Städtische Galerie

Hartmut Tripp bleibt eine lebende Legende

Hartmut Tripp und seine drei Mitstreiter überzeugten in der Städtischen Galerie.

Hartmut Tripp und seine drei Mitstreiter überzeugten in der Städtischen Galerie.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Mit 82 Jahren zeigt Hartmut Tripp immer noch große Spielfreude und sorgt für Jubelrufe mitten im Konzert

„Herbstjazz“ – so lautete der Titel eines großartigen Konzertes, welches Iserlohns lebende Jazz-Legende Hartmut Tripp gemeinsam mit drei hochkarätigen Musikern einem restlos begeisterten Publikum präsentierte. In der stimmungsvollen Atmosphäre der Städtischen Galerie, umgeben von beeindruckenden Island- Bildern des Fotografen Hans Strand, konnte man sowohl Klassiker der Jazzliteratur als auch eigene Kompositionen genießen.

Schlagzeuger Benny Mokroß und Kontrabassist Klaus Samusch spielen schon seit fast zwanzig Jahren mit Tripp zusammen, neuerdings verstärkt durch den Konzertpianisten Sven Bergmann, der seit einigen Jahren in Iserlohn wohnt und einen großen Gewinn für die heimische Kulturszene darstellt. Hartmut Tripp, noch unlängst gefeierter Komponist seines Öko-Oratoriums „Mutter Erde“, bewies am Saxophon, dass er immer noch über genügend Atem und physische Fitness verfügt, um ein solch anspruchsvolles Programm scheinbar mühelos, virtuos und voller Improvisationsfreude zu stemmen.

Das Quartett spielte mit großer Routine und Souveränität zusammen und agierte mit einer Spielfreude, die auch die Zuhörer schnell locker machte und bereits mittendrin zu Jubelrufen führte. Das Konzert war klug und stimmig aufgebaut: so begann der erste Teil mit einem Blues und endete nach vielen schwungvollen Nummern mit der Ballade „Solitude Invisible“, einer schönen Eigenkomposition von Hartmut Tripp , welche er mit seiner Tochter Natalie am Klavier sensibel präsentierte.

Auch seine Quartettmusiker zeichneten sich aus

Im zweiten Teil wurde den anderen Quartettmusikern noch mehr Raum gegeben, ihre Virtuosität und Improvisationskunst bei Stücken wie „Blue Lou“, „All Blues“ und „All the things you are“ zu präsentieren – und sie taten dies sehr eindrücklich. Jubel und Standing Ovations waren nur logische Konsequenz einer fantastischen Gesamtleistung. Und hätte Hartmut Tripp in seiner Moderation laut geäußert, mit nunmehr 82 Jahren müsse er doch so langsam ans Aufhören denken, so wäre die einhellige Reaktion des Publikums gewesen: „Vertausch einfach die Zahlen und mach noch lange weiter!“ Nach dem Herbstjazz wartet schon der nächste Jazzfrühling!

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