Coronakrise

Iserlohner Ordnungsamt erhöht Präsenz auf den Straßen

Mitarbeiter des Ordnungsamtes laufen Streife in der Innenstadt – ein Bild, das in den kommenden Tagen verstärkt zum Alltag gehören wird.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes laufen Streife in der Innenstadt – ein Bild, das in den kommenden Tagen verstärkt zum Alltag gehören wird.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Das vom Land verordnete Kontaktverbot soll bestimmt, aber mit Augenmaß kontrolliert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Epidemie nochmals verschärft. Es gilt nun ein Kontaktverbot, ein Grund, warum am Sonntag Verantwortliche der Stadt Mails hin- und herschicken.

„Das Ordnungsamt verstärkt die Kontrollen, wir werden mehr Präsenz auf der Straße zeigen“, sagt am Montagvormittag Christian Eichhorn, Leiter des Ressorts Sicherheit, Bürger und Feuerwehr. Einzig das „Wie“ gelte es noch zu klären, waren doch bereits in den vergangenen Tagen sämtliche verfügbaren Kräfte im Außeneinsatz. Interne Verschiebungen von Personal seien denkbar, ebenso der Einsatz externer Kräfte.

Am Ende entscheidet man sich für beides, wie Eichhorn einige Stunden später erklärt. In der Spitze sollen so etwa am Donnerstag und Freitag zehn Teams á zwei Leuten auf den Straßen der Stadt im Einsatz sein.

Auch erste Fragen aus der Bevölkerung sind über das Bürgertelefon bei der Stadt eingegangen. So etwa zahlreiche ganz praktische, zum Beispiel zu Umzügen. „Mit der Familie sind die ja weiter möglich“, sagt Eichhorn, der aber im Zweifelsfall empfiehlt, einen Dienstleister zu engagieren. Und sich vorab wie bei allem, was derzeit ansteht, zu fragen: „Muss das wirklich jetzt sein?“

Oft sei es aber auch nur die Aufgabe der Mitarbeiter am Bürgertelefon, die Anrufer zu beruhigen. „Jeder hat da sein persönliches Schicksal“, so Eichhorn. Und nicht jeder Bürger ginge mit jedem Detail der verschiedenen Erlässe von Bund und Land konform. „Man kann eben mit einem Erlass nicht 100.000 Einzelfälle regeln.“

Meldungen von Bürgern in Bezug auf das Fehlverhalten anderer gebe es bislang indes nicht. Es habe aber Leute gegeben, die darauf aufmerksam machen wollten, dass im Einzelhandel nicht überall gleich gut dafür gesorgt werde, dass Abstände eingehalten würden. „Das beobachte ich auch im Privaten“, sagt Eichhorn. Einige Supermärkte hätten Abstandsmarkierungen angebracht, andere nicht. „Das Ordnungsamt kann aber nicht das Hausrecht übernehmen“, appelliert Eichhorn an die Händler, denen er auch nahelegt, bei eigener Überforderung einen Sicherheitsdienst zu engagieren, wie es ja schon getan haben. Ob und wann hohe Bußgelder bei Fehlverhalten verhängt werden, will Eichhorn seinen Mitarbeitern überlassen. „Das ist schwierig in der Theorie zu betrachten.“

30 Einsätze mit möglichem Coronabezug im Kreis

Für die Kontrolle der Einhaltung des Kontaktverbotes ist das Ordnungsamt zuständig. Amtshilfe geben kann im Bedarfsfall aber die Polizei – so wie am vergangenen Wochenende in Balve, Menden und Halver, wo eine Shisha-Bar, ein Imbiss und ein Verein gegen die Öffnungsbeschränkung verstießen. „Da wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen Vorgaben des Seuchenschutzes geschrieben“, erklärt Polizei-Sprecher Dietmar Boronowski. Insgesamt habe es im Kreis rund 30 Einsätze mit Coronabezug gegeben, wobei darunter aktuell auch bloße Ruhestörung fallen kann.

Wichtig sei nun auch Augenmaß, sagt Boronowski. Strenge etwa bei offenen Gaststätten oder „Corona-Partys“, wenn auch im Kreis noch keine gemeldet wurden. „Da haben wir null Toleranz.“ Natürlich könne man aber beispielsweise Kinder nicht in jedem Moment kontrollieren, dort, wo es etwa auch die Eltern nicht täten.

Einsätze wegen möglicher Streitigkeiten in Supermärkten habe es noch keine gegeben, sagt Boronowski. Für ein Resümee zur Akzeptanz der Bürger sei es indes noch zu früh. Erst am Sonntag wurde das Kontaktverbot verkündet. „Am Wochenende und besonders in der Nacht zu Montag war es allgemein ruhig“, so der Polizeisprecher. Alles Weitere müsse man nun abwarten.

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