtstag gefeiert hat.

„Unsere Kombination aus Vorträgen und Exponaten, um Lokalgeschichte zu vermitteln, ist in Iserlohn einmalig“, glaubt Renate Brunswicker, die 1. Vorsitzende des FIM. Dafür sei die enge Zusammenarbeit mit den städtischen Museen unerlässlich, die ihrerseits von den Impulsen der Ehrenamtlichen profitierten, denn die Zuhörer der Vorträge würden motiviert, diese zu besuchen und den Heimat-Horizont zu erweitern.

Als besonderen Reiz von „Mittwochs im Museum“ betrachten Marlis Gorki, Renate Brunswicker und ihre Stellvertreterin Hilke Müsse einerseits die familiäre Atmosphäre im renovierten Keller des alten Fachwerkhauses am Fritz-Kühn-Platz, in dem der Förderkreis das Museum für Handwerks- und Postgeschichte betreibt. Andererseits seien es die Gäste, berichtet Marlis Gorki: „Wir haben nicht nur Stammpublikum, fast immer kommen zum jeweiligen Thema auch Leute, die einen persönlichen Bezug dazu haben, familiär oder beruflich.“ Auf diese Weise sei der Förderkreis schon an so manches Exponat gekommen, das andernfalls auf einem Dachboden verblieben und vielleicht für immer verloren gegangen wäre.

Es sind aber auch die Referenten, die sich oft schon seit Jahrzehnten intensiv mit der Iserlohner Geschichte befassen oder als Experten in eigener Sache auftreten. Etwa Firmenchef Jürgen Schwerter, mit dem Marlos Gorki bei einer Betriebsführung ins Gespräch kam. „Der wusste so spannende Geschichten über seinen Familienbetrieb zu erzählen, da musste ich ihn einfach bitten, damit einmal zu uns zu kommen.“ Genau so dürfen sich Besucher auf Dietrich Berkenhoff freuen, der ebenfalls aus dem Nähkästchen plaudern kann.

Zwei Themen von 2019 werden fortgesetzt

Den Auftakt im neuen Jahr machen zunächst zwei Fortsetzungen: Nachdem Ulrich Betten beim letzten Vortrag über die lokale Eisenbahngeschichte wegen der Fülle seiner Erkenntnisse mit den etwa 60 Minuten nicht ausgekommen ist, dürfen sich nicht nur Schienenverkehr-Fans am kommenden Mittwoch auf Teil zwei freuen. Marlis Gorki kündigt an, weitere Biografien von Iserlohner Frauen zu beleuchten, und zwar nicht nur aus der Schicht der Privilegierten: „Wir haben das Glück, Aufzeichnungen über zwei Arbeiterinnen zu haben, die ihr ganzes Leben beim selben Betrieb beschäftigt waren – eine von ihnen ungelogen mehr als 80 Jahre.“

Klaus-Peter Schultz will das Kriegsende in Iserlohn thematisieren und dabei nach Möglichkeit die ewige Debatte umschiffen, wer als „Befreier“ der Stadt gelten darf. Hilke Müsse glaubt, dass viele Bürger in Sachen Alexanderhöhe Nachholbedarf haben. Wilfried Diener beglückt mit seiner fotografischen Zeitreise durch Stadtansichten, Dr. Theo Bergental hat viel zu erzählen über die Kunst, die man täglich sieht und doch meist ausblendet. Irmgard Mämecke schließlich bringt die Zuhörer auf den neusten Stand von mehr als 1000 Jahren Bauernkirche – inklusive Besuch vor Ort.

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