Grundschule Hennen

Jetzt wacht ein Hahn über die Küken

Foto: Michael May

Hennen.   Der 41-jährige Sümmeraner Stefan Höll hat die Leitung der Grundschule Hennen übernommen.

„Wir kümmern uns um unsere Küken“ lautet das Leitbild der Grundschule Hennen, das sich so auch im Schullogo wiederfindet: Eine Henne wacht dort über den Nachwuchs. Seit Schuljahresbeginn hat ein „Hahn“ die Aufgabe übernommen: Stefan Höll, der mit seiner Familie in Sümmern lebt, folgte auf Ingrid Roth-Bußmann, die nach einem Jahrzehnt als Schulleiterin in den Ruhestand verabschiedet worden war (wir berichteten).

Zuvor war der 41-Jährige, selbst Vater von drei Kindern, seit dem Jahr 2009 Konrektor der Kilianschule in Letmathe, und deren Leiter Peter Ueter hätte seinen Kollegen auch gerne an seiner Seite behalten, bildeten sie doch ein gutes Team und ergänzten sich nahezu perfekt. Stefan Höll verantwortete dort neben der Stunden- und Einsatzplangestaltung für die 16 Lehrerinnen und Lehrer und 16 weiteren Kollegen aus der OGS unter anderem auch die Schulweg-Pläne, den Sport-Bereich, Projekte wie „MoKi – Mobile Kinder“ zur Adipositas-Prävention und organisierte beispielsweise auch gemeinsam mit dem Stadtteiltreff die Aktionswoche „Miteinander in Letmathe: respektvoll – mutig – fair“.

Zwei Schulen zeitweise parallel geleitet

Als er im Arbeitskreis der Iserlohner Grundschulleiter und Konrektoren von der frei werdenden Stelle in Hennen hörte, war das Interesse gleich groß. Denn nicht nur dass Stefan Höll, der in Gerlingsen aufgewachsen ist, mit „diesem netten sympathischen Dorf“ viele positive Erinnerungen aus der eigenen Schulzeit verbindet („Ich hatte dort viele Freunde, zu denen ich immer mit dem Mofa gefahren bin.“). Es war auch der Reiz der Leitungsaufgabe, die er sich spätestens seit 2015 zutraut. Damals hat er nämlich nicht nur die Kilianschule während der Elternzeit von Peter Ueter zwei Monate lang alleine geführt, sondern war parallel in dem Schuljahr auch als kommissarischer Leiter der Grundschule Spormecke in Schalksmühle berufen worden. „Und die stand damals vor der Umwandlung in eine der fünf Primusschulen in Nordrhein-Westfalen“, berichtet Stefan Höll. So musste er seinerzeit die Verhandlungen für die Einrichtung der Modellschule für ein längeres gemeinsames Lernen für Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse führen. Das und die gleichzeitige Leitung der beiden Schulen hätten ihm gezeigt: „Diesen Herausforderungen möchte ich mich gerne dauerhaft stellen.“ Wobei er auch schon bei seiner ersten Lehrerstation von 2005 bis ‘09 an der Hemeraner Woes­teschule für Leitungsaufgaben vorgeschlagen worden war.

Dass die Arbeit mit Kindern indes genau sein Ding ist, hat der Sportbegeisterte, der sich durchaus auch ein solches Studium hätte vorstellen können, als Jugendlicher und junger Erwachsener bei den Pfadfindern gemerkt. Als Gruppenleiter der Horte „Kon-Tiki“ im Ring Florian Geyer des Deutschen Pfadfinder-Bundes entstand und reifte die Idee mit der Lehrer-Laufbahn.

Eltern sollen aktiv am Schulleben beteiligt werden

In Hennen fühlt sich Stefan Höll inzwischen schon sehr wohl – „dank der netten Kolleginnen, der Konrektorin Britta Bonkamp, die mich prima unterstützt, und dank der Sekretärin Silvia Reichmann“, freut er sich über das hilfsbereite Team. Aufgefallen sind ihm in den ersten Monaten im Iserlohner Norden auch die „anspruchsvollen Eltern“, für deren Belange er immer Interesse zeigt, mit denen er stets eng zusammenarbeiten möchte und die er genau wie ihre Kinder aktiv am Schulleben beteiligen möchte. „Um den Geist der alten und der neuen Zeiten, darum lasst uns kräftig streiten“ lautet dabei sein sprichwörtliches Credo: „Denn ich bin auch überzeugt, dass an der Erziehung eines Kindes nicht nur die Eltern und nicht nur die Lehrer und Erzieher, sondern das ganze Dorf, also auch Nachbarn und Freunde, beteiligt sind.“ Wichtig bei der (Zusammen-)Arbeit sei, dass deutlich werde, warum die Schule dieses oder jenes so mache.

Bei einem Projekt, das jetzt systematisch ausgeweitet werden soll, liegt das auf der Hand: Dem 2013 in Kooperation mit der Musikschule Iserlohn eingeführten Unterricht für Blechblasinstrumente, der auf Querflöte und Posaune erweitert wurde, soll künftig noch eine Bläserschiene folgen. So soll ein als freiwilliger, aber für zwei Schuljahre dann auch verpflichtender Musikunterricht an einem ausgewählten Blasinstrument entstehen. Die Kinder nehmen das Instrument zum Üben mit nach Hause und bekommen je einmal in der Woche eine Stunde Unterricht speziell an ihrem Instrument in Kleingruppen sowie als Ensemble. Dies soll sowohl eine sehr gute Vorbereitung beispielsweise für Bläserklassen in den weiterführenden Schulen sein, als auch heimische Blaskapellen unterstützen und den Schulalltag und Schulfeste musikalischer und interessanter machen.

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