Gesundheit

Leben retten durch Stammzellspende

Während Tine Droste (2. v. re.) sich das Wattestäbchen durch den Mund reibt, informiert Pflegedienstleiter Philipp Tessin die Organisatorinnen Birgit Heckmann (li.) und Beate Hauser-Blunk über die aktuellen Zahlen.

Während Tine Droste (2. v. re.) sich das Wattestäbchen durch den Mund reibt, informiert Pflegedienstleiter Philipp Tessin die Organisatorinnen Birgit Heckmann (li.) und Beate Hauser-Blunk über die aktuellen Zahlen.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.  Bethanien-Mitarbeiter starten Registrierungsaktion für zwei Kleinkinder.

Die zweijährige Victoria ist an einer schweren Form von Blutkrebs erkrankt. Ihr Leben kann nur durch eine Stammzellspende gerettet werden. Unter dem Titel „Victoria will leben!“ wirbt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im Internet dafür, sich registrieren zu lassen. Auch das Team der Gynäkologie- und Geburtshilfe-Abteilung des Agaplesion Ev. Krankenhauses Bethanien hatte davon bei Facebook gelesen.

„Wir haben durch Zufall erfahren, dass es sich um die Tochter eines Arztes, der jahrelang hier gearbeitet hat, handelt“, erklärt Birgit Heckmann. Heute lebe der Mediziner mit seiner Familie in Hamburg. Birgit Heckmann und Beate Hauser-Blunk haben nicht lange überlegt und die Bethanien-Chefärzte gefragt, ob sie eine Registrierungs-Aktion im Haus organisieren dürfen. Prof. Dr. Hisham Ashour, ärztlicher Direktor und Leiter der Frauenklinik des Bethanien-Krankenhauses, übernahm die Schirmherrschaft. Innerhalb von knapp drei Wochen war in Kooperation mit der DKMS alles vorbereitet. Tragisch: Während der vergangenen Tage ist ein weiterer Fall hinzugekommen. Ein fünfjähriges Kind benötigt ebenfalls dringend eine Stammzellspende.

30 Mitarbeiter waren ehrenamtlich im Einsatz

Gestern um 12 Uhr, nur eine Stunde nach dem Start, hatten sich bereits mehr als 80 Frauen und Männer in der Caféteria typisieren lassen. Alles, was für die Registrierung erforderlich ist, wurde von Krankenhaus-Mitarbeitern betreut – ehrenamtlich. „30 haben sich gemeldet“, sagt Beate Hauser-Blunk. Viele hätten sich bereits im Vorfeld typisieren lassen, auch die Mitarbeiter des Agaplesion Allgemeinen Krankenhauses Hagen seien im Boot. „Wir wollen als Krankenhäuser helfen“ sagt Birgit Heckmann. Der reine Aufruf in sozialen Netzwerken habe ihr und Beate Hauser-Blunk nicht ausgereicht.

Maren Bauchmüller aus dem DKMS-Team Spender-Neugewinnung sagt: „In Iserlohn hatten wir schon zahlreiche Aktionen, und dementsprechend sind viele hier bereits registriert.“ Sie erinnert an Typisierungen beispielsweise in Schulen und Berufskollegs. Dennoch war sie zufrieden, denn zahlreiche Patienten und Besucher nahmen den Umweg über das von den Mitarbeitern vorbereitete Kuchenbüfett und den „DKMS-Raum“, um sich typisieren zu lassen. Neben dem Ausfüllen eines Formulars ist es dabei lediglich erforderlich, drei Wattestäbchen durch den Mundraum zu bewegen – mehr nicht.

In spätestens zwei Wochen steht das Ergebnis fest

Maren Bauchmüller bringt die Proben heute ins Labor. In spätestens zwei Wochen wird dann klar sein, ob tatsächlich Spender für die beiden Kinder gefunden werden konnten. „Wir geben dann auch eine Rückmeldung an das Krankenhaus“, erklärt sie.

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