Handel

Rewe, Edeka: Kein Einkauf bis 24 Uhr in Iserlohn

Iserlohner Betreiber von Lebensmittelgeschäften, etwa Edeka, Rewe und Marktkauf, wollen ihre Öffnungszeiten nicht ausweiten.

Iserlohner Betreiber von Lebensmittelgeschäften, etwa Edeka, Rewe und Marktkauf, wollen ihre Öffnungszeiten nicht ausweiten.

Foto: Michael May

Iserlohn/Hennen.  Iserlohner Einzelhändler wollen einem Lüdenscheider Vorbild nicht folgen. Ob Rewe-Markt oder Edeka: "Öffnungszeiten sind bisher ausreichend".

Ein Lüdenscheider Rewe-Markt hat seit Wochenbeginn bis Mitternacht geöffnet. Das Geschäft gehört zur Rewe-Dortmund-Gruppe, die in Iserlohn auch in Hennen und am Bädeckerplatz vertreten ist.

Für die Waldstadt plant das Unternehmen jedoch keine Ausweitung, die Läden schließen weiterhin um 21.45 beziehungsweise 22 Uhr. Auf Nachfrage der Heimatzeitung heißt es in einer Pressemitteilung: „Spätöffnung ist eine Reaktion auf flexiblere Arbeitszeiten, einen wachsenden Dienstleistungssektor, aber auch auf veränderte Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Wobei wir unverändert die Öffnungszeiten standort-individuell betrachten und bewerten. Öffnungszeiten sind kein Selbstzweck und müssen zur Wirtschaftlichkeit eines jeden Standorts beitragen. Die Öffnungszeiten der Rewe-Märkte sind am jeweiligen Markt für die Kunden ausgewiesen. Längere Öffnungszeiten bedeuten darüber hinaus natürlich nicht linear mehr Umsatz, da Kunden die Einkäufe in die Abendstunden verlagern, weil sie dann mehr Zeit haben.“

"Zwischen 21 Uhr und Mitternacht kommen nur Schlaflose und Alkoholiker"

Paul Nowak betreibt an der Osemundstraße ein Marktkauf- und an der Hagener Straße in Letmathe ein Edeka-Geschäft. Auf die Frage, ob er dem Rewe-Vorbild folgen würde, sprudelt es aus ihm heraus: „Das ist verrückt. Zwischen 21 und 24 Uhr verkaufe ich kein Steak und keinen Apfel mehr, da kommen nur noch Schlaflose oder Alkoholiker, das muss man als Kaufmann nicht fördern. Dafür gibt es eine gesunde Kneipenkultur, der ich das Geschäft nicht wegnehmen will. Wir leben von der Vielfalt, nicht von der Einfalt. Bis Mitternacht zu öffnen, ist Mumpitz. Wir sind immer dann zur Stelle, wenn die Kunden uns brauchen.“

Marius Drath, Betreiber von Rewe-Märkten in Iserlohn und Menden, die nicht zur Dortmunder Rewe-Gruppe gehören, denkt genauso wenig darüber nach, an den bisherigen Öffnungszeiten zwischen 7 und 21 Uhr etwas zu ändern. „Das lohnt sich in keinster Weise. In Studenten- oder Großstädten kann ich es nachvollziehen, in Iserlohn sind die bisherigen Zeiten vollkommen ausreichend. Wir orientieren uns am Standort.“ Drath verweist auch auf die Verantwortung, die er gegenüber seinen Mitarbeitern habe. „Wir haben viele Frischeartikel im Sortiment, bis die weggeräumt sind, haben die Mitarbeiter noch mindestens 30 Minuten nach Ladenschluss zu tun.“

Aus Michael Schäfers Edeka-Geschäft in Sümmern heißt es ebenfalls, dass die bisherigen Öffnungszeiten zwischen 7 und 21 Uhr nicht verändert werden.

Wirtschaftlich nicht erstrebenswert

„In erster Linie ist es wohl PR“, kommentiert Michael Clever vom gleichnamigen Edeka-Geschäft am Nußberg das Lüdenscheider Rewe-Beispiel. Testweise, so berichtet er, habe er seinen Laden vor ein paar Jahren schon einmal eine ganze Nacht lang geöffnet – gelohnt habe sich das nicht. „Wir decken mit unseren Zeiten von 7 bis 21 Uhr den Großteil der Bevölkerung ab, wirtschaftlich ist eine längere Öffnung aus meiner Sicht nicht erstrebenswert.“

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