Gastronomie

Haus Seilersee: Stadt Iserlohn bereitet Ausschreibung vor

Von heute an werden Handwerker Arbeiten am Haus Seilersee ausführen, um das Objekt ohne weitere Schäden über den Winter zu bringen.

Von heute an werden Handwerker Arbeiten am Haus Seilersee ausführen, um das Objekt ohne weitere Schäden über den Winter zu bringen.

Foto: Andreas Drees / IKZ

Iserlohn.  Nachdem die Stadt das Gebäude gekauft hat, beginnen nun Sicherungsarbeiten am Objekt. Ein Pächter soll per Ausschreibung gefunden werden.

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Düsteres Herbstwetter und Nieselregen im Januar. Still ruht der Seilersee, den trotzdem einige Spaziergänger und Läufer für ihre Runden nutzen. Haus Seilersee, über Jahrzehnte beliebter Anlaufpunkt im Naherholungsgebiet und zeitweise mit gastronomischer Ausstrahlung bis in die Region versehen, steht verlassen da und wartet geduldig auf seine Wiederbelebung, nachdem das leerstehende Gebäude im vergangenen Jahr in den Besitz der Stadt gelangt ist. Jetzt geht es zumindest ein kleines Stück voran, denn von heute an werden Handwerker das Haus winterfest machen. Und im Rathaus laufen die konkreten Planungen für die Zukunft des Objekts.

Seit 1. November 2019 ist die Stadt Inhaberin des 1937 eingeweihten Hauses Seilersee, das damals als Ausflugsgastronomie mit Biergarten konzipiert worden war. Mit entsprechender Zustimmung der Politik hatte die Stadt das Objekt übernommen, nachdem der Verkauf durch die Vorbesitzer nicht von Erfolg gekrönt war und das Objekt baulich ohnehin nicht mehr zum Renommee von Iserlohn beigetragen hatte. Das dazugehörige Grundstück hatte schon immer der Stadt gehört und war per Erbpacht dem jeweiligen Hausbesitzer zur Nutzung überlassen worden.

Stefan Baumann, Bereichsleiter Bodenmanagement im Bauressort der Stadt, ist optimistisch, was die weitere Zukunft des Objektes betrifft. Zwischen fünf und zehn als seriös und ernsthaft einzuschätzende Interessenten für eine gastronomische Nutzung hätten sich auch aufgrund der Berichterstattung der Heimatzeitung im Rathaus gemeldet, dazu weitere, die das Haus aber „artfremd“ verwenden wollten. Aber zwei Dinge, so Baumann, stünden aus Sicht der Stadt als Eigentümer fest: Haus Seilersee soll auf jeden Fall als Gastronomiestandort betrieben werden. Außerdem wolle die Stadt das Gebäude auch nach der Wiederbelebung nicht verkaufen, sondern vergleichbar dem Danzturm oder dem Stadtbahnhof als „Betrieb gewerblicher Art“ bewirtschaften, um als Verpächter nachhaltig Einfluss auf dessen Entwicklung nehmen zu können. Baumann: „Wenn wir Verpächter sind, können wir viel mehr agieren, wenn etwas nicht richtig läuft.“

Nicht nur die Pachthöhe soll über Betreiber entscheiden

Diese „Betriebe gewerblicher Art“ im Besitz der Stadt, zu denen auch das Karstadt-Haus am Schillerplatz gehört, werden von einem Mitarbeiter der Kämmerei verwaltet, der gerade dabei ist, die Ausschreibung vorzubereiten. Die Politik soll im nächsten Planungsausschuss über den Stand informiert werden. Baumann verspricht ein „transparentes Verfahren“ für die Auswahl des Pächters, bei der schlussendlich die „Mischung aus Preis und Konzept“ entscheidend sein werde. Dabei spielten natürlich auch die notwendigen Investitionen eine große Rolle, denn, so Baumann, „das Gebäude ist schon sanierungsbedürftig“.

Wenn nun in den nächsten Tagen Handwerker rund um Haus Seilersee zu sehen sein werden, hat das mit einer vermutlich von vielen Spaziergängern erhofften Wiedereröffnung noch nichts zu tun. „Nur für die werterhaltenden Maßnahmen in den nächsten Tagen wird man spüren, dass dort etwas passiert“, erläutert Baumann. Was genau gemacht werden muss, damit sich die Substanz des Hauses nicht weiter verschlechtert, das hatten Fachleute zuvor am Objekt ermittelt.

Wann Haus Seilersee in neuer Form eröffnet werden kann, das vermochte Baumann nicht zu sagen. „Wenn es nach mir geht, wird es 2020 noch verpachtet“, formuliert er seinen persönlichen Wunsch. Je nach Konzept wäre ein Neubeginn in diesem Jahr vielleicht nicht gänzlich ausgeschlossen, angesichts des Modernisierungsbedarf aber doch ziemlich unwahrscheinlich. Aber die Tage, an denen das Leben im Haus Seilersee ebenso still ruht wie der See, dürften zumindest gezählt sein.

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