Kriminalität

Nach SEK-Einsatz: Iserlohner wegen Anschlagsplänen verhaftet

| Lesedauer: 2 Minuten
Beim dem SEK-Einsatz am 7. September in einem Mehrfamilienhaus in Wermingsen sind auch Datenträger sichergestellt worden.

Beim dem SEK-Einsatz am 7. September in einem Mehrfamilienhaus in Wermingsen sind auch Datenträger sichergestellt worden.

Foto: Carsten Menzel

Iserlohn/Karlsruhe.  Nachdem der Verdächtige nach einem SEK-Einsatz in Iserlohn zunächst auf freien Fuß gekommen war, ist er nun in Haft – als mutmaßlicher Islamist.

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag den Jugendlichen festnehmen lassen, der vor 14 Tagen einen SEK-Einsatz in Iserlohn ausgelöst hat. Der Vorwurf: Der junge Mann soll Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sein und zunächst einen Bombenanschlag in Deutschland geplant und später einen Messerangriff auf einen Polizisten vorgehabt haben.

Mit der Festnahme des Jugendlichen nimmt der Vorfall, der in der Nacht zum 7. September mit dem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos in Wermingsen begann, eine dramatische Wendung. Bei der Durchsuchung der Wohnung und der Kellerräume in dem Mehrfamilienhaus waren keine Gegenstände gefunden worden, die Hinweise darauf zuließen, dass der Verdächtige eine schwere Straftat plant. Deshalb war der Jugendliche nach seiner Vernehmung auch wieder auf freien Fuß gekommen.

Allerdings wurden Datenträger und -speicher bei der Durchsuchung sichergestellt und seit dem ausgewertet. Dabei scheinen jetzt, nachdem Anfang dieser Woche noch keine wesentlichen Ergebnisse vorlagen, die Hinweise gefunden worden zu sein, die die Ermittler sofort handeln ließen: Der Verdächtige ist festgenommen worden und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Unterstützung einer terroristischen Vereinigung

Der Jugendliche wird der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt. Er soll radikalislamisches Gedankengut vertreten und sich mit den Gewalttaten des IS identifizieren. Vor allem befürworte er die Anschläge in Europa. Es soll aber nicht bei reinen Sympathiebekundungen geblieben sein: Ihm wird vorgeworfen, einen Bombenanschlag in Deutschland geplant zu haben. Unter dem Einfluss eines IS-Anhängers, der über einen Messengerdienst Propagandamaterial verbreite, soll er den Anschlag geplant haben. Dazu habe er sich zeigen lassen, wie eine Sprengvorrichtung gebaut wird

Dann habe der Deutsch-Kosovare aber befürchtet, dass seine Pläne vereitelt werden könnten, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Karlsruhe mit. Deshalb habe er sich zu einem Messerangriff auf Polizisten entschlossen, so der Vorwurf.

Die Ermittler waren nach einem Internet-Eintrag des tatverdächtigen Iserlohners auf ihn aufmerksam geworden. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bewertete diesen Hinweis als so ernst, dass sie am 7. September den nächtlichen SEK-Einsatz initiierte. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe den Fall an sich gezogen. (mit dpa)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Iserlohn

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER