Gewalttat

Messerattacke in Iserlohn: Mann und Frau tot, Baby überlebt unverletzt

Am Stadtbahnhof in Iserlohn sind am Samstagmittag zwei Menschen getötet worden. Die beiden hatten ein zwei Monate altes Mädchen bei sich, das zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden ist.

Am Stadtbahnhof in Iserlohn sind am Samstagmittag zwei Menschen getötet worden. Die beiden hatten ein zwei Monate altes Mädchen bei sich, das zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden ist.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  In der Iserlohner Innenstadt hat es am Samstag eine Messerattacke mit tödlichem Ausgang gegeben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus.

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Eine Bluttat am Iserlohner Stadtbahnhof hat zwei Opfer gefordert: Eine 32-jährige Frau und ein 23-jähriger Mann sind tot. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Gegen den 43-jährigen Tatverdächtigen wird wegen zweifachen Totschlags ermittelt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich bei dem kosovarisch-stämmigen Verdächtigen um den Ehemann der getöteten Frau (32). Bei dem 23-jährigen Opfer soll es sich um den neuen Lebensgefährten der Toten handeln. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater des Kindes. Die Getötete wohnte zur Tatzeit in Iserlohn.

Das Baby, das sich zur Tatzeit im Fahrzeug der Mutter befand, wurde von Zeugen in Sicherheit gebracht. Nach Auskunft der Behörden wurde das Mädchen unverletzt ins Krankenhaus gebracht und befindet sich nun in der Obhut des Jugendamtes.

Der mutmaßliche Täter, ein 43-jähriger Mann, kommt aus Bergisch-Gladbach. Er soll gegen 14.20 Uhr mit einem Messer auf seine Opfer losgegangen sein. Der Mann ließ sich demnach am Tatort widerstandslos festnehmen. Polizeisprecher Marcel Dilling betonte, dass von einem Einzeltäter ausgegangen werde: „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.“ Die Tatwaffe, Zeugenberichten zufolge ein Messer mit längerer Klinge, konnte sichergestellt werden.

Während die Frau offenbar im Parkhaus starb, lag die Leiche des männlichen Opfers auf dem Bahnsteig von Gleis 2 nahe der dortigen Fahrradboxen – Fahrgäste aus einem ankommenden Zug wurden von Beamten vom Tatort eskortiert. Die Tat ereignete sich am helllichten Tag vor zahlreichen Zeugen, darunter eine Hochzeitsgesellschaft, die von der Obersten Stadtkirche kam und ihre Wagen aus dem Parkhaus holen wollte.

Fast zwei Dutzend traumatisierte Augenzeugen

In den Räumen der Volkshochschule im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes richteten Rettungskräfte eine Notfallseelsorge ein, um rund 20 traumatisierte Augenzeugen zu betreuen. Die Polizei bittet weitere Zeugen aus der Innenstadt, sich zu melden. Das Angebot der psychologischen Betreuung bleibe bestehen, sagte Dilling. Eine Mordkommission der Kriminalpolizei aus Hagen habe die Ermittlungen übernommen.

Augenzeugen berichteten, Passanten hätten den mutmaßlichen Täter umringt, unternahmen wegen des Messers aber wohl keinen Versuch, ihn zu überwältigen. Ein Busfahrer und mehrere Taxifahrer warnten Unbeteiligte am Zentralen Omnibusbahnhof neben den Gleisen mit einem Hupkonzert, auch die Schreie von Passanten waren weithin hörbar. Nach Angaben der Polizei ist keiner der Zeugen körperlich in Mitleidenschaft gezogen worden, abzuwarten bleiben mögliche psychische Folgen.

Täter soll nach Attacke auf die Polizei gewartet haben

Nach der Tat soll sich der Täter Zeugenberichten zufolge auf den Boden gesetzt und auf die Polizei gewartet haben. Einige Zeugen berichten, er habe mit seinem Handy telefoniert. Ob der 43-Jährige selbst bei der Polizei in der Leitung war, ist unklar. Unter den Passanten befand sich ein Notarzt in zivil, der Erste Hilfe leistete, für die Opfer jedoch nichts mehr tun konnte. Die Leiche des Mannes und eine Blutlache waren von der Alexanderstraße zu sehen. Der Tatverdächtige sei völlig unverletzt geblieben, erklärte die Polizei.

Gegen 18.15 Uhr teilte die Polizei mit, die Spurensicherung sei beendet. Die gesperrten Bereiche am Bahnhof sind wieder freigegeben.

Zeugen der Tat können sich an die Polizei oder für psychologische Beratung auch direkt an die Notfallseelsorge des Kreiskirchenamts Iserlohn wenden unter 02368/2375 oder 0160/1608202.

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