Aktion

Neue Familien für treue Vierbeiner gesucht

Der im Studio des Parktheaters vorgestellte Joshi konnte inzwischen vermittelt werden.

Der im Studio des Parktheaters vorgestellte Joshi konnte inzwischen vermittelt werden.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Sechs Tiere aus dem Iserlohner Tierheim wurden beim Zeitungs- und Theaterfest vorgestellt, zwei von ihnen konnten inzwischen vermittelt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Laute „Ohs“ und „Ahs“ hört man im Publikum, manches Kind ruft spontan: „Der Hund ist aber süß.“ Das Zeitungs- und Theaterfest hielt auch in diesem Jahr eine schöne Tradition aufrecht: IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert moderierte im Studio des Parktheaters eine neue Auflage von „Tiere suchen ein Zuhause“. „Das gab es bei uns lange vor der WDR-Sendung“, sagte er mit Stolz und freute sich, dass der Iserlohner Kreisanzeiger insgesamt bereits seit fast 30 Jahren auf verschiedenen Wegen helfe, Tieren aus dem Iserlohner Tierheim zu einem neuen liebevollen Zuhause zu verhelfen.

Den Gästen legte er ans Herz, den Tierheim-Bewohnern einen Besuch abzustatten, bevor man sich einen ihrer teuren Artgenossen beim Züchter anschafft. „Tier und Besitzer müssen zusammenpassen. Auch darauf achten die Mitarbeiter des Tierheims und unterstützen Mensch und Vierbeiner dabei“, erklärte der Chefredakteur.

Als erstes wurde Coco vorgestellt. Der Rüde, der von Teneriffa kommt, ist etwa acht bis neun Jahre alt und bereits seit einem Jahr im Tierheim. „Coco ist für sein Alter sehr aktiv, ein richtiges Powerpaket. Wir können uns gut vorstellen, dass man mit ihm auch Agility machen kann“, erzählte die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Sabine Hammer. Auch für Familien sei Coco geeignet. Allerdings sollte man viel Platz haben und beachten, dass er bei „seiner Familie“ auch schnell einen Schutzinstinkt entwickle. Da müsse man ihn dann in seine Schranken weisen.

Als nächstes begrüßte Thomas Reunert die Mischlingshündin Sunny auf der kleinen Bühne. Sie ist etwa zehn Jahre alt und kam Anfang August als Sicherstellung ins Tierheim, da die Vorbesitzerin sich selber nicht mehr um sie kümmern konnte. „Sunny liebt Menschen. Zu Hause ist sie eher ruhig, aber für ihr Alter geht sie immer noch sehr gern und viel spazieren, braucht also auch viel Auslauf.“. Sollte Sunny in eine Familie mit Kindern vermittelt werden, dann sollten diese schon zehn Jahre alt sein. Die sehr liebe Hündin sei sehr pflegeleicht und auch verträglich mit Artgenossen, könnte beispielsweise auch als Zweithund zu einem älteren Rüden.

Update: Inzwischen konnte Sunny vermittelt werden!

Publikum ist angetan von den Geschichten der Vierbeiner

Begleitet von einem Raunen des Publikums, betrat als nächstes Abba die Bühne. Die sehr aufgeweckte, etwas zu korpulente Pointerhündin ist zwischen acht und zehn Jahre alt und wurde aus dem Partner-Tierheim von Teneriffa übernommen. Wahrscheinlich sei sie dort bei der Kaninchenjagd zum Einsatz gekommen und entweder aus Versehen oder absichtlich in den Bergen zurückgelassen worden. „Wir würden uns freuen, sie an jemanden vermitteln zu können, der ihrer aktiven Art gerecht wird – vielleicht kann sie dann ja auch etwas abnehmen“, sagte eine Tierheim-Mitarbeiterin. Zu Hause sei sie aber ruhig und eigne sich hervorragend als Familienhund, der auch schnell anhänglich sei. Der zukünftige Besitzer solle aber Erfahrung mitbringen. „Pointerhunde haben einen Jagdinstinkt. Damit sollte man umgehen können.“

Als einzige Katze wurde Osiris vorgestellt. Die kastrierte Tigerdame war in einer Box vor dem Tierheim ausgesetzt worden. Sehr viel konnte man deshalb nicht über die Katze herausfinden. „Das Tier ist etwa 1,5 Jahre alt und würde sich übrigens auch über einen Namenswechsel freuen. Osiris ist nämlich kein Name für ein Weibchen.“ Die Katze brauche auf jeden Fall Freigang. Osiris sei sehr aktiv und verspielt. Sie gehört zu den knapp 60 Katzen, die im Tierheim auf ein neues Zuhause hoffen.

Hilfe wird im Tierheim dringend benötigt

Der fünfjährige Mischlingshund Joshi wurde unter lauten „Ohs“ des Publikums als nächster auf die Bühne geführt. Er ist seit Juli wieder im Tierheim, da sein vorheriges Herrchen erkrankt ist. „Joshi ist sehr spielfreudig und durchaus auch als Anfängerhund geeignet. Nur mit Kindern kann er nicht viel anfangen, mit Jugendlichen schon eher“, erklärte sein junger Begleiter. Am liebsten hat er die Aufmerksamkeit seiner am besten etwas älteren Besitzer ganz für sich, aber er komme auch mit kastrierten Rüden klar. Die leicht schiefe Schnauze des Tieres fiel erst bei genauer Betrachtung auf, aber passt irgendwie zu ihm.

Update: Auch Joshi konnte inzwischen vermittelt werden!

Zum Schluss wurde Dolores vorgestellt. Die achtjährige Mischlingshündin wurde vom Publikum mit Lachen in Empfang genommen, fielen doch die großen Ohren im Vergleich zum recht kleinen Körper, direkt ins Auge. „Dolores vermitteln wir wohl nur in ein Zuhause, in dem sie das einzige Tier ist. Sonst entwickelt sie einen großen Futterneid und versucht, ihren Napf zu verteidigen“, erklärte eine Mitarbeiterin des Tierheims. Das sei auch der Grund gewesen, weshalb sie vom Vorbesitzer abgegeben wurde. Ansonsten sei sie aber sehr ruhig und umgänglich.

Momentan ist das Iserlohner Tierheim voll besetzt, ehrenamtliche Hilfe wird an allen Ecken benötigt. Geld sei natürlich immer willkommen, Sachspenden sind auch gern gesehen. Auch an anderen Stellen kann viel geholfen werden. Vor allem unter der Woche werden Spaziergänger gebraucht, die zwischen 12 und 14.15 Uhr Zeit haben, mit den Hunden eine Runde zu gehen. „Männer bräuchten wir auch mal. Bei uns arbeiten und helfen fast nur Frauen. Gerade bei handwerklichen Aufgaben haben wir da manchmal Schwierigkeiten“, erzählte Sabine Hammer. Auch Katzenstreichler würden gesucht. Dazu gäbe es sogar richtige Einweisungen, damit Besucher lernen, wie sie die Tiere am besten anfassen. Das klinge vielleicht komisch, sei aber bisweilen notwendig, und schließlich bräuchten nicht nur die Hunde Zuwendung. Bei den anderen Tieren verhalte es sich genauso. Manchmal gäbe es sogar die Möglichkeit, dass jüngere Kinder sich eine Weile mit den Tieren im Heim beschäftigen können.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben