Stadtplanung

Haus Seilersee: Nicht mit allen Dingen überfrachten

Das Haus Seilersee soll auch künftig im Eigentum der Stadt Iserlohn bleiben.

Das Haus Seilersee soll auch künftig im Eigentum der Stadt Iserlohn bleiben.

Foto: Andreas DreeS

Iserlohn.  Im Finanzausschuss wurde über die Zukunft von Haus Seilersee debattiert.

Der Finanzausschuss ist vielleicht nicht die übliche Adresse, wenn es darum geht, die Zukunft von „Haus Seilersee“ ausführlicher zu diskutieren. Gleichwohl wurde in der Sitzung am Mittwochabend etwas intensiver über dieses Thema gesprochen. Dennoch folgte das Gremium am Ende einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, dass durch die Stadt erworbene Objekt nicht wieder zu veräußern und stattdessen zu vermieten. Im Fokus liegt dabei eine gastronomische Nutzung, zur Interessentensuche ist eine Ausschreibung geplant, ein schlüssiges Betriebskonzept soll entscheidendes Kriterium bei der Auswahl sein. Abschließend über dieses Vorgehen zu befinden hat nun der Rat am Dienstag, 18. Februar (17 Uhr, Ratssaal).

Ilona Höche befand für die CDU, dass es gut und richtig sei, das Objekt in städtischer Hand zu behalten. Sie fragte aber auch nach, was unter „Ertüchtigung“ des Gebäudes zu verstehen sei und welche Kosten dabei für die Stadt Iserlohn anfielen. Stefan Baumann, Bereichsleiter Stadtentwicklung, sagte dazu, dass das auch vom Pächter und dessen Wünschen abhänge. Aktuell jedoch gehe es ausschließlich um die notwendigste Instandhaltung. Eine gute Nachricht sei, dass das Dach dicht ist.

Eine Besonderheit: Im Rahmen der Entrümpelung des Objektes soll es einen Trödelmarkt geben. Schließlich, so Baumann, gebe es in dem Objekt das eine oder andere chinesisch-asiatische „Artefakt“.

Steg als Bereicherungder Außengastronomie

Dass die Debatte dann doch etwas grundsätzlicher wurde, lag an einem Redebeitrag von Elke-Olbrich-Tripp. Die hatte das Haus Seilersee und insbesondere seine Lage – soweit unstrittig – als „exorbitant“ wichtigen Ort bezeichnet. Das rufe geradezu danach, dort etwas Besonderes zu schaffen, eine Art Vorzeigeprojekt – auch in energetischer Hinsicht. Und es dürfe nicht bloß nach „irgendeinem“ Pächter gesucht werden. In Anlehnung an die Projekte „Bahnsteig 42“ oder „Schnöggel“ (IGW-Projekt am Fritz-Kühnplatz) regte die Grünen-Politikerin an, nach Möglichkeit auch im Haus Seilersee eine gastronomische Nutzung in Form eines Beschäftigungsprojektes anzustreben.

Auch Andreas Seckelmann (Die Linke) begrüßte den Kauf von Haus Seilersee, für den sich seine Fraktion ja klar positioniert habe, und es sei auch richtig, es nun nicht wieder zu verkaufen. Seckelmann erinnerte an die Anregung, auf dem See eine Art Steg zu bauen, als zusätzliche Bereicherung für die Außengastronomie. Seckelmann lenkte in diesem Zusammenhang den Blick „auf den großen Erfolg beim R-Cafe in Letmathe“.

Wohl mit Hauptzielrichtung auf den Beitrag von Elke Olbrich-Tripp warnte Peter Leye, dessen SPD-Fraktion bereits einen Ortstermin am Haus Seilersee abgehalten hatte davor, das Projekt schon im Vorfeld mit allen möglichen Dingen zu überfrachten. Vielmehr solle man erst einmal den Markt fragen, also ausschreiben. Dann könne man abwarten, was kommt, dann in Ruhe überlegen und zum Schluss schauen, wo es eventuell noch sinnvoll ist, etwas an einem möglichen Konzept zu justieren.

Kämmerer und Erster Beigeordneter Michael Wojtek sagte dennoch zu, dass man alle guten Ideen aus der Beratung mitnehmen werde. Vorfestlegungen findet aber auch Wojtek nicht hilfreich: „Wir holen auch gerne ein Drei-Sterne-Restaurant nach Iserlohn, wenn das Konzept stimmt.“

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