Schule

Neubau in Sümmern verzögert sich

Die Bodenplatte liegt. Nun kann der dreigeschossige OGS-Neubau an der Südschule hochgezogen werden.

Die Bodenplatte liegt. Nun kann der dreigeschossige OGS-Neubau an der Südschule hochgezogen werden.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die OGS-Gebäude werden erweitert. weil die Anmeldezahlen in den Grundschulen stabil bleiben und die Nachfrage nach Ganztagsplätzen steigt.

Exakt 9313 Schüler scharren derzeit schon mit den Hufen – oder sie schauen mit Bangen auf die verrinnende Zeit: In zwei Wochen sitzen sie jedenfalls alle schon wieder – oder erstmals – auf der Schulbank. Die aktuelle Zahl aus dem Iserlohner Schulamt umfasst allerdings nur die 13 Grundschulen und neun weiterführenden Schulen in Trägerschaft der Stadt. Damit hier in 14 Tagen der Betrieb wieder reibungslos weitergehen kann, wird derzeit noch unermüdlich gewerkelt und renoviert – kaum eine Schule, in der in den Sommerferien keine Handwerker im Auftrag des Kommunalen Immobilienmanagements im Einsatz waren. Rund 1,5 Millionen Euro nimmt die Stadt allein für diese Arbeiten in die Hand.

Die größten Bautätigkeiten gehören aber – abgesehen vom Gesamtschul-Neubau am Seilersee – einmal mehr dem Offenen Ganztag der Grundschulen. Denn der tatsächliche Zuspruch für dieses Angebot übersteigt die einstmals prognostizierten Zahlen bei weitem. Und auch wenn die Neuanmeldungen von 777 im Vorjahr auf aktuell 714 zurückgegangen sind (siehe Tabelle oben), seien die prognostizierten Zahlen langfristig stabil, wie Schulamtsleiter Wolfgang Kolbe sagt. Sprünge wie in diesem Jahr könne es immer geben, sie sagten aber nichts über den generellen Trend aus. Und der besage, dass der Rückgang durch den demografischen Wandel im Grunde gestoppt sei. Daher sei auch nicht davon auszugehen, dass der Zuspruch für den Offenen Ganztag zukünftig geringer werde, weswegen sich die Stadt flächendeckend auf OGS-Gebäude mit Kapazitäten für 75 bis 80 Prozent der Grundschüler einstellt. Dementsprechend groß sind die derzeitigen Bautätigkeiten.

Südschule

Ende März erfolgte hier der Baubeginn für das mit einer Nutzfläche von knapp über 1000 Quadratmetern größte Projekt. Durch die unmittelbare Nähe zum ehemaligem Waisenhaus, das unter Denkmalschutz steht, musste die Planung sowohl von der Unteren Denkmalbehörde in Iserlohn als auch von der Oberen Denkmalschutzbehörde in Münster genehmigt werden. Das dreigeschossige Gebäude wird mit einer Keramik-Fassade und einem Flachdach ausgestattet. Im Erdgeschoss befinden sich eine große Mensa von knapp 200 Quadratmetern, die Küche mit Nebenräumen, der Personalraum, eine WC-Anlage und der Bereich für die Haustechnik. Der Mensa vorgelagert ist ein Außendeck, über das wiederum eine direkte Verbindung mit dem Außenspielbereich geschaffen wird. Das erste Obergeschoss umfasst fünf Unterrichtsräume mit direkt angeschlossenen Gruppenräumen und einer weiteren WC-Anlage. Das zweite Obergeschoss beinhaltet vier Unterrichtsräume mit angeschlossenem Gruppenräumen und ebenfalls eine WC-Anlage. Dieses Geschoss verbindet den Neubau über eine Brücke mit dem ehemaligen Waisenhaus. Fertigstellung: Juni 2020. Baukosten: 3,6 Millionen Euro (keine Förderung).

Grundschule Bömberg

Seit März 2018 entsteht hier hinter der Schule ein schmucker zweigeschossiger Anbau mit Klinker-Fassade und leicht geneigtem Flachdach. Durch eine geschickte Platzierung der Aufzugsanlage im Neubau wird auch der angrenzende Altbau barrierefrei erschlossen. Auf beide Geschosse verteilt sind hier acht Klassenräumen mit direkt anliegenden Gruppenräumen, ein PC-Raum, ein überdeckter Außenbereich mit unmittelbarer Anbindung über eine Freitreppe auf den Schulhof sowie WC-Anlagen und ein Haustechnikraum mit einer Gesamtfläche von rund 1200 Quadratmetern entstanden. Nach dem Umzug der Klassen werden an anderer Stelle Räume für die OGS frei. Fertigstellung: Ende September. Baukosten: Drei Millionen Euro (bezuschusst durch das Förderprogramm „Gute Schule“).

Grundschule Sümmern

Seit Juni 2018 wird in Sümmern ebenfalls hinter der Schule sehr ländlich zwischen Obst- und Pferdewiese gelegen ein zweigeschossiger Erweiterungsbau für die OGS gebaut. Die Fassade wird als Wärmeverbundsystem ausgebildet, der Baukörper erhält angepasst an den Bestand ein Flachdach. Im Erdgeschoss befindet sich die Mensa aufgeteilt in zwei Räume, die Küche mit Nebenräumen, ein Leitungsbüro und eine WC-Anlage. Das Obergeschoss zeigt zwei Betreuungsräume, zwei Ruheräume, zwei Inklusionsräume, einen Technikraum, einen Besprechungsraum, Gardrobenbereiche und einen Spielflur. Die gesamte Nutzfläche beträgt 754 Quadratmeter. Eigentlich sollte der Anbau bereits in diesem Sommer bezugsfertig sein. Aufgrund der Konjunkturlage musste die Fertigstellung aber auf Dezember verschoben werden, da keine Angebote abgegeben wurden. Beziehungsweise abgegebene Angebote nicht den Vergabevorschriften entsprachen. Baukosten: 2,2 Millionen Euro (gefördert durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz NRW).

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